Marktanalyse Durchschnittliche Reichweite von E-Mobilen durchbricht 250-Kilometer-Marke

Redakteur: Franz Graser

Laut einer Analyse der Stuttgarter Managementberatung Horváth & Partners konnten Elektrofahrzeuge 2016 durchschnittlich 270 Kilometer mit einer Batterieladung zurücklegen. Für 2020 prognostizieren die Berater eine durchschnittliche Reichweite von rund 450 Kilometern.

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Die Managementberatung Horváth & Partners hat eine deutliche Verbesserung der Reichweite von Elektrofahrzeugen ermittelt. Setzt sich der Trend fort, dann sollen E-Fahrzeuge im Jahr 2020 im Schnitt 450 Kilometer bis zum nächsten Laden zurücklegen können.
Die Managementberatung Horváth & Partners hat eine deutliche Verbesserung der Reichweite von Elektrofahrzeugen ermittelt. Setzt sich der Trend fort, dann sollen E-Fahrzeuge im Jahr 2020 im Schnitt 450 Kilometer bis zum nächsten Laden zurücklegen können.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Eine der größten Sorgen potenzieller Käufer von Elektrofahrzeugen bezieht sich auf die Reichweite, die sie mit einer Batterieladung zurücklegen können. Als Hürde für den Durchbruch der Elektromobilität wird dies jedoch in Zukunft von immer geringerer Bedeutung sein, wie die Berater in ihrem jährlichen „Fakten-Check Mobilität 3.0“ feststellen. Denn die Reichweiten der neueren Modelle nehmen weiterhin stark zu.

Um den Wert zu ermitteln, gewichteten die Managementberater die Herstellerangaben zur Reichweite mit den jährlichen Verkaufszahlen der entsprechenden Fahrzeuge. 2011 lag der durchschnittliche angegebene Wert bei etwa 150 Kilometern. 2014 gelang der Sprung über die 200-Kilometer-Grenze. 2016 erhöhte sich die durchschnittliche angegebene Reichweite aller verkauften Elektrofahrzeuge auf gut 270 Kilometer. Dies entspricht einer Steigerung von rund 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Treiber dieser Entwicklung sind die 2016 neu auf den Markt gekommenen sowie die verbesserten bestehenden Modelle. Das Tesla Model X 100D kann laut Herstellerangaben 565 Kilometer weit fahren, während der BMW i3 Facelift über 300 Kilometer, der Hyundai Ioniq EV über 280 Kilometer und der neue Nissan Leaf (30 kWh) über 250 Kilometer Reichweite verfügen. Auch die 2016er Upgrades der Tesla Limousine Model S tragen zur Steigerung der durchschnittlichen Reichweite bei.

„Um die Reichweite zu erhöhen, kann entweder eine größere Batterie zum Einsatz kommen – analog zu einem größeren Kraftstofftank beim Verbrenner –, oder die Energie kann effizienter genutzt werden“, stellt Achim Kostron, Automobilexperte bei Horváth & Partners und Co-Autor der Studie, fest. „Energieverbrauch und -dichte haben sich in letzter Zeit nur minimal verbessert. Das heißt, dass die kontinuierlichen Steigerungen, die wir beobachten können, auf den Einsatz größerer Batterien zurückzuführen sind.“

Das reichweitenstärkste Fahrzeug, das Tesla Model S 100D, verfügt laut Herstellerangaben heute schon über eine Reichweite von 632 Kilometer. „Das Model S war 2016, trotz seines vergleichsweise hohen Preises, das am dritthäufigsten zugelassene rein batteriebetriebene Fahrzeug in Deutschland. Das bestätigt, dass die strategische Entscheidung Teslas, auf reichweitenstarke Modelle zu setzen, richtig war“, erklärt Dr. Oliver Greiner, Partner und Leiter der Studie.

Es sieht alles danach aus, dass sich der positive Trend bei der Reichweite weiter fortsetzen wird, denn Hersteller wie Porsche, Audi, VW, Daimler und Ford haben bis 2020 E-Autos angekündigt, die deutlich über 300 Kilometer Reichweite schaffen werden.

Opel verspricht beispielsweise, dass der im Mai 2017 in Norwegen und später auch in Deutschland erscheinende neue Ampera-e über 520 Kilometer zurücklegen kann. Die Managementberater gehen daher davon aus, dass bis 2020 ein neu zugelassenes reines Elektroauto im Durchschnitt eine Distanz von rund 450 Kilometern mit einer Batterieladung zurücklegen kann.

Rund 69.000 Pkw fuhren Ende 2016 in Deutschland elektrisch. Das ist ein Plus von rund 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter Elektroautos versteht Horváth & Partners alle Fahrzeuge, die über extern zugefügten Strom oder Wasserstoff rein elektrisch fahren können. Dazu zählen rein batteriebetriebene Fahrzeuge, Plug-in-Hybride, Elektrofahrzeuge mit Range Extender und Fahrzeuge mit Brennstoffzellen. Unter der Prämisse, dass sich die Wachstumsrate der zurückliegenden drei Jahre unverändert fortsetzt, wird es bis 2022 dauern, bis in Deutschland eine Million Elektrofahrzeuge zugelassen sind.

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