Elektronikfertigung Dünnstes Klebeband der Welt feiert Premiere

Autor / Redakteur: Gunnar von der Geest * / Franz Graser

Sie sind ein Hauch von Nichts: Die tesa SE aus Hamburg bietet der Elektronikindustrie fünf Mikrometer dünne doppelseitige Klebebänder an – und stellt damit einen inoffiziellen Weltrekord auf.

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Das doppelseitige PET-Klebeband, das der Elektronikindustrie ab Sommer 2012 zur Verfügung steht, ist mit einer Dicke von 5 µm zehnmal dünner als ein Haar. (tesa)
Das doppelseitige PET-Klebeband, das der Elektronikindustrie ab Sommer 2012 zur Verfügung steht, ist mit einer Dicke von 5 µm zehnmal dünner als ein Haar. (tesa)

Hose, Jacke, Smartphone: Für immer mehr Menschen gehören die kleinen Kommunikationswunder zur täglichen Kleidung. Laut Analysen des Marktforschungsinstituts IDC wurden 2011 global etwa 472 Millionen Smartphones verkauft. Im dritten Quartal 2011 hat dabei China erstmals die USA hinsichtlich der abgesetzten Geräte überholt. Deutschlandweit legten die Handelszahlen 2011 um 31 Prozent auf 11,8 Millionen zu. Im Jahr 2015 soll sich der weltweite Absatz auf rund 982 Millionen Smartphones verdoppeln. Die Marktforscher von Gartner prognostizieren sogar eine Zahl von 1,1 Milliarden.

Viel High-Tech auf kleinstem Raum sorgt indes auch für unerwünschte Nebenwirkungen: Einige Bauteile wie Prozessoren heizen sich enorm auf; punktuell sind 100 Grad möglich. Um Schäden zu vermeiden, muss diese Hitze aus dem Inneren der Smartphones abgeleitet werden. Hierbei spielen hochmoderne Klebebänder von tesa eine besondere Rolle.

Zehnmal feiner als ein Haar

Das Wärme-Management in den extrem flachen Geräten regulieren Graphit-Plättchen, die in der Lage sind, hohe Temperaturen aufzunehmen und über eine vergleichsweise große Fläche gleichmäßig abzustrahlen. Befestigt werden die Graphit-Streifen mit einem doppelseitigen Klebeband, das viel mehr als nur kleben kann. Je dünner das Tape, desto besser die Wärmeleitfähigkeit: Gemäß diesem physikalischen Prinzip bietet tesa zukünftig der Elektronikindustrie PET-Klebebänder an, die bis vor kurzem noch ins Reich der Fiktion gehörten.

Das weltweit dünnste doppelseitige Tape wird 5 µm (1 µm = 1/1000 mm) dick sein; es besteht aus einer 2 Mikrometer dicken Trägerfolie und jeweils 1,5 µm Acrylat-Klebmasse aus eigener Entwicklung. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 50 µm dick.

„Die 5 µm dünnen Klebebänder haben die umfangreiche Testphase erfolgreich bestanden und werden in Kürze den Smartphone-Herstellern zur Verfügung stehen“, erklärt Produktmanager Falk Hunger.

Neben der 5-µm-Variante, produziert auf der hochmodernen Anlage mit Reinraumeinheit im Werk Hamburg-Hausbruch, kommt ein 10 µm dünnes Klebeband auf den Markt, das im chinesischen Werk in Suzhou hergestellt wird. Dieses Produkt ist seit Ende März 2012 verfügbar.

Darüber hinaus beinhaltet das Konzept ein einseitiges Laminier-Tape, um die Oberfläche des Graphit-Plättchens zu schützen und eine Verschmutzung des Handy-Innenraums zu verhindern. Das tesa-Sortiment für die Elektronikindustrie umfasst nunmehr rund 150 Produkte. „Mehr als 75 Prozent davon bieten wir erst seit 2009 an“, macht Marketingleiter Dr. Detlev Radloff die hohe Innovationsrate deutlich. „Unser Erfolg beruht unter anderem auf einer Vielzahl neu eingeführter Produktlösungen, die wir in Zusammenarbeit mit unseren Kunden entwickelt haben.“

* Gunnar von der Geest ist PR-Manager Fachpresse und Wissenschaft bei der tesa SE.

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