Autonome Drohne soll Vögel von Flughäfen fernhalten

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

Vogelschwärme sind nicht selten der Grund für Unfälle an Flughäfen gewesen.
Vogelschwärme sind nicht selten der Grund für Unfälle an Flughäfen gewesen. (Bild: Pixabay / CC0)

Immer wieder kommt es zu Unfällen an Flughäfen, die durch Vogelschlag verursacht werden. Um dem entgegenzuwirken, haben Ingenieure des Caltech nun eine Methode entwickelt, um Vogelschwärme zu kontrollieren und aus dem Luftraum eines Flughafens fernzuhalten.

Am 15. Januar 2009 landete ein Inlandsflug der US Airways auf dem Hudson River. Beide Triebwerke waren ausgefallen, der Airbus A320 flog im Gleitflug weiter. Kapitän Sullenberger schaffte eine Notwasserung, alle Passagiere überlebten. Der Grund für das Desaster war ein Vogelschlag, verursacht von Wildgänsen, die in die Triebwerke gelangten.

Inspiriert vom „Miracle on the Hudson“ haben Ingenieure des California Institute of Technology (Caltech) einen Algorithmus entwickelt, mit dem eine einzige Drohne ganze Vogelschwärme aus dem Luftraum eines Flughafens vertreiben soll, wie Techxplore berichtete. Das Team testete den Algorithmus an einem Vogelschwarm in der Nähe eines Feldes in Korea.

„Die Passagiere des Fluges 1549 wurden nur gerettet, weil die Piloten so geschickt waren“, sagt Soon-Jo Chung, außenordentlicher Professor für Luft- und Raumfahrt. Dies werde allerdings nicht immer so glimpflich enden. Deshalb forschte er zusammen seinen Kollegen vom Imperial College London und dem Korea Advanced Institute of Science and Technology nach Möglichkeiten Vogelschwärme von Flughäfen fernhalten zu können.

Bisherige Methoden oft kostspielig und unzuverlässig

Bislang wird versucht, Vögel durch die Veränderung der Umgebung oder durch trainierte Falken von Flughäfen fernzuhalten. Zudem setzt man auf die Steuerung einer Drohne zur Abschreckung der Vögel. Diese Strategien sind laut Chung allerdings kostspielig und können – im Falle einer handgesteuerten Drohne – unzuverlässig sein. Um Vögel aus dem Luftraum zu führen, bedürfe es einiger Vorsicht. Man müsse darauf achten, eine passende Entfernung zu dem Vogelschwarm zu wahren. „Wenn die Drohne zu weit weg ist, bewegt sich der Schwarm nicht. Und wenn sie zu nahe kommt, riskiert man, den Schwarm zu zerstreuen und völlig unkontrollierbar zu machen", erklärte Soon-Jo Chung gegenüber Techxplore.

Daher sei es wichtig, eine Herde als einzige, in sich geschlossene Einheit zu führen und ihre Flugrichtung zu ändern. Dies erfordere eine äußere Bedrohung – in diesem Fall die Drohne -, die die äußeren Tiere des Schwarms dazu anregt, ihren Kurs zu ändern. Da jeder Vogel des Schwarms auf die Veränderungen der ihm am nächsten stehenden Vögel reagiert, sollen die am Rande fliegenden Vögel den Rest zum Ändern der Flugrichtung animieren.

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