Suchen

Unbemannte Fluggeräte Drohnen können in den USA für Jobwunder sorgen

| Redakteur: Franz Graser

Unbemannte Fluggeräte und ihr Betrieb entwickeln sich in den USA zu einem veritablen Wirtschaftszweig. Immer mehr Unternehmen sind auf der Suche nach Drohnenpilotinnen und -piloten, die für den Betrieb mit den unbemannten Flugkörpern lizenziert sind. Eine Lobbygruppe geht von bis zu 100.000 zusätzlichen Jobs bis zum Jahr 2025 aus.

Firmen zum Thema

Die Freiheit über den Wolken: Drohnen entwickeln sich in den USA zu einem bedeutenden Industriezweig.
Die Freiheit über den Wolken: Drohnen entwickeln sich in den USA zu einem bedeutenden Industriezweig.
(Bild: gemeinfrei/Pixabay / CC0 )

Die US-Interessengruppe AUVSI (Association for Unmanned Vehicle Systems International) geht in einer Studie davon aus, dass der Betrieb unbemannter Flugkörper im Zeitraum zwischen 2015 und 2025 einen Beitrag von rund 82 Milliarden Dollar für die amerikanische Wirtschaft leisten wird. Die Zahl der dadurch bis 2025 entstehenden Jobs beziffert die AUVSI auf 100.000.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür ist die Integration unbemannter Fluggeräte in den regulierten Luftraum und den Flugbetrieb innerhalb der USA. Ein wichtiger Schritt dabei war Ende August des vergangenen Jahres die Einführung einer kommerziellen Lizenz, die das Bestehen eines theoretischen Eignungstests sowie eine Überprüfung durch die Transportation Security Association (TSA) voraussetzt, dieselbe Behörde, die an US-Flughäfen die Personenkontrollen vornimmt. Wer seine Flugkörper nur hobbymäßig betreibt, benötigt diese Lizenz nicht.

Die Einführung dieser Berechtigung bedeutet insofern einen Durchbruch, da die amerikanische Flugaufsichtsbehörde FAA (Federal Aviation Administration) auf die bisherige Bestimmung verzichtet hat, dass kommerzielle Drohnenbetreiber über eine Privatpilotenlizenz verfügen müssen. Außerdem genügt für die Lizenz eine theoretische Prüfung, die Drohnenbenutzer müssen ihr Können also nicht in der Praxis demonstrieren.

Der Betrieb der unbemannten Flugkörper ist zwar in der Praxis stark reglementiert. So beträgt das maximale Abfluggewicht der Drohne 25 Kilogramm. Der oder die Drohnenpiloten müssen stets Sichtkontakt zu ihrem Fluggerät aufrechterhalten. Die maximale Flughöhe beträgt 500 Fuß (152 Meter), darüber hinaus ist der Betrieb nur bei Tageslicht gestattet.Das Mindestalter für den Erwerb der kommerziellen Flugberechtigung beträgt 17 Jahre.

Die Lobbyorganisation AUVSI sieht in der Land- und Forstwirtschaft den umfangreichsten Einsatzbereich für Drohnen. Einer der wichtigsten Einsatzzwecke wird demnach die Überwachung und Kartierung von Wald- und Flächenbränden sein, gefolgt von der Beobachtung landwirtschaftlicher Anbaugebiete. Aber auch die Überprüfung von Überlandleitungen und Eisenbahnanlagen sowie die Verbrechensbekämpfung und -aufklärung oder die Wetterbeobachtung werden voraussichtlich lukrative Anwendungen sein.

Das Interesse, die Lizenz zu erwerben, ist groß: Laut einem Bloomberg-Bericht lagen bereits am ersten Tag über 3300 Anträge von Personen vor, die die Prüfung ablegen wollten. Darüber hinaus haben viele Unternehmen damit begonnen, Kurse anzubieten, die Interessenten auf den Test vorbereiten sollen. Es entstehen regelrechte Flugschulen, die nicht nur den Umgang mit Drohnen lehren, sondern auch deren Bau und ihre Programmierung.

Ein Beispiel dafür ist das Unternehmen SkySkopes aus Grand Forks im US-Bundesstaat North Dakota. Der Spezialist für Luftbildaufnahmen hat Ende 2016 eine Trainingseinrichtung für unbemannte Fluggeräte eröffnet. Interessenten haben die Möglichkeit, sich dort über einen Online-Kurs auf den Theorietest der FAA vorzubereiten sowie Flugstunden zu absolvieren.

Matt Dunlevy, CEO von SkySkopes, hält sowohl die theoretische als auch die praktische Ausbildung für unerlässlich: „Manche Leute realisieren noch nicht, dass der Betrieb solcher Fluggeräte extrem fordernd sein kann, da es ganz unterschiedliche Umgebungen gibt und für jede dieser Umgebungen auch unterschiedliche Regeln gelten. Das Klassenzimmer ist also genauso wichtig wie das Hands-On-Fliegen.“

(ID:44464320)