Unbemannte Flugobjekte

Drohnen als Nutzbringer und Lebensretter

| Redakteur: Margit Kuther

Alpen aus der Vogelperspektive: Eine md4-1000 der microdrones GmbH überfliegt das Gebirge
Alpen aus der Vogelperspektive: Eine md4-1000 der microdrones GmbH überfliegt das Gebirge (Bild: Microdrones)

Viele sehen in Drohnen Killermaschinen oder Spionageobjekte. Doch die unbemannten Flugobjekte sind auch Hilfsroboter und Lebensretter.

Wer von Drohnen hört, hat vielfach ein unbemanntes Flugobjekt vor Augen, das für militärische Zwecke eingesetzt wird; zum Ausspionieren oder gar zum gezielten Töten von Terrorverdächtigen.

Während die unmanned aerial vehicle (UAV), die unbemannten Luftfahrzeuge, für militärische Einsätze meist Flugzeugen ähneln, sind die zivilen UAVs vielfach Hubschraubern mit vier Rotoren nachempfunden. Die Industrie, Regierungen und Organisationen erkennen vermehrt den Nutzen von zivilen Drohnen. Denn deren Einsatzgebiete sind immens, nämlich überall dort, wo das menschliche Auge nicht oder nur schwer hinsehen kann:

Drohnen als verlängertes Auge des Menschen

Sie eignen sich für Wartungsarbeiten, beispielsweise von Gleisen und Windparks. Bei Stromleitungen entdecken sie Defekte oder Vogelnester wesentlich besser als Menschen in Helikoptern, da sie näher an die Leitungen heranfliegen können. UAVs helfen bei der Bekämpfung von Waldbränden, bei der Suche nach Vermissten und bei der Beobachtung von Verkehrsstaus und Eisbergen. Auch als Strahlungsmonitor lassen sie sich einsetzen.

Die Deutsche Bahn beispielsweise nutzt Kamera-UAVs um Graffiti-Sprüher aufzuspüren, deren Aktionen die Bahn jährlich mehrere Millionen Euro kosten. In der Landwirtschaft überwachen Drohnen beispielsweise Tierherden und besprühen Felder aus der Luft mit Unkrautvernichtungsmitteln. Dabei sind sie die UAVs den bemannten Flugzeugen überlegen, da sie wesentlich niedriger fliegen und so Pestizide gezielter und in geringerer Dosierung ausbringen zu können.

Drohnen werden die Luftfahrt revolutionieren

Experten sind sich sicher, dass UAVs die Luftfahrt revolutionieren werden. Immer mehr mittelständische Unternehmen, aber auch die Rüstungsindustrie, die sich neue, zivile Einnahmequellen erschließen wollen, setzen auf verschiedendste UAV-Lösungen: Das deutsche Unternehmen Rent-a-Drone vermietet UAVs ab 190 Euro für die gewerbliche und private Nutzung. Mit Wärmebildkameras bestückte Drohnen suchen beispielsweise nach Hotspots auf Solardächern.

Und Microdrones, ebenfalls ein deutsches Unternehmen, nutzt seine Drohnen beispielsweise zur Baustellendokumentation aber auch für Video-Luftaufnahmen von den Alpen oder der Masai Mara in der Serengeti in Afrika.

Und das US-Unternehmen Matternet will mittels Quadrocoptern das Transportwesen revolutionieren und Medizin und Nahrungsmittel in abgeschnittene Landstriche transportieren. Denn insbesondere in Afrika leiden Menschen unter einer schlechten Infrastruktur.

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Das Transportnetzwerk von Matternet

Das Transportnetzwerk von Matternet besteht aus drei Kernkomponenten: selbstentwickelte Quadrocopter, die zwei Kilogramm Gepäck über eine Distanz von zehn Kilometern transportieren können, ein Netz aus solargetriebenen Landestationen zum automatischen Batteriewechsel und ein Betriebssystem, das die interne und externe Kommunikation sowie die Steuerung der Drohnen übernimmt. Muss eine Drohne längere Distanzen überwinden, plant das System automatisch die passenden Zwischenstopps. Bei jedem dieser Boxenstopps wird die entladene Batterie ausgetauscht. Rein theoretisch kann ein Quadrocopter auf diese Weise schier endlose Distanzen überwinden – ein ebenso großes Netzwerk an Landestationen vorausgesetzt.

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