Robotischer Falke Drohne schießt kleinere Quadcopter mit Netz ab

Autor Sebastian Gerstl

Länder wie die USA oder Japan haben bereits eine Registrierungspflicht für Drohnen samt Flugverbotszonen eingeführt. Doch wie fängt man eine Flugdrohne zuverlässig und sicher ein? Robotiker der Michigan Technological University haben nun einen entsprechenden Drohnenjäger entwickelt.

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Gefangen: Der von Robotikexperten der Michigan Technological University entwickelte "Robotische Falke" hat die Aufgabe, andere Drohnen per Netz einzufangen und abzutransportieren.
Gefangen: Der von Robotikexperten der Michigan Technological University entwickelte "Robotische Falke" hat die Aufgabe, andere Drohnen per Netz einzufangen und abzutransportieren.
(Bild: Michigan Technological University / YouTube)

Für das Abfangen von unregistrieten oder in Flugverbotszonen eingedrungenen Drohnen wurden bereits unterschiedliche Vorschläge gemacht. Ein Konzept von Boeing sieht etwa vor, Drohnen mit einer Art Laser einfach abzuschießen. Die Polizei von Tokio plant hingegen, mit einer Art von Schleppnetzen auf Drohnenfang zu gehen.

Beide Vorgehensweisen haben ihre Nachteile. Bei der erstgenannten Variante könnten etwa Passanten oder Fahrzeuge von der abstürzenden Drohne getroffen werden – ein Szenario wie kürzlich beim Welcup-Slalom im italienischen Madonna di Campiglio, wo der Österreicher Marcel Hirscher beinahe von einer Kameradrohne getroffen wurde, ließe sich somit kaum verhindern. Die mit Schleppnetzen ausgestatteten Drohnen der Tokioer Polizei gelten in den Augen mancher Betrachter hingegen als vergleichsweise langsam und in ihren Flugmanövern als zu eingeschränkt, um sogenannte „rogue drones“ effizient fangen zu können.

Video: Robotic Falconry: Dronen-Fänger

Einen anderen Ansatz verflogt der sogenannte „Robotische Falke“ des Human-Interactive Robotics Lab (HIRoLab) der Michigan Techn in Houghton. Die mit einer hochauflösenden Kamera und acht Rotoren ausgestattete Flugdrohne verfügt über ein Fangnetz, das auf andere Flugobjekte abgeschossen werden kann. „Ich habe mir gedacht: Falls eine Drohne eine potentielle Bedrohung darstellt, will man sie womöglich nicht einfach abschießen – sie könnte etwa Sprengstoff bei sich führen und explodieren,“ wird Projektleiter Mo Rastgaar auf der Webseite der Michigan Tech zitiert. „Was man will, ist, sie einzufangen und abzutransportieren.“

Wird eine auffällige Drohne vom „Robotischen Falken“ geortet, kann dieser ein auf eine Distanz von bis zu 40 Fuß (ca. 12, 2 Meter) abfeuern, den Eindringling darin fangen und somit flugunfähig machen. Das Fangnetz bleibt mit dem Fluggerät verankert, so dass das gefangene Ziel abtransportiert werden kann. Auf diese soll es möglich sein, selbst kleine und besonders wendige Quadcopter relativ problemlos unschädlich zu machen.

„Was dieses System so einzigartig macht, ist, dass das Netz am Fänger befestigt bleibt, so dass die abwegige Drohne geborgen oder an einem bestimmten, sicheren Ort abgeliefert werden kann,“ sagt Mo Rastgaar. „Es ist wie eine robotische Falkenjagd.“

Wann und ob der „Robotische Falke“ verfügbar sein wird ist noch nicht bekannt. Rastgaar hat das Drohnenfangsystem bereits zum Patent angemeldet.

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