Global Hawk Drohne lernt automatisches Auftanken in der Luft

Redakteur: Peter Koller

Das US-Militär will die Reichweite seiner unbemannten Fluggeräte vervielfachen. Dazu bekommen die Drohnen jetzt das automatische Auftanken in der Luft beigebracht.

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Anflug zum simulierten Auftanken: dabei näherten sich die beiden Global Hawk bis auf neun Meter an
Anflug zum simulierten Auftanken: dabei näherten sich die beiden Global Hawk bis auf neun Meter an
(Foto: DARPA)

Zum Abschluss des zweijährigen Projektes Autonomous High-Altitude Refueling (AHR) veröffentlichten Northrop Grumman, Hersteller der Global Hawk Drohne, und die US-Verteidigungsagentur DARPA ein Video. Darin ist zu sehen, wie sich zwei Global Hawk, eine davon in einer Tanker-Konfiguration, in einem simulierten Auftanken in der Luft autonom bis auf rund 9 Meter annähern. Laut Pressemitteilung wurden im Rahmen des Projektes mehrere Meilensteine erzielt, darunter das autonome Aus- und Einfahren des Tankrüssels, die präzise automatische Annäherung der beiden Fluggeräte in 45.000 Fuß Höhe sowie die autonome Beendigung der Prozedur, das "breakaway".

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Ein tatsächlicher Tankvorgang wurde bei den Tests, die von Januar bis Mai 2012 über der Edward Air Force Base in Kalifornien stattgefunden haben, zwar nicht durchgeführt. Allerdings sind die Beteiligten überzeugt, dass sich mit Hilfe der Technologie die Einsatzdauer der Global Hawk von derzeit etwa 32 Stunden bis auf eine Woche verlängern lässt.

Über die verwendete Technologie schweigen sich sowohl Northrop Grumman als auch die DARPA aus. Ein von DARPA und Northrop Grumman auf Youtube veröffentlichtes Video der Flugversuche (siehe unten) legt allerdings die Vermutung nahe, dass hochentwickelte Bilderkennungssoftware verwendet wird, um den Tankrüssel zu erkennen und die Global Hawk entsprechend automatisch zu steuern.

Die Global Hawk ist mit einer Spannweite von rund 40 Metern und einem maximalen Startgewicht von fast 15 Tonnen das größte in Serie gefertigte unbemannte Flugzeug der Welt. Sie wird in der Regel in einer Kombination aus autonomen Verfahren und Fernsteuerung durch einen Piloten am Boden gesteuert. Neben der militärischen Verwendung wird sie auch für zivile Zwecke eingesetzt. So nutzt etwa die NASA eine Global Hawk für die Wetter- und Klimaforschung.

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