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Medica Drei Technologien, die den Arztbesuch angenehmer machen

Redakteur: Peter Koller

Arztbesuche sind notwendig, aber selten angenehm: Hightech-Elektronik kann dazu beitragen, das in naher Zukunft zu ändern.

Smart Glasses helfen künftig bei der Venensuche
Smart Glasses helfen künftig bei der Venensuche
(Evena Medical)

Jeder Vater und jede Mutter können es bestätigen: Die Arzttermine für den Ultraschall des Nachwuchses im Mutterleib sind ein ganz besonderes Highlight der Schwangerschaft. Das Ende fällt meistens ein bisschen ab: Denn dann bekommt man in der Regel einen kleinformatigen, schlecht aufgelösten Schwarzweiß-Ausdruck des Ultraschallbildes in die Hand gedrückt – was dem Ereignis einfach nicht gerecht wird. Dem will Samsung Medison ein Ende setzten. Auf der Medizintechnik-Messe Medica in Düsseldorf diese Woche zeigten die Koreaner ihr Ultraschallgerät UGEO WS80A.

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Neben der Tatsache, dass es die Bilder für Arzt und Patient auf einem großen 21,5 Zoll LED-Screen darstellt und auch dreidimensional auf 3-D-Fernsehern ausgeben kann, verfügt es über eine Funktion namens "Hello Mom". Das ist eine App für Android-Mobilgeräte. Darüber können sich die werdenden Eltern Bilder und Filme des Fötus drahtlos vom Ultraschallgerät herunterladen und dann etwa über Social Media weiterverbreiten.

Das Konzept der North Carolina State University für die Insulinversorgung via Nanopartikel und Ultraschall
Das Konzept der North Carolina State University für die Insulinversorgung via Nanopartikel und Ultraschall
(North Carolina State University)
Eine der unangenehmsten Sachen bei Krankheit sind Injektionen – für Diabetiker leider Alltag. Ein Projekt der North Carolina State University könnte für diese Patienten die Anzahl der notwendigen Spritzen dramatisch reduzieren. Bei ihrer Methode wird Insulin in Form von Nanopartikeln in die Haut injiziert. Diese Nanopartikel sind teils mit einer negativ, teils mit einer positiv geladenen Hülle ummantelt. Dadurch verteilen sich die Teilchen nicht wahllos im Körper, sondern bilden ein lokal begrenztes Netzwerk. Wird dieses Netzwerk von außen mit ultraschall aus einem kompakten Handgerät beschossen, wird die aktuell benötigte Menge Insulin freigesetzt. In Tests mit Mäusen konnte so mit einer einzigen Injektion die Insulinversorgung für zehn Tage sichergestellt werden.

Bleiben wir kurz bei Spritzen: Selbst erfahrene Ärzte haben manchmal Schwierigkeiten, die Vene zu finden, von weniger routiniertem Personal ganz zu schweigen. Diesem Problem hat sich Evana Medical angenommen und eine Augmented-Reality-Brille entwickelt, dem dem Arzt oder der Arzthelferin in Echtzeit das vaskuläre Netz unter der Haut deutlich anzeigt. Die Brille auf Basis des Moverio-Systems von Epson enthält multispektrale Lichtquellen und hochauflösende Kameras. Die auf dieser Basis erzeugten Bilder werden dann als Overlay in die Brillengläser eingespiegelt (siehe Bildergalerie). Für Dokumentationszwecke können die Daten in der Brille gespeichert oder drahtlos an andere Systeme übertragen werden.

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