Neue Oszilloskop-Funktionen DLM5000: Zwei Geräte synchronisieren und PSI5-Bus untersuchen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Für sein Oszilloskop DLM5000 bietet Yokogawa zwei neue Software-Optionen an. Zum einen lassen sich zwei Geräte synchronisieren und 16 analoge Eingänge bereitstellen. Die zweite Geräteoption untersucht den PSI5-Bus für Automobil-Anwendungen.

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Software-Optionen: Für das Oszilloskop DLM5000 bietet Yokogawa zwei neue Optiionen.
Software-Optionen: Für das Oszilloskop DLM5000 bietet Yokogawa zwei neue Optiionen.
(Bild: Yokogawa)

Im letzten Jahr hatte Yokogawa sein neues Oszilloskop DLM5000 mit acht analogen Eingängen vorgestellt. Jetzt hat der japanische Messtechnik-Spezialist zwei neue Funktionen vorgestellt. Die Option /SYN erlaubt es dem Anwender, zwei Oszilloskope über nur ein Verbindungskabel zu synchronisieren. Das Kabel ermöglicht es, sowohl den Takt als auch den Trigger zu synchronisieren und erweitert die acht analogen Eingänge auf 16 plus 64 digitale Kanäle.

Alternativ lässt sich eine Misch-Konfiguration von 4- und 8-Kanal-Modelen des DLM5000 aufbauen. Die Messdaten werden im Hauptgeräte (Master) automatisch zu einer Datei zusammengeführt und gespeichert. Anschließend können Anwender ihre Messdaten analysieren, ohne zeitaufwendig die Daten abzugleichen. Nützlich ist die Funktion zur Synchronisierung zweier Oszilloskope beispielsweise, wenn Scheinwerfer mit LEDs entwickelt werden. Aber auch bei DC/DC-Wandlern für On-Board-Charger, bei Lüftern und allen Anwendungen, bei denen mehr als acht Kanäle mit einer hohen Abtastrate erforderlich sind.

Trigger- und Analysefunktion für den PSI5-Bus

Speziell für die Automobil-Branche bietet Yokogawa die zweite Geräteoption, um Airbag-Sensorsysteme zu untersuchen. Hierbei handelt es sich um eine Trigger- und Analysefunktion für den PSI5-Bus. Das sogenannte Peripheral-Sensor-Interface (PSI5) ist eine weitverbreitete offene Standard-Schnittstelle in der Automobilindustrie für die Kommunikation im Fahrzeug. Eingesetzt wird die Schnittstelle für die Airbag-Steuerung.

Die umfassende PSI5-Option enthält mehrere Trigger- und Protokoll-Analyse-Funktionen. Diese können auf Synchronisationsimpulsen, Start-of-Frame oder spezifische Bitmuster triggern sowie die Sensordaten decodieren und anhand verschiedener Kriterien durchsuchen. Das System-Debugging lässt sich dadurch vereinfachen und beschleunigen.

Diese spezielle Bus-Analyse ist für Oszilloskop-Anwender interessant, die Fahrzeug-Airbags oder anderen PSI5-Anwendungen entwickeln und implementieren. Die bereits bestehenden Automotive Bus-Pakete für FlexRay, CAN, CAN FD, LIN, SENT und CXPI runden das Angebot der DLM5000-Serie ab.

Die neuen Funktionen gibt es als Software-Option oder können mit Neugeräten gekauft werden. Sind die DLM5000 bereits im Einsatz, lassen sich die Optionen in Kombination mit der neuen Firmware als Testversion kostenfrei für 30 Tage aktivieren und testen.

Was der PSI5-Bus kann

Der Bus PSI5 (Peripheral Sensor Interface 5) ist ein Sensorbussystem für eine Datenübertragungsrate von unter 200 kBit/s. Entwickelt wurde der Bus von den Firmen Autoliv, Bosch und Continental und beruht auf dem bereits bestehenden PAS4-Protokoll.

Einsatz findet der Bus dort, wo eine geringe Datenübertragungsrate genutzt wird. Störende EMC-Einflüsse ist für die Datenübertragung kein Problem. Somit hat der Bus gegenüber analogen Verbindungen einen klaren Vorteil. Auch in bei der bidirektionalen Kommunikation lässt sich PSI5 einsetzen. Das sind vor allem Airbag-Anwendungen mit Drucksensoren. Daneben findet sich der Datenbus auch in der Winkelsensorik wie im Gaspedal.

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