Warum es sich lohnt, Mitglied im FBDi zu sein

| Redakteur: Margit Kuther

Andreas Falke: Ist seit 1. Mai 2018 Geschäftsführer des FBDi-Verbands
Andreas Falke: Ist seit 1. Mai 2018 Geschäftsführer des FBDi-Verbands (Bild: Capital Headshots Berlin)

Andreas Falke ist seit Mai Geschäftsführer des Fachverbands Bauelemente Distribution (FBDi). Ein Gespräch über Herausforderungen der Distribution, Ziele für den Verband und Unterstützung für Entwickler.

Herr Falke, was hat Sie an der Geschäftsführung des FBDi gereizt?

Nach 21 Jahren in der Branche, 15 davon in der Bauelementedistribution, wollte ich mich verändern und meine Kenntnisse als Vertriebscoach und Interimsmanager weitergeben. Die Position beim FBDi sehe ich als ideale Plattform, um die Distribution mit meinem Wissen über Prozesse, Chancen und Risiken in Zeiten des Wandels zu unterstützen.

Was sind Ihre Hauptaufgaben beim FBDi?

Der Wandel in allen Bereichen verlangt von der Distribution extreme Anpassungsfähigkeit und Effizienz, damit sie als Bindeglied zwischen Hersteller und Kunde erfolgreich agieren kann. Mein Fokus ist darauf gerichtet, über die Arbeitskreise und Positionspapiere einen Beitrag zur Effizienzsteigerung zu leisten. Basis wird ein Networking sein, das sich auf Mitglieder, Hersteller, Kunden, Behörden und andere Verbände ausdehnt. Meine Ziele sind größeres Bewusstsein für die Value-Proposition zu schaffen, die Stärken der Distribution weiterzuentwickeln und diesen Mehrwert darzustellen. Gesteigert werden soll zudem der nationale und internationale Bekanntheitsgrad des FBDi.

Wie stehen Sie den Veränderungen in der Distributionsbranche gegenüber?

Die Bauelemente-Distribution war schon immer deutlich umfangreicher als die reine Handelsfunktion. Neben der Informationspflicht bezüglich EOL/LTB übernimmt die Distribution seit über 20 Jahren eine unterstützende Rolle im Design-In-Prozess und bei Demand Creation. Als Folge muss sie sich mit dem Wert ihrer Angebote und Leistungen und immer stärker mit der Effizienz ihrer Prozesse auseinandersetzen. Der Margendruck macht auf Dauer eine genaue Kalkulation für die individuelle Mehrleistung unausweichlich, da diese nicht mit dickem Daumen über alle Kunden und Lieferanten verteilt werden kann.

Was macht den FBDi so interessant? Warum sollte ein Unternehmen sich für eine Mitgliedschaft interessieren?

Viele Themen der Branche beschäftigen alle Distributoren gleichermaßen, egal ob Kleinunternehmen oder etablierte Marktführer. Die nationalen und europäischen Regularien erfordern eine entsprechende Beobachtung der Gesetzgeber. Entscheidend sind nicht nur Beobachtung und Analyse mit Erarbeitung von Handlungsalternativen, auch der verstärkende Aspekt, den der Verband in der Wahrnehmung der Interessen hat, hilft sehr. Zudem erfolgt ein Austausch auf europäischer Ebene über die Mitgliedschaft in internationalen Schwesterverbänden. Weil viele Themen des FBDi überregionale Bedeutung haben, ist es sinnvoll, über die Grenzen zu schauen und eine gemeinsame Stimme der Distribution zu fördern, um größere Durchsetzungskraft zu erzielen.

Wie sehr ein Mitglied von den Vorteilen profitiert, hängt auch von seinem Engagement in den Arbeitskreisen (AK) ab. In diesen erarbeiten wir u.a. Stellungnahmen zu wichtigen Industriethemen und FBDi-Leitfäden für EU-Regularien. Im Vergleich zu einer Beauftragung von Anwälten und anderen Spezialisten kommt dieses Engagement sehr viel günstiger, bei größerem Output. Die Expertise, die aus den AKs hervorgeht, ist gerade angesichts der vielen Umweltdirektiven, Plagiaten und sonstigen Herausforderungen äußerst wertvoll.

Bringt das auch für die Entwicklung Vorteile?

Ja, auf jeden Fall, denn in der EU dürfen Produkte nur dann auf dem Markt bereitgestellt werden, wenn sie bei ihrer bestimmungsgemäßen oder voraussehbaren Verwendung sicher sind, also mit EU-Richtlinien und Normen konform gehen. Je nach Anwendungsbereich kommen unterschiedliche Regularien (z.B. WEEE, ElektroG, RED) zum Tragen, die bereits bei der Entwicklung eines Geräts berücksichtigt werden müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die EU-Richtlinien und Normen immer wieder verändern, deshalb sollten Entwickler und Distributoren auf dem aktuellen Stand sein.

So ist es ratsam, dass ein Distributor nicht-konforme Bauteile aus seinem Sortiment nimmt, um bei der Produktüberprüfung der Marktaufsichtsbehörden hohe Strafen zu vermeiden. Die Hauptschwierigkeit besteht in den entsprechenden Bewertungen, Betroffenheitsanalysen und den Nachweisen. Dabei ist es oft schon eine Herausforderung, ein elektronisches Produkt richtig zu klassifizieren und festzustellen, was genau einzuhalten und was als Nachweis erforderlich ist. Genau hier setzt der FBDi mit seinen Leitfäden und dem FBDi-Umwelt-& Konformitäts-Kompass an, der Mannjahre an Fachwissen bei der Handhabung mit EU-Direktiven bündelt.

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