Displays im Härtetest: Leitfaden soll Fachleute unterstützen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Auf dem zweiten Focus-Meeting des DFF tauschten sich die Mitglieder unter anderem über einen Leitfaden aus, mit dem Fachleute unterstützt werden sollen, die an Haltbarkeitstests für Displays arbeiten. Eine Lastgröße sticht besonders hervor.

Firmen zum Thema

Das Labor des Institute for Surface and Product Analysis (ISPA). Die Firma Innowep ist an diesem Labor beteiligt.
Das Labor des Institute for Surface and Product Analysis (ISPA). Die Firma Innowep ist an diesem Labor beteiligt.
(Bild: ISPA)

Das zweite Fokus-Meeting des Deutschen Flachdisplay Forums (DFF) fand im virtuellen Rahmen mit mehr als 80 Mitgliedern und Gästen weltweit am 25. November statt. Gastgeber war Prof. Dr. Wolfgang Weinhold als Geschäftsführer der Innowep aus Würzburg. Sein Anliegen ist der Test von Displays: „Displays werden von Menschen im täglichen Gebrauch stark beansprucht. Ein ordnungsgemäßer Test mit realitätsnaher Simulation des realen Anwendungsfalls sind entscheidend, um die Haltbarkeit der Displays zu garantieren.“

Sind es doch vor allem Desinfektionsmittel, das Fett an der Haut, Schweiß oder Kosmetika, die sich auf die Oberfläche auswirken können. Deshalb müssen solche chemischen Belastungen sehr genau nachgebildet werden. „Wir kommen hier nicht herum, eine Prüfnorm einzuführen“, brachte es Prof. Weinhold auf den Punkt.

Prüfnorm OEM Spec. 5.1 für Displays

Der Keynote-Sprecher war Michael Stützel von SemsoTec. Er beschrieb die Entwicklungsgeschichte der DFF OEM Spezifikation 5.1 und Prof. Dr. Weinhold wies weiter auf die Notwendigkeit der OEM-Teststandards hin, welche als OEM Spezifikation 5.2 bis zum Ende des Jahres veröffentlicht wird.

Mit einer ausführlichen Erläuterung der Testerfahrungen von Prof. Dr. Weinhold, reichend von Telekommunikation über den Automobilsektor bis hin zur Smart-Home-Anwendung, setzte er den Rahmen der neuen DFF OEM Spezifikationen 5.2 fort: „Die neue Spezifikation ist eine Teamarbeit der DFF-Mitglieder weltweit mit der Kombination von Wissen, Fähigkeiten und Einsatz.“

Leitfaden funktioniert nur mit Wissensaustausch

Solch ein Leitfaden lässt sich nur mit dem Austausch aller Beteiligten realisieren. Dieser Leitfaden soll Fachleute weltweit unterstützen, die an Haltbarkeitstests für Displays arbeiten und solche Tests durchführen. Beim Teilen der gesammelten Erfahrung der Experten wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Humanphysiologie als Lastgröße bei der Entwicklung und Forschung zu berücksichtigen.

Weiterhin müssen Testmethoden einfließen, mit welchen sich die menschliche Beanspruchung einer Oberfläche durch die Fingerspitzen und Handbewegungen – wie Tippen, Wischen und Zoomen – sowie die entsprechenden Verschleiß- und Abriebmuster abbilden lassen. Dazu Prof. Weinhold: „Die Kombination der Humanphysiologie mit der klassischen mechanischen Prüfung ist bisher der Stand der Technik in der Haltbarkeitsprüfung von Displays.“

Darüber hinaus wurden die neuen Auflagen der OEM Spezifikation 5.2 für Fahrzeugdisplays innerhalb der DFF-Arbeitsgruppen „Durability Plus“ und „OLED Spec“, zusammen mit einigen aktuellen Testergebnissen vorgestellt. „Eine Norm ist wie eine Sprache, die alle OEMs und Zulieferer verwenden, um einheitlich miteinander zu kommunizieren.“ Insgesamt gesehen besteht das Hauptziel dieser OEM-Spezifikationen darin, den DFF-Mitgliedern weltweit ein allgemeines Testprotokoll für die Bewertung der Haltbarkeit ihrer Displays zu liefern.

Die Working-Groups des DFF (externer Link)

(ID:47024791)