Digitalisierung im Mittelstand: Reicht es, altes Denken zu übernehmen?

| Autor / Redakteur: Andreas Börner* / Michael Eckstein

Verzahnt: In einem Unternehmen greifen viele Prozesse ineinander. Muss man deswegen alle gleichzeitig digitalisieren?
Verzahnt: In einem Unternehmen greifen viele Prozesse ineinander. Muss man deswegen alle gleichzeitig digitalisieren? (Bild: clipdealer)

Die einseitige Fokussierung auf Daten und Geschäftsmodelle verhindert, dass die Unternehmen erkennen, wo der größte Fortschritt der Digitalisierung liegt: bei den Prozessen und Workflows. Eine Umorientierung erscheint notwendig, um den stockenden Industrie 4.0-Zug wieder in Fahrt zu bringen.

Was ist in Ihrem Unternehmen wichtiger: dass die Mitarbeiter über die richtigen Daten verfügen oder dass mit den verfügbaren Daten das Richtige gemacht wird? Eine dumme Frage – beides muss stimmen. Warum liegt dann der Fokus der Industrie 4.0-/Digitalisierungs-Diskussion auf den Daten?

Werden die schon heute verfügbaren Daten optimal genutzt? Warum verstauben in vielen Unternehmen unzählige Prozessdiagramme in Schubladen und werden nur für Zertifizierungen herausgeholt? Die Fragen, welches die richtigen Prozesse bzw. Workflows sind und welche Chancen die Digitalisierung auf diesem Gebiet bietet, werden bislang weitestgehend vernachlässigt.

Gibt es Erfolg ohne Transparenz und Nachvollziehbarkeit?

Über den Erfolg eines Unternehmens entscheidet, wie die Mitarbeiter entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit den vorhandenen und entstehenden Daten umgehen. Ganz besonders gilt dies natürlich im Bereich der Produktentwicklung, weil Input und Output aus Daten bestehen. Wie viel Aufwand müssen die Mitarbeiter und insbesondere die Führungskräfte in Nachfragen per Mail oder Telefon nach dem Status der einzelnen Projekte stecken?

Unsere Erfahrung zeigt, dass bei Prozessen, an denen Menschen beteiligt sind (i.e. Workflows), wenig Transparenz und Nachvollziehbarkeit existiert. Weiterhin gibt es keine Möglichkeit der Leistungsmessung und des Vergleichs. Ob sich vorgenommene Prozessänderungen positiv auswirken, kann kaum belegt werden.

Workflow-Digitalisierung: einfach, schnell und wirksam

Der Versuch in mächtigen datenorientierten Systemen (CAD, PLM, ERP,…) Abläufe zu automatisieren ist außerordentlich komplex, langsam und teuer. Darüber hinaus wird damit auch das Silodenken gefördert, weil diese Systeme nicht über die ganze Wertschöpfungskette genutzt werden.

Dabei ist Workflow-Digitalisierung jetzt so einfach, wie Prozessdiagramme mit entsprechenden Tools zu erstellen. Die Feynsinn-Experten arbeiten dafür mit TIM-Solutions zusammen, einem der führenden Anbieter von Software für Workflow-Digitalisierung. Digitalisierte Workflows unterstützen die Mitarbeiter dabei, das Richtige zur richtigen Zeit zu tun.

Sie unterstützen die Arbeit mit den verschiedenen Datensystemen. Sie schaffen Transparenz und Nachvollziehbarkeit, weil auf Knopfdruck der Projektstatus in dem gewünschten Detailierungsgrad dargestellt werden kann. Außerdem stehen Daten zur Verfügung, um die Performance der gelebten Prozesse zu beurteilen, womit eine zielgerichtete Prozessoptimierung zum ersten Mal einfach möglich wird.

Integrationsebene für Datendurchgängigkeit

Mit nur einem IT-Werkzeug können jetzt alle Prozesse entlang der Wertschöpfungskette unterstützt werden – unabhängig davon, mit welchem Datentyp gearbeitet wird. Damit kann das Workflow-System das Integrationswerkzeug über alle Bereiche sein und die Datendurchgängigkeit ermöglichen.

Erst wenn die Prozesse optimiert sind und auch gelebt werden, kann die Aufmerksamkeit der Organisation darauf gelenkt werden, wo mehr und bessere Daten gewonnen werden und welche neuen Geschäftsmodelle daraus entstehen können. Wir haben den Eindruck gewonnen, dass in der Digitalisierungsdiskussion immer die umgekehrte Reihenfolge propagiert wird.

Um abschließend zu unserer Eingangsfrage zurückzukommen: „Hilft es, altes Denken zu digitalisieren?“. Die Frage kann aus unserer Sicht nicht pauschal mit Ja oder Nein beantwortet werden. Zweifelsohne ist es unerlässlich, zunächst die Prozesse zu prüfen und diese gegebenenfalls zu optimieren.

Es kann aber durchaus der Fall existieren, dass Prozesse bereits optimiert wurden, diese jedoch nur in den Schubladen schlummern und nicht umgesetzt werden. Aus unserer Sicht muss auf dem Weg in die Digitalisierung die Prüfung der vorhandenen Prozesse oberste Priorität besitzen.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal industry-of-things.de

* Andreas Börner ist Management Consultant für strategische Geschäftsentwicklung

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