Wohlbefinden & Motivation Digitalisierung im Beruf – Fluch oder Segen?

Redakteur: David Franz

Mitarbeiter äußern sich überwiegend positiv zur Digitalisierung, klagen aber über Stress und hohe Arbeitsbelastung. Dies zeigt das Edenred-Ipsos-Barometer 2015.

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Auswirkungen der Digitalisierung
Auswirkungen der Digitalisierung
(Bild: Edenred Deutschland)

Neue Technologien, innovative Kommunikationsplattformen, ständige Erreichbarkeit - die Digitalisierung hält Einzug in den Berufsalltag. Gleichzeitig nimmt der Stress zu, die Grenze zwischen Beruf und Freizeit verschwimmt. Wie bewerten das die Mitarbeiter? Dieser und vielen weiteren spannenden Fragen geht das aktuelle Edenred-Ipsos-Barometer zu Wohlbefinden und Motivation der Arbeitnehmer nach. 13.600 Mitarbeiter aus 14 Ländern wurden in diesem Jahr für die repräsentative Studie befragt, davon 800 in Deutschland.

Das Ergebnis lässt aufhorchen: Die Auswirkungen der digitalen Entwicklung werden von den Arbeitnehmern größtenteils positiv aufgefasst. So gibt etwa knapp die Hälfte (47 Prozent) der Befragten an, dass durch die Digitalisierung die Eigenständigkeit bei der Arbeit verbessert wird. 45 Prozent sagen, dass die Zusammenarbeit zwischen den Teams eines Unternehmens davon profitiert, dicht gefolgt von der Lebensqualität bei der Arbeit (43 Prozent). Darüber hinaus lässt sich aus den Studienergebnissen aber auch ablesen, dass viele Arbeitnehmer noch keinen Einfluss feststellen - weder positiv noch negativ. Nur 16 Prozent der Umfrageteilnehmer bestätigen, dass sich die fortschreitende Digitalisierung negativ auf ihren Berufsalltag auswirkt.

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Blurring-Effekt verstärkt sich

Die Studie zeigt jedoch auch, dass die Arbeitnehmer im Vergleich zu letztem Jahr noch stärker das Gefühl haben, außerhalb der Arbeitszeiten durch die Arbeit beansprucht zu werden. Waren es 2014 bereits 71 Prozent, so sind es in diesem Jahr fast drei Viertel der Befragten (74 Prozent), die bisweilen bis häufig in ihrer Freizeit arbeiten. Insbesondere 90 Prozent der Führungskräfte bestätigen, dass dies für sie Alltag geworden ist. Dass ein solch hoher Workload zu Stress führt, liegt auf der Hand. Demzufolge ist analog zur Arbeitsbelastung außerhalb der Arbeitszeit 2015 auch der Stressfaktor gestiegen: von 6,3 auf 6,6 - auf einer Skala von 1 bis 10.

„Mitarbeiter sehen die Digitalisierung überwiegend positiv, klagen aber gleichzeitig über mehr Stress. Sie profitieren einerseits von den Errungenschaften des digitalen Wandels wie etwa mehr Gestaltungsfreiheit oder eine größere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Andererseits haben sie aber nach ihrem Empfinden mit einer höheren Arbeitsbelastung zu kämpfen. Interessant ist: Mitarbeiter führen dies nicht zwangsweise auf die digitale Entwicklung in den Unternehmen zurück“, kommentiert Christian Aubry, Geschäftsführer von Edenred Deutschland, die Ergebnisse.

Unternehmen nutzen Chancen der Digitalisierung

Auf die Frage, welche Maßnahme Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern in den letzten Jahren hinsichtlich der Digitalisierung ergriffen haben, antwortet mehr als jeder dritte Befragte (34 Prozent), dass ein elektronisches Management der Personalverwaltung eingeführt worden sei. An zweiter Stelle steht die Virtualisierung der Arbeitsplätze (28 Prozent), etwa durch virtuelle Desktops oder eine Ausstattung für Telefonkonferenzen. Den dritten Platz teilen sich zwei Maßnahmen: die Einrichtung eines sozialen Firmennetzwerks sowie das Angebot von E-Learning (jeweils 25 Prozent). Insgesamt denkt mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent), dass ihr Unternehmen gut aufgestellt sei, was den digitalen Fortschritt betrifft - dieses Ergebnis kann mit dem europäischen Durchschnittswert von 54 Prozent gut mithalten.

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