Digitaler Stress als Folge der Digitalisierung

| Redakteur: Katharina Juschkat

Der Digitalisierungsgrad des Arbeitsplatzes ist nicht alleine ausschlaggebend für das digitale Stressausmaß.
Der Digitalisierungsgrad des Arbeitsplatzes ist nicht alleine ausschlaggebend für das digitale Stressausmaß. (Bild: Clipdealer)

Digitaler Stress ist ein unterschätztes Problem der Digitalisierung, stellen Augsburger Wissenschaftler in einer Studie fest. Sie fordern, Betroffene besser zu unterstützen und dem Stress präventiv entgegenzuwirken.

Die Digitalisierung betrifft viele Menschen. Neben diversen Vorteilen kann sie sich aber auch negativ auf die Betroffenen auswirken – in Form von Stress . Besonders gestresst ist die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen, wie die aktuelle, repräsentative Studie „Digitaler Stress in Deutschland“ der Universität Augsburg aufzeigt.

Digitaler Stress führt zu Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Müdigkeit

Digitaler Stress ist ein Problem, das über alle Regionen, Branchen, Tätigkeitsarten und individuellen demographischen Faktoren hinweg feststellbar ist. Die Studie zeigt, dass übermäßiger digitaler Stress mit einer deutlichen Zunahme gesundheitlicher Beschwerden einhergeht. So leidet mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer, die sich einem hohen digitalen Stress ausgesetzt sehen, unter Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und allgemeiner Müdigkeit. Nachweislich verringert übermäßiger digitaler Stress die berufliche Leistung, um zugleich mit einem starken Work-Life-Konflikt einherzugehen.

Interessanterweise ist der Digitalisierungsgrad des Arbeitsplatzes nicht alleine ausschlaggebend für das Ausmaß an digitalem Stress, eine zentrale Rolle spielt vielmehr das Ungleichgewicht zwischen den Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Technologien einerseits und den Anforderungen, die diese an die Arbeitnehmer stellen, andererseits. „Umso überraschender ist unser Ergebnis, dass digitaler Stress bei den 25- bis 34-jährigen Arbeitnehmern ausgeprägter ist als bei anderen Altersgruppen“, stellt Wirtschaftsingenieur Henner Gimpel fest, der an der Studie mitbeteiligt war.

Bemerkenswert ist auch, dass sich Frauen, die an digitalisierteren Arbeitsplätzen arbeiten, als kompetenter fühlen als Männer, zugleich aber mehr unter digitalem Stress leiden. Geschlechterübergreifend wird die Verunsicherung im Umgang mit digitalen Technologien als der größte Stressor wahrgenommen, aber insbesondere auch die Unzuverlässigkeit der Technologien und die Überflutung mit digitalen Technologien in allen Bereichen des Lebens spielen neben weiteren Faktoren eine signifikante Rolle.

Präventive Maßnahmen gegen den digitalen Stress

Dagegen helfen können präventive Maßnahmen, raten die Forscher, wie die Vermittlung der nötigen Kompetenzen im Umgang mit digitalen Technologien. Aber auch die Bewältigung des digitalen Stresses muss als Problem erkannt und angegangen werden. Gimpel fordert: „Es geht aber auch darum, digitale Technologien maßvoll und individuell optimiert einzusetzen, Support bereitzustellen und beim Design der eingesetzten Technologien Wert auf deren Verlässlichkeit zu legen.“

Der Beitrag erschien zuerst auf unserem Schwesterportal elektrotechnik.de

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