Digitale Zeitenwende muss sich im Ingenieursstudium widerspiegeln

| Redakteur: Alexander Stark

Die Studie „Ingenieurinnen und Ingenieure für Industrie 4.0“ der Impuls-Stiftung des VDMA hat erstmals ein Soll-Profil für Ingenieure 4.0 aus der Perspektive der Unternehmen vorgelegt.
Die Studie „Ingenieurinnen und Ingenieure für Industrie 4.0“ der Impuls-Stiftung des VDMA hat erstmals ein Soll-Profil für Ingenieure 4.0 aus der Perspektive der Unternehmen vorgelegt. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

In der Ingenieurausbildung muss sich die digitale Transformation widerspiegeln, fordert der VDMA. Die meisten Hochschulen stehen dem Verband zufolge bei Curricula und Lehrmethoden noch ganz am Anfang.

Frankfurt am Main – In zwei Studien hat der VDMA die Zukunftsfestigkeit der Ingenieursausbildung untersucht. Gemeinsamen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen und Hochschulen wurden die Ergebnisse nun diskutiert.

Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA, betonte dabei, dass die Digitalisierung alles andere als ein Selbstläufer sei – weder in den Unternehmen noch in den Hochschulen. Aber diese großen Aufgaben gelte es mit Macht anzugehen. Er forderte, dass in den Hochschulen die Curricula zügig und kontinuierlich an den technologischen Fortschritt angepasst werden müssen.

Die Studie „Ingenieurinnen und Ingenieure für Industrie 4.0“ der Impuls-Stiftung des VDMA hat erstmals ein Soll-Profil für Ingenieure 4.0 aus der Perspektive der Unternehmen vorgelegt. „Soll und Ist klaffen leider noch zu weit auseinander. Die Schere zwischen den Anforderungen aus der Industrie und der Realität der hochschulischen Ingenieurausbildung muss rasch geschlossen werden“, warnte Hartmut Rauen.

Die VDMA-Studie empfiehlt unter anderem die Einführung eines gemeinsamen zweisemestrigen ingenieurwissenschaftlichen Grundlagenstudiums zu Beginn des jeweiligen Fachstudiums. Studierende erhalten so gleichermaßen Einblicke in die ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. Unternehmen können die Sicht der Praxis und neue Anforderungen im Zuge der Digitalisierung einbringen.

Digitalkompetenz der Lehrenden stärken

Der VDMA betonte gleichermaßen, dass die Lehre an den Hochschulen gestärkt werden muss. Dies ist die Voraussetzung für das Gelingen des geforderten Anpassungsprozesses. Die Politik in Bund und Ländern sei hier gefordert. Gute Lehre braucht eine solide und verlässliche Finanzierung der Hochschulen.

Ralph Appel, Direktor des VDI, betonte, dass die Lehre mehr Personal brauche, das die digitale Transformation mitträgt und dafür auch die Anerkennung erhält. Die Digitalkompetenz der Lehrenden müsse eindeutig gestärkt werden. Nach seiner Auffassung sollten hierfür Anreizsysteme geschaffen und Mittel bereitgestellt werden, die die notwendigen strukturellen Innovationen in der Lehre ausreichend befördern.

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Dieser Beitrag ist zuerst auf unserem Partnerportal Process erschienen.

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Meiner Meinung nach wäre zudem eine Rückkehr zum traditionellen Diplom-Ingenieur genau so...  lesen
posted am 12.07.2019 um 09:41 von AlexW


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