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Digitale Rückverfolgbarkeit in der Fertigung ist Trumpf

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Es ist einfach der natürliche Lauf der Dinge, dass es bei einigen Produkten zu Problemen kommt, sei es aufgrund eines Fehlers oder einer Schwäche oder aber, weil dieses Produkt entgegen seines Verwendungszwecks eingesetzt wird. Dabei kann es zu kritischen Situationen kommen, in denen rasch geklärt werden muss, wer hierfür die Verantwortung trägt. Hierbei wird der Fertigungshersteller ganz genau unter die Lupe genommen, denn hier hat das Produkt eigentlich die meiste Zeit verbracht.

Die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und Vorgehensweisen sind dafür da, den Fertigungshersteller diesbezüglich zu schützen, denn dadurch kann nachgewiesen werden, dass bei der Fertigung des fehlerhaften Produkts zu keinem Fehler gekommen ist. Es kann dann beispielsweise nachgewiesen werden, dass ausschließlich die richtigen Materialien verwendet wurden und alle Prozesse bestätigt waren.

Die Traceability-Daten, die das digital erstellte Produkt aufweist, erfüllen diese Anforderungen unmittelbar, da jeder einzelne Handlungsschritt aufgezeichnet worden ist. Die Verantwortung muss dann bei jemand anderem liegen. Das schützt den Fertigungshersteller zum einen vor teuren Prozessen und bewahrt das Firmenimage.

Mit Traceability im Kampf gegen gefälschte Materialien

Die Zahl der gefälschten Materialien ist so stark angestiegen, dass sie in der Produktion heute fast schon üblich sind. Zu dieser Entwicklung konnte es kommen, weil es eigentlich keine rechtlichen Konsequenzen hat, wenn die Verantwortlichen nicht entdeckt und so nicht juristisch zur Rechenschaft gezogen werden können. Es müssen wirksame Abschreckungsmaßnahmen entwickelt werden, die beweisen, dass die gefälschten Materialien bereits auf einem bestimmten Materialträger enthalten waren, ehe die Verantwortung auf den Lieferanten übergeht.

Negative Auswirkungen haben die gefälschten Materialien natürlich auch auf die Fertigungskosten. Da viele der Lieferanten um ihren guten Ruf besorgt sind, den sie sich über Jahre hinweg aufgebaut haben, führen sie, da die Wahrscheinlichkeit gefälschter Materialien immer größer wird, kostspielige Eingangskontrollen durch. Die Fälscher wiederum bleiben auch nicht untätig und wissen genau, wie sie die Materialien verpacken müssen, um einfache Stichprobenverfahren zu überlisten. Die schnelle Wiederherstellung von Prozessen zur eingehenden Qualitätskontrolle (IQC) als Bestandteil einer modernen digitalen MES-Lösung ist bereits ein wesentliches Werkzeug, um die Auswirkungen und Risiken vorhandener gefälschter Materialien in der Lieferkette zu minimieren. Gäbe es diese nicht, würden gefälschte Materialien oftmals erst entdeckt werden, wenn ein Produkt in der Fertigung fehlschlägt oder der Fehler sogar erst dann auftritt, wenn sich das Produkt bereits auf dem Markt befindet.

Indem man nun aber die vollständige Traceability über sämtliche Protokolle eines digital erstellten Produkts besitzt, kann der Ursprung der Materialien zurückverfolgt werden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Zusätzlich können sämtliche Produkte, die ebenfalls Materialien von dem betroffenen Träger verwendet haben, genau identifiziert werden und es können Maßnahmen eingeleitet werden, um Ausfälle zu verhindern. Das gilt unabhängig davon, ob sich die Produkte noch in der Fabrik befinden oder ob sie bereits versendet wurden. Haftungsansprüche, die sich aus dem Rückruf ergeben könnten, werden minimiert, da bestimmte Seriennummern und mögliche Eigentümer direkt kontaktiert werden können.

Dadurch werden die negativen Auswirkungen deutlich reduziert, die dies ansonsten für das Unternehmen hätte, das Eigentümerin des Logos ist, als auch für den Fertigungshersteller. Im Umkehrschluss müssen dafür die Lieferanten für zuverlässige Traceability als Teil der digitalen Kontrolle der Supply-Chain sorgen, damit nun nicht sie selbst für gefälschte Materialien haften. Sobald es dazu kommt, dass die Verantwortung soweit zurückverfolgt werden kann, dass ein Schuldiger klar benannt werden kann, ist die automatisierte Überwachung der Lieferkette abgeschlossen, denn dann wird die Erstellung gefälschter Materialien zu riskant und die abschreckende Wirkung greift.

Integraler Bestandteil eines modernen MES

Zusammenfassend kann man also festhalten, dass die Vorteile digitaler Traceability, wobei an dieser Stelle ja nur ein paar wenige genannt wurden, die Vorbehalte bei weitem übersteigen, die man hinsichtlich der Kosten für die Rückverfolgung von Daten haben könnte. Die digitale Rückverfolgbarkeit als integraler Bestandteil eines modernen digitalen MES, das mit IoT entwickelt wurde, ist die ultimative Lösung, um die Kosten und Risiken zu senken, die im täglichen Fertigungsbetrieb auftreten und sind ein absolutes Muss für alle Unternehmen, die in Zukunft erfolgreich arbeiten möchten.

* Michael Ford ist Director Emerging Industry Strategy bei Aegis Software in Cardiff, Großbritannien

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