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Dieselskandal: Ohne Softwareupdate gibt es keine HU-Plakette

| Autor: Jakob Schreiner

Nach den Abgasmanipulationen werden bei der Hauptuntersuchung die verordneten KBA-Rückrufe für einige Modelle der VW-Konzernmarken kontrolliert. Für die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation KÜS ist klar: Fehlt das Softwareupdate, gibt es auch keine Plakette.

Mit dem HU-Adapter kann die Prüfung der Motorsoftware vorgenommen werden.
Mit dem HU-Adapter kann die Prüfung der Motorsoftware vorgenommen werden.
(Bild: KÜS)

Autos des VW-Konzerns müssen bis zu ihrer nächsten Hauptuntersuchung die Software-Updates im Zusammenhang mit dem Dieselskandal durchgeführt haben. Fehlt das Update, wird das Auto als „erheblich mängelbehaftet“ eingestuft.

Wie die Prüforganisation KÜS am Montag mitgeteilt hat, wird bei der Hauptuntersuchung überprüft, ob das Fahrzeug an der entsprechenden Rückrufaktion durch den Hersteller teilgenommen hat oder nicht.

Aktuell werden unter anderem mit dem HU-Adapter die Umrüstungen der Fahrzeuge VW Amarok, Audi A4, A5, A6 und Q6 sowie Seat Exeo überprüft. Die FSD, Fahrzeugsystemdaten GmbH liefert hierzu die Daten.Technisch ist der Vorgang eine Diagnoseabfrage zum Auslesen der im Fahrzeug installierten Softwarevariante. Diese Maßnahme ist nach ISO 15031 standardisiert.

Bei der Überprüfung können verschiedene Auffälligkeiten deutlich werden. So kann das Motormanagement nicht vorschriftsmäßig sein, das Fahrzeug hat also nicht an der Rückrufaktion teilgenommen und besitzt noch die alte Softwarevariante.

Möglich ist auch, dass das Fahrzeug nach der Teilnahme am Rückruf wieder die alte Softwarevariante besitzt, es besteht der Verdacht auf Manipulation. Es kann auch sein, dass eine Abfrage der Softwaredaten nicht möglich ist. Dann besteht ebenfalls der Verdacht auf Manipulation.

Die Diagnose eines auffälligen Motormanagements kann auch einen anderen Grund haben. Eine Leistungssteigerung durch sogenanntes Chiptuning kann hierfür ursächlich sein. In diesem Fall überprüfen die Prüfingenieure in der Zulassungsbescheinigung Teil 1, ob diese Änderung eingetragen ist.

Wenn die Umrüstung im Serviceheft eingetragen ist, soll dieses sicherheitshalber zur Hauptuntersuchung mitgebracht werden. Alle aufgeführten Mängel können als „erheblich“ eingestuft werden, damit wird die Plakette der Hauptuntersuchung verweigert.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal KFZ-Betrieb.de.

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