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Diese Unternehmen befinden sich in chinesischer Hand

| Redakteur: Margit Kuther

Chinas Shoppingtour wird in Deutschland und der EU zunehmend kritisch gesehen. Denn etliche Unternehmen befinden sich bereits in chinesischer Hand. Welche genau, verrät die Rankingliste von DDW.

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Auf Shoppingtour: China interessiert sich für Unternehmen weltweit.
Auf Shoppingtour: China interessiert sich für Unternehmen weltweit.
(Bild: Clipdealer/cla78/123RF)

Nach der absoluten Anzahl der Unternehmen liegen chinesische Eigentümer mit 274 deutschen Unternehmen nur auf dem zehnten Rang, so die Analyse von DDW (Die Deutsche Wirtschaft), basierend auf der DDW-Datenbank, die 8150 Unternehmen mit mehrheitlich ausländischen Eignern enthält. Mit Abstand führend sind US-Amerikaner mit 1853 Unternehmen; gefolgt von Franzosen (889), Schweizern (825) und Niederländern (626).

Auch im Bezug auf die Bedeutung der Unternehmen, gemessen am kumulierten Umsatz, liegen chinesische Besitzer noch auf Rang 11: Ihre Unternehmen machen zusammen 40 Mrd. Euro Umsatz. Zum Vergleich: Deutsche Unternehmen im US-Besitz kommen auf zusammen 254 Mrd. Euro.

Doch finden sich in der Liste der 274 deutschen Unternehmen in chinesischem Besitz einige klangvolle Namen wie der Augsburger Robotikspezialist Kuka. Desweiteren gehören dazu der Automobilzulieferer Grammer aus Arnberg, der Maschinenbauer Krauss Maffei Group, der Gabelstaplerhersteller Still und der Bekleidungshersteller Tom Tailor. Viele der Unternehmen blicken auf eine lange Historie zurück: Das durchschnittliche Unternehmensalter beträgt 70 Jahre.

Chinesische Investoren erwerben Knowhow und Marktzugänge

In der öffentlichen Diskussion häufig befürchtet ist der „Ausverkauf“ zentraler technologischer Kompetenzen. In der Tat lässt sich feststellen, dass mit den chinesischen Investitionen durchaus bedeutendes Knowhow und Marktzugänge erworben wird. So sind 17 der Unternehmen auch in der Liste der deutschen Weltmarktführer von DDW vertreten. Die Liste umfasst insgesamt 1413 Unternehmen; mithin befinden sich über 1% der deutschen Weltmarktführer in chinesischem Besitz. Zu diesen zählen beispielsweise die Putzmeister-Holding, Kiekert oder Biotest.

Chinesen favorisieren den Industriesektor

Ganz deutlich lässt sich der industrielle Schwerpunkt der chinesischen Investitionen in Deutschland erkennen. 77% der Unternehmen sind hier zu verorten. 20% sind Dienstleistungsunternehmen und nur drei Prozent Handelsunternehmen. Die zehn häufigsten Branchen der deutschen Unternehmen in chinesischem Besitz sind:

  • 1.Maschinenbau (68 Unternehmen)
  • 2.Konsumgüter (43)
  • 3.Automobilindustrie (38)
  • 4.Elektrotechnik (33)
  • 5.Gastro-Touristik (14)
  • 6.Kommunales (12)
  • 7.Berater-IT (10)
  • 8.Transport (9)
  • 9.Chemieindustrie (7)
  • 10.Stahlindustrie (7

Frankfurt am Main ist „Hauptstadt“ chinesischer Unternehmenskäufe

Die meisten der deutschen Unternehmen in chinesischem Besitz finden sich in Nordrhein-Westfalen (53), gefolgt von Baden-Württemberg (50), Bayern (49) und Hessen (43). Frankfurt am Main ist die „Hauptstadt“ chinesischer Unternehmenskäufe (14 Unternehmen), knapp gefolgt von Hamburg mit 13 Unternehmen. Düsseldorf und München haben je sieben, Köln und Stuttgart je sechs Unternehmen in chinesischer Hand.

DDW stellt Interessenten seine detailliert ausgearbeiteten Rankings und Datenbanken gegen Gebühr zur Verfügung. Sie finden diese über folgenden Link.

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