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Diese Auswirkungen haben Siri, Alexa & Co. auf den Arbeitsmarkt

Autor / Redakteur: dpa / Sebastian Gerstl

„Siri, brauch ich einen Regenschirm?“ Es sind simple Fragen, die virtuelle Assistenten ebenso simpel beantworten. In Zukunft sollen sie noch mehr Tricks können – und sie sich sogar selbst beibringen. Ein Plus für den Alltag oder eine Bedrohung für den Arbeitsplatz?

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Künstlichen Intelligenzen machen viel Arbeit - aber werden sie manchen menschlichen Jobs auch gefährlich?
Künstlichen Intelligenzen machen viel Arbeit - aber werden sie manchen menschlichen Jobs auch gefährlich?
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Ein schmuckloses Gerät, eine schnelle Frage und eine mehr oder weniger hilfreiche Antwort: Was virtuelle Assistenten wie Siri, Alexa, Bixby und Cortana tun, wirkt auf den ersten Blick zwar nicht sehr spektakulär. Doch damit das einfach so klappt, war jede Menge Arbeit nötig. Und die Entwicklung geht weiter. Für manche Berufe könnte sich durch die Assistenten einiges ändern.

„Wir haben die Systeme mit Hunderten von Stunden von Sprachdaten trainiert, in verschiedenen Dialekten, von über tausend Sprechern aus ganz Deutschland“, erinnert sich Prof. Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). „Rund 80 000 Dialogbeiträge haben Wissenschaftler massenhaft per Hand transkribiert, Millionen hat das gekostet.“ Die Grundlagenarbeit des DFKI bei der Erkennung von sogenannter Spontansprache bildete die Basis für die ersten kommerziellen Dolmetschsysteme auf Smartphones.

Spracherkennung war nicht das Einzige, was Menschen der Künstlichen Intelligenz erst mühsam beibringen mussten. Denn noch unterhalten sich Nutzer nicht wirklich mit Siri oder Cortana. Stattdessen sind Fragen und Kommandos von Menschenhand fest mit bestimmten Funktionen verknüpft - dem Kalender oder der Wetter-App zum Beispiel. Deshalb sind die Möglichkeiten der Assistenten auch noch sehr eingeschränkt.

Doch in Zukunft könnten sie sich neues Wissen auch selbst beibringen. Experten sprechen dabei von Maschinellem Lernen. „Das ist im Grunde, wie wenn Sie Italienisch lernen“, sagt Wahlster. „Erst brauchen Sie einen menschlichen Lehrer für die Grundbegriffe. Später können Sie dann auch einfach nach Italien fahren und durch zahlreiche Gespräche mit Italienern selbst lernen und Ihre Sprachkenntnisse rasch perfektionieren.“

Grundlage des Maschinellen Lernens sind riesige Datenmassen, die eine Künstliche Intelligenz selbstständig aufbereitet und analysiert. Die daraus abgeleiteten Funktionen könnten mittel- bis langfristig viel komplexer sein als heute. Statt „Wie wird das Wetter?“ könnte die Frage also „Welche Versicherung lohnt sich für mich?“ lauten.

Mit echtem Machine Learning würden so nicht nur die Trainer von Siri, Cortana und Co. überflüssig. Langfristig könnten die Assistenten auch andere Arbeitsmärkte aufmischen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass es solche Assistenten in Zukunft auch bei Bürotätigkeiten gibt, die zum Beispiel Routine-Mails sortieren und sogar beantworten“, sagt Lucia Falkenberg, Personalexpertin beim Verband der Internetwirtschaft Eco. Wären Alexa und Co. damit im Büro das, was der Roboter in der Fabrik ist - das Schreckgespenst, das dem Menschen erst die Arbeit und schließlich den ganzen Arbeitsplatz wegnimmt?

Die Antwort darauf lautet: ja und nein. „Reine Routinejobs sind durch den Siegeszug der Künstlichen Intelligenz tatsächlich gefährdet“, sagt Wahlster. „Was wegfällt, sind Stellen einfacher Sachbearbeiter, also wenn Menschen den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen und Daten in Computer eingeben oder digitale Daten nach einfachen Regeln weiterverarbeiten.“ Arbeitnehmer in stark regulierten Arbeitsabläufen mit sich oft wiederholender geistiger Arbeit müssen sich langfristig sogar mehr Gedanken um ihren Arbeitsplatz machen als Fabrikarbeiter, erwartet Wahlster. Denn deren körperliche Arbeit und praktische Erfahrung kann ein Roboter nicht komplett ersetzen.

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