OLED-Beleuchtung Die Zeit ist gekommen für Licht mit OLED

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Im Rahmen der Podiumsdiskussion auf dem 3. LED-/OLED-Anwenderkongress am 8. Oktober in Würzburg stellten sich Vertreter aus Wissenschaft und Industrie aktuellen Fragen.

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Podiumsdiskussion zum Thema OLED (v.l.n.r.): Dr. Christian May (Fraunhofer COMEDD), Steven Rossbach (Osram Opto Semiconductor), Dr. Gotthard Weißflog (OLED-Netzwerk OLAB), Jörg Amelung (TRIDONIC), Dietrich Bertram (Philips) und Matthias Flack (Neumüller) – die gesamte Wertschöpfungskette der OLED trifft zusammen. Und das ist wichtig.
Podiumsdiskussion zum Thema OLED (v.l.n.r.): Dr. Christian May (Fraunhofer COMEDD), Steven Rossbach (Osram Opto Semiconductor), Dr. Gotthard Weißflog (OLED-Netzwerk OLAB), Jörg Amelung (TRIDONIC), Dietrich Bertram (Philips) und Matthias Flack (Neumüller) – die gesamte Wertschöpfungskette der OLED trifft zusammen. Und das ist wichtig.
(Foto: ELEKTRONIKPRAXIS)

Die Forschung und Entwicklung von Leuchten auf Basis der organischen LED ist gerade in Europa weit vorangeschritten. Das haben Vertreter aus Wissenschaft, wie das Fraunhofer COMEDD in Dresden, aber auch aus der Industrie, wie Osram und Philips, während der Podiumsdiskussion bekräftigt.

Dietrich Bertram, Senior Strategist bei Philips Technologie aus Aachen führt an, dass „die OLED funktioniert!“. Während seines Vortrages zeigte er verschiedene Beispiele und stellte klar, dass OLED nicht mehr Zukunftsvision ist, sondern hat die Praxis erreicht und wird Zug um Zug alltagstauglicher. Nach seinen Worten ist „die Zeit gekommen für Licht mit OLED und der beste Zeitpunkt für den Einstieg ist heute!“.

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Doch müssen sich die Hersteller jetzt auch die Frage gefallen lassen, ob es bereits konkrete Anwendungsszenarien für die OLED im Alltag gibt. Die vorgestellten Projekte sind für den Massenmarkt einfach noch zu teuer. Hier hat Jörg Amelung von TRIDONIC aus Dresden klargestellt, dass die Preise unbedingt fallen müssen.

Auch die Aussage von Christian May vom Fraunhofer COMEDD unterstreicht die Flexibilität der OLED: „OLED auf flexiblen Substraten kann die Anwendungsgebiete der Beleuchtungstechnologien erweitern und bringt Licht in Flächen, die mit konventionellen und Punktlichtquellen nur schwer zu illuminieren sind.“

Die Angst vor der asiatischen Konkurrenz

Für Steven Rossbach von Osram Opto Semiconductor ist vor allem die Effizienz der OLED wichtig, aber nicht das alleinige Entscheidungsmerkmal. „Beispielsweise sind eine hohe Zuverlässigkeit und die Systemkompetenz für die Integration der OLEDs mindestens genauso wichtig.“

Beide Firmen beschäftigen sich mit OLED und sind stark daran interessiert, die organische Leuchtdiode auf den Markt zu bringen. Hier stellt sich die Frage, warum in Anbetracht eines starken asiatischen Marktes Wissenschaft, Hersteller von OLED-Leuchten aber auch Zulieferer, wie Treiberlösungen für OLED nicht stärker miteinander kooperieren? Lange haben wir nicht mehr Zeit.

Erst vor kurzem hat Samsung den Dresdner OLED-Hersteller Novaled gekauft. Müssen wir also vor den Asiaten Angst haben? Eine berechtigte Frage. Und alle Teilnehmer waren sich einig, dass nur gemeinsam Europa bei der OLED-Forschung und -Entwicklung führend bleiben kann.

Abschließend war noch die Frage, wie sich LED und OLED sinnvoll ergänzen lassen. Dr. Gotthard Weißflog vom OLED-Netzwerk OLAB brachte ich eine interessante Zahl ins Spiel. Eine Kombination aus direktem Punktlicht mit LED und flächiger Beleuchtung mit OLED benötigt in einer Beispielrechnung nur 19 Watt an Leistung. Und man sollte an dieser Stelle auch nicht vergessen, dass das Licht einer OLED, da es breitbandiger ist als eine LED, auch von der photobiologischen Sicherheit nicht zu vernachlässigen ist. Denn das Licht der OLED ist eindeutig gesünder.

Bleibt an dieser Stelle zu hoffen, dass Forschung und Entwicklung von OLED-Lösungen auch in den nächsten Jahren vor allem in Deutschland eine Chance bekommen. Die ELEKTRONIKPRAXIS wird mit ihrem Praxisforum das Thema nicht aus den Augen und dem Bewusstsein der Entwickler verlieren!

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