Die Welt der Schalttechnik aus einer Hand

| Redakteur: Kristin Rinortner

Interessante Zukunftsmärkte sind für Michael Schulze (APEM) Baumaschinen, Maschinen für Material Handling und Landwirtschaft sowie Safety.
Interessante Zukunftsmärkte sind für Michael Schulze (APEM) Baumaschinen, Maschinen für Material Handling und Landwirtschaft sowie Safety. (Bild: © Kristin Rinortner)

Der Trend bei Mensch-Maschine-Schnittstellen geht zu individuell optimierten kundenspezifischen Lösungen. Nicht nur in der Industrie werden zuverlässige, robuste Eingabesysteme immer wichtiger.

Seit der Gründung im Jahr 1952 hat sich APEM (Appareils pour électromécanique) zu einem der weltweit führenden Hersteller für Mensch-Maschine-Schnittstellen entwickelt. Die Gruppe ist in elf Ländern vertreten und verfügt über ein Vertriebsnetzwerk von 130 Distributoren und Vermittlern auf fünf Kontinenten.

APEM entwickelt und produziert robuste und zuverlässige Komponenten für die Schalttechnik für Mess- und Labortechnik, Medizintechnik, Kommunikationstechnik, Industrieautomation, Luftfahrt und Transport. Zu den Produkten gehören Schalter für Front- und Leiterplatten, LED-Indikatoren, Joysticks und elektrische Schalttafeln. Das Unternehmen bietet im weltweiten Vergleich das größte Produktportfolio.

Michael Schulze ist Geschäftsführer der APEM GmbH und seit der Fusion mit IDEC im Jahr 2017 auch Geschäftsführer der ehemaligen IDEC Elektrotechnik GmbH (jetzt APEM) in Hamburg sowie der APEM AB in Kista (Schweden). Damit ist er Gesamtleiter von APEM/IDEC in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien. Wir warfen mit ihm einen Blick in die Zukunft der Mensch-Maschine-Schnittstellen.

Herr Schulze, wie sehen Sie Ihr Unternehmen mittel- bis langfristig in der Schalttechnik positioniert?

Als global agierendes Unternehmen mit einem der größten Produktportfolios in unserem Marktsegment blicken wir sehr optimistisch in die Zukunft. Immerhin ist durch die Fusion von APEM und IDEC im vergangenen Jahr einer der weltweit größten Hersteller von Komponenten, Panels und Systemen im Bereich der Human Machine Interfaces entstanden. Starke Synergieeffekte ergeben sich für beide Unternehmen unter anderem auch durch den gemeinsamen Zugang zu den Märkten in Europa, Nordamerika und Asien. Das bedeutet konkret: globales Wachstum für IDEC und Erschließung neuer Märkte für APEM.

Welche Branchen werden mittel- bis langfristig eine stärkere Rolle in Ihrem Unternehmen spielen?

Relevante Märkte sind für APEM/IDEC vor allem jene Branchen, die hohe Sicherungsanforderungen stellen und in denen Komponenten, Fahrzeuge und Maschinen hergestellt werden, die in rauen Umgebungen zum Einsatz kommen. Dazu zählen Baumaschinen, Maschinen für die Landwirtschaft und Material Handling sowie der komplette Bereich Safety.

Welche neuen Geschäftschancen und -felder wollen Sie künftig adressieren?

Um unser bisheriges Geschäftsmodell bzw. Leistungsspektrum sinnvoll zu erweitern, werden wir uns mittelfristig intensiver mit dem Thema Security bzw. Safety beschäftigen und auch hier weiterhin wegweisende Lösungen entwickeln und anbieten.

Wie verändern sich derzeit die Wünsche und Anforderungen Ihrer Kunden?

Natürlich steht die Bewältigung neuer technischer Herausforderungen nach wie vor im Fokus. Darüber hinaus werden die Faktoren Kundenservice und Beratung bei uns in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen. Denn der Trend geht ganz klar zu kundenspezifischen Lösungen, die sowohl technisch als auch wirtschaftlich individuell optimiert sind.

Gute Nachwuchs- und Fachkräfte sind heiß umworben – wie begeistern Sie neue Fachkräfte für Ihr Unternehmen und wie halten Sie die guten Mitarbeiter?

Als finanziell solides, international führendes und stark wachsendes Unternehmen ist APEM/IDEC auch auf lange Sicht ein sehr attraktiver und zuverlässiger Partner – sowohl für unsere Kunden als auch für unsere Mitarbeiter. Wir bieten also nicht nur Sicherheit, sondern auch hervorragende Karriere-Perspektiven in einer innovationsstarken Branche.

Welche Folgen erwarten Sie nach dem Austritt von Großbritannien aus der Europäischen Union?

APEM/IDEC ist mit Standorten in Europa, Großbritannien, USA und Asien global aufgestellt. Daher erwarten wir durch den EU-Austritt von Großbritannien keine nennenswerten Auswirkungen auf unser Unternehmen.

Wie wird sich der Stellenwert von DACH und EU künftig entwickeln – steigen, gleich bleiben oder sinken?

Europa ist nach wie vor einer unserer am schnellsten wachsenden Märkte, insbesondere die DACH-Region entwickelt sich auf überdurchschnittlichem Niveau.

Safety und Security gelten als technologische Treiber in einer zunehmend vernetzten Welt. Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Sowohl APEM als auch IDEC sind als Hersteller von sicheren Produkten, die sich sowohl durch eine hohe Qualität als auch hohe Zuverlässigkeit auszeichnen, bekannt. Der Bereich Safety gehört daher quasi zur DNA beider Unternehmen. Mit seinen bewährten Sicherungskomponenten wie beispielsweise Nothalt- und Zustimmtaster gilt insbesondere IDEC als Pionier auf diesem Gebiet. Somit ist und bleibt das Thema Safety ganz automatisch ein zentrales Produktsegment von APEM/IDEC.

Wie verändert der Kauf durch IDEC die Unternehmensabläufe, die Firmenstruktur?

Die Fusion der APEM-Gruppe mit IDEC stärkt beide Unternehmensteile. Für die Kunden eröffnen sich neue Produktwelten und Möglichkeiten, da wir unser Leistungsspektrum stark ausbauen können. Organisatorisch bleibt APEM hinsichtlich Struktur und Funktion erhalten und verantwortet zudem die europaweite Markenführung für beide Unternehmen. Unterm Strich profitieren unsere Kunden somit von einem großen, breitgefächerten Produktangebot, einem noch besseren Service und einem wesentlich erweiterten Lösungsportfolio.

Herr Schulze, ich danke Ihnen für das Gespräch.

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