Steckverbinder Die verwirrende Welt der Gleichstrom-Steckverbinder durchleuchtet

Autor / Redakteur: Marco Enge * / Margit Kuther

Die Anzahl der Gleichstromsteckverbinder scheint die der weltweit rund 10 Millionen Insektenarten zu übertreffen. Dieser Beitrag verrät, wie Sie einen passenden Steckverbinder aufspüren können.

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Samtec verbaut Anschlussstifte in Hochgeschwindigkeits-Signalsteckverbindern, um auf der Leiterplatte Platz zu sparen und die Montagezeit zu verkürzen
Samtec verbaut Anschlussstifte in Hochgeschwindigkeits-Signalsteckverbindern, um auf der Leiterplatte Platz zu sparen und die Montagezeit zu verkürzen
(Bild: Avnet Abacus)

Wie die meisten elektronischen Produkte werden auch Gleichstromsteckverbinder immer kleiner. Die Hersteller finden innovative Möglichkeiten, um mehr Strom durch die einzelnen Kontakte zu leiten, ohne dabei übermäßig Spannungsabfall, -verlust oder Wärme zu erzeugen.

Sie entwickeln zudem kompaktere Gehäuse, um eine höhere Stromdichte innerhalb eines bestimmten Bereichs oder je linearem Zentimeter zu ermöglichen.

Dieser Artikel befasst sich mit einer Auswahl der neuesten Innovationen bei Gleichstromsteckverbindern, unter anderem von Amphenol, FCI, Molex, Samtec und TE Connectivity. Der Schwerpunkt liegt dabei auf kleinen Steckverbindern mit wenig Ampère.

Schätzungen zufolge gibt es weltweit etwa 10 Millionen Insektenarten. Auf den ersten Blick scheint diese Zahl von Gleichstromsteckverbindern noch übertroffen zu werden, da sich Standards in dieser Branche nie wirklich durchgesetzt haben. Dies ist nicht zuletzt der Verschiedenartigkeit der Anwendungen geschuldet.

Man bräuchte schon einen Wälzer wie „Krieg und Frieden“, um all die verschiedenen Typen in einer umfassenden Übersicht darzustellen. Aus diesem Grund beschränken wir uns an dieser Stelle auf eine Momentaufnahme weniger Arten – schließlich stehen selbst innerhalb der beschriebenen Produktpaletten zahlreiche Optionen zur Auswahl.

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Fangen wir mit den Anwendungskriterien an

Bevor Sie in die Websites der Hersteller abtauchen oder sich in gedruckte Kataloge vertiefen, ist es sinnvoll, sich ein paar Gedanken über Ihre Anwendung zu machen und Ihre Anforderungen genau einzugrenzen. Sie werden von der Auswahl an Steckverbindern ansonsten regelrecht erschlagen.

Die meisten Gleichstromverbindungen sind einfach 2-adrig, doch sind möglicherweise mehrere Stromschienen zu berücksichtigen. Darüber hinaus kann mit kombinierten Leistungs- und Signalsteckverbindern zuweilen viel Platz gespart werden. Die Anfangskriterien sind unter anderem folgende:

  • 1. Die Anzahl der von Ihnen benötigten Leiter sowie den jeweiligen Höchstnennstrom.
  • 2. Physische Platzbeschränkungen, einschließlich der Möglichkeit zu erkennen, wann Steckverbinder verbunden sind.
  • 3. Umgebungsbedingte Überlegungen: Benötigen Sie Schutz vor Feuchtigkeit oder Schadstoffen, und in welchem Betriebstemperaturbereich muss eine zuverlässige Leistung der Steckverbinder gewährleistet sein?
  • 4. Steckhäufigkeit: Wenn Steckverbinder häufig gesteckt und getrennt werden, sind beschichtete Klemmen in Betracht zu ziehen – eine Goldbeschichtung wird oft für Anwendungen gewählt, bei denen eine hohe Zuverlässigkeit entscheidend ist; allerdings ist Gold vergleichsweise teuer.
  • 5. Kosten: Sehr einfache Steckklemmen ohne Gehäuse sind für viele Anwendungen die kostengünstigste Option. Allerdings gestaltet sich deren Handhabung im Gegenzug sehr mühsam und ein physischer Schutz bzw. der Schutz vor Umwelteinflüssen ist nicht gegeben.
  • 6. Etwaige Sonderanforderungen der Anwendung, einschließlich einer Zertifizierung durch Branchenverbände.

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