Die Verlockung des schnellen 5G-Mobilfunknetzes

| Autor: Sarah Gandorfer

Die 5G Frequenzen werden Anfang 2019 versteigert.
Die 5G Frequenzen werden Anfang 2019 versteigert. (Bild: © jamesteohart - stock.adobe.com)

2019 soll das Versteigern der Frequenzen für das 5G-Mobilfunknetz beginnen. Die Provider hoffen auf günstige Lizenzen, denn der Netzausbau ist teuer. Viele industrielle Anwendungen stehen bereits in den Startlöchern.

Während sich Consumer primär über höhere Datenraten freuen dürften, soll die fünfte Mobilfunkgeneration (5G) professionelle Anwendungen wie autonomes Fahren, Telemedizin oder Industrie 4.0 ermöglichen. Ein Faktor für die Steigerung der Kapazität und der Datenraten bei 5G-Luftschnittstelle „New Radio“ (NR) im Vergleich zu 4G ist die Antennentechnik: Massive MIMO (Multiple Input, Multiple Output) ist eine Technologie, bei der die Anzahl der Sende- und Empfangsantennen erhöht wird. Durch die hohe Zahl an Antennenelementen – in einer 5G-Antenne sind das bis zu 256 – kann „Massive MIMO“ eine präzisere nutzerspezifische Verbindung erzeugen. Mit Hilfe der Multi-User-Beamforming-Technologie zur optimalen Ausrichtung der Strahlungskeulen in den Sendeantennen kann die Effizienz des Frequenzspektrums zusätzlich erhöht werden.

Rein technisch sollen 5G-Netze zum Start Datenraten von bis zu 10.000 Megabit pro Sekunde (MBit/s) ermöglichen. Die aktuelle LTE-Technik erlaubt derzeit unter Idealbedingungen bis zu 600 MBit/s. Ist die 5G-Technik ausgereift, sollen Übertragungsraten von bis zu 100 GBit/s möglich sein.

Rollout von 5G hat begonnen

Unter Realbedingungen haben Anfang Mai nun erstmals in Europa 5G-Antennen in Berlin ihren Dienst aufgenommen Die Deutsche Telekom hat damit den Grundstein für den Rollout hierzulande gelegt. So entsteht in Deutschlands Hauptstadt ein großes 5G-Testfeld, das dem Provider wichtige Ergebnisse liefern soll. Die 5G-Technik dazu stellt Huawei bereit.

Auch Telefónica arbeitet an einer erste 5G-Verbindung. Diese soll in den nächsten drei Jahren zwischen den spanischen Städten Segovia und Talavera de la Reina in Zusammenarbeit mit den Herstellern Nokia und Ericsson entstehen. Zudem tüfteln Telefónica und der Bayerische Rundfunk daran, den 5G-Standard ins Deutsche Fernsehen zu bringen. Von dem Senderstandort Wendelstein, in der Nähe von Rosenheim, sollen noch Ende diesen Jahres erste Testausstrahlungen möglich sein.

Des Weiteren macht Vodafone seine ersten 5G-Versuche in Berlin. Der Provider hat sein erstes Hochsicherheitszentrum für Anwendungen des schnellen Funkstandards 5G im März gestartet. Das Berliner „Supercore Center“ sei das erste von insgesamt vier geplanten Rechenzentren in Deutschland, teilte das Unternehmen mit. Künftig sollen Daten aus Mobilfunk, Kabel und Festnetz dort zusammenlaufen und an die Empfänger gehen.

Versteigerung der 5G-Frequenzen

Die Bundesnetzagentur kündigte an, Anfang 2019 die 5G-Frequenzen versteigern zu wollen. Da der Aufbau der schnellen Netze einiges kosten wird, drängen die Netzbetreiber darauf, nicht auch noch viel Geld für die nötigen Frequenzen ausgeben zu müssen. Die Netzagentur will Frequenzen in den Bereichen 2 und 3,6 Gigahertz vergeben. Den Erlös aus der Versteigerung will der deutsche Staat in den Ausbau der Netzinfrastruktur fließen lassen. 2010 hatte die Auktion der 4G-Frequenzen Einnahmen in Höhe von 5,1 Milliarden Euro beschert.

Neben bundesweiten Frequenznutzungsrechten, die versteigert werden, wird die Agentur außerdem Frequenzen zur lokalen und regionalen Nutzung bereitstellen. In den Bereichen 3.700 MHz – 3.800 MHz und 26 GHz sollen regionale Netzbetreiber, kleine und mittlere Unternehmen oder Start-Ups das Potenzial der kommenden Mobilfunkgeneration 5G für Anwendungen in der Wirtschaft und Industrie nutzen. Dax-Konzerne wie Daimler, Volkswagen, Siemens und BASF haben bereits Interesse bekundet. Die Große Koalition will bis 2025 flächendeckend ein schnelles Mobilfunknetz aufbauen. Grundlage dafür ist der neue 5G-Standard, der langfristig das bisherige LTE-Netz ablösen soll.

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