Studie: Europartners Consultants

Die Top Ten der deutschen Bauteile-Distribution 2015/16

| Autor / Redakteur: Ingo Guertler * / Margit Kuther

Der deutsche elektronische Bauelemente Markt

Der deutsche Markt für elektronische Bauelemente (Total Available Market; TAM) wuchs nach vorläufigen Schätzungen auf 18,4 Mrd. Euro. Das entspricht einer Zunahme im Vergleich zum Vorjahr um ca. 8%. Der distributable Anteil (DTAM) steigerte sich laut den letzten Analysen von Europartners Consultants, publiziert im Distribution Report 2016, um 4% auf 4,5 Mrd. Euro.

Das entspricht einem Anteil von 24% zum TAM. Das Verhältnis DTAM zum TAM lag in den letzten Jahren relativ konstant zwischen 24% und 25% ohne nennenswerte Steigerungen. Das Ergebnis zeigt, dass die deutsche Industrie und auch die Hersteller elektronischer Bauelemente auf einen konstanten Mix zwischen Distribution und direkter Belieferung Wert legen. Im Vergleich zur Schweiz liegt hier der distributable Anteil inzwischen bei 90%. Wachstumsmotor ist nach wie vor der Automobilsektor, mit einem Gesamtbedarf von 8 Mrd. Euro, gefolgt von der Industrieelektronik mit 4,4 Mrd. Euro.

Ein wichtiger Indikator für den Bauelementemarkt ist der Anteil des DTAM und TAM am gesamten Produktionswert. Der Anteil des TAM wuchs 2015 um 0,7% auf 12,54% während der DTAM relativ konstant bei 3,0% liegt.

Die Differenz erklärt sich dadurch, dass der Bauelementebedarf in der Automobilindustrie um 12,0% gestiegen ist, während der Industriesektor nur um 7,6% gewachsen ist. Die Automobil Industrie wird größtenteils direkt von den Herstellen beliefert und der Industriesektor traditionell größtenteils über die Distribution.

Die Landschaft der deutsche Bauelemente Distribution

Die Anzahl der Unternehmen in der deutschen Bauelemente-Distribution hat sich in den letzten Jahren drastisch verringert. Waren es noch vor zehn Jahren ca. 350 Unternehmen, so ist die Anzahl unter die 250 Marke geschrumpft. Die Gründe sind vielfältiger Natur.

Zum einen hat die Strategie vieler Kunden, die Anzahl der Lieferanten zu reduzieren, dazu beigetragen, das viele Kleinunternehmen mit Umsatzvolumen bis 5 Mio. €, ihre Kundenbasis verloren und deshalb aufgegeben haben. Niedrige Margen und hohe Kosten sind weitere Gründe. Aber auch strategische Übernahmen durch Avnet (etwa Farnell, MSC) und Arrow (etwa Setron ) in den letzten Jahren haben das Landschaftsbild in der Distribution gewaltig verändert.

Europartners Consultants rechnet damit, dass sich die Anzahl in den nächsten fünf Jahren noch weiter verringern wird. Konsolidierungen oder Fusionen haben Vor- und Nachteile für den Markt und auch für die betroffenen Unternehmen.

Ergänzendes zum Thema
 
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Da die Endkunden schon seit Jahren ihre Lieferanten reduzieren, kommen ihnen Konsolidierungen entgegen. Auf der anderen Seite begeben sie sich aber mehr und mehr in Abhängigkeit von wenigen Lieferanten. Für die übernehmenden Unternehmen liegen die Vorteile klar auf der Hand. Weniger Konkurrenz, strategische Stärkung von Marktnischen und Gewinnung von Marktanteilen.

Die Analysen von Europartners Consultants, publiziert in dem jährlich erscheinender Distribution Report, haben ergeben, dass bei Fusionen eins und eins nicht immer gleich zwei ergibt und dass es einige Jahre dauert, bis die gewünschten Ziele erreicht werden.

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Hallo Robby111 Ich darf mich vorstellen, ich bin der Author dieses Artikels. Ich weiß nicht...  lesen
posted am 05.11.2016 um 01:17 von Unregistriert

@roby111 Mit ihrem ersten Punkt haben Sie sicher recht. Es wäre schon interessant, warum...  lesen
posted am 04.11.2016 um 13:11 von ibw-oberhaching

Interessanterweise fehlt in all den Grafiken und Übersichten Digikey! Dafür ist ein gefühlt 40%...  lesen
posted am 04.11.2016 um 11:09 von roby111


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