Studie: Europartners Consultants

Die Top Ten der deutschen Bauteile-Distribution 2015/16

| Autor / Redakteur: Ingo Guertler * / Margit Kuther

Distributions-Ranking 2015/2016: Arrow, Avnet und Rutronik belegen seit Jahren die Plätze 1 bis 3. Das wird sich zukünftig auch nicht ändern, denn der Abstand zum viertplatzierten, TTI, ist erheblich.
Distributions-Ranking 2015/2016: Arrow, Avnet und Rutronik belegen seit Jahren die Plätze 1 bis 3. Das wird sich zukünftig auch nicht ändern, denn der Abstand zum viertplatzierten, TTI, ist erheblich. (Bild: Bild: Europartners Consultants)

Avnet, Arrow und Rutronik dominieren weiterhin den Bauteilemarkt in Deutschland. Neu unter den Top 10 ist Glyn. Mehr über Gewinner und Verlierer, Fusionen, Brexit, den Handel mit China, etc. verrät Europartners Consultants.

Die Top 10 der Distributoren in Deutschland repräsentieren insgesamt 72% des Distributionsmarktes für elektronische Bauelemente.

Deutschland ist hinsichtlich des Bruttoinlandsprodukts die größte Volkswirtschaft Europas und die viertgrößte Volkswirtschaft weltweit. Trotz einer lahmenden Weltwirtschaft, hat sich die deutsche Wirtschaft 2015 weiter gut behauptet und die führende Position in Europa ausgebaut.

Von allen europäischen Industriestaaten die nach der Finanzkrise 2009 einen starken Produktionsrückgang verzeichneten, hat sich nachhaltig nur die deutsche Industrie erholt. Ursächliche Gründe sind der steigende inländische Konsumverbrauch, eine höhere Investitionsbereitschaft des Marktes und eine stark wachsende Binnenwirtschaft.

Der Brexit und die Auswirkungen

Durch den niedrigen Wechselkurs Dollar/Euro hat auch der Außenhandel mit einem Zuwachs von 6,5% 2015, seinen Beitrag zu einem stabilen Wachstum erbracht. Insgesamt stieg der Export von 1,134 Mrd. € 2014 auf 1,196 Mrd. €. Größte Handelspartner waren die USA, gefolgt von Frankreich und dem Vereinigten Königreich.

Mit dem Votum des Vereinigten Königreichs, die Europäische Gemeinschaft zu verlassen, werden sich in den nächsten Jahren einige Veränderungen ergeben. Allerdings werden diese nicht so gravierend ausfallen, wie von vielen Seiten prognostiziert. Grund ist die starke gegenseitige Abhängigkeit.

Seit Mitte der siebziger Jahre wurde die englische Wirtschaft deindustrialisiert. Der industrielle Anteil am Bruttosozialprodukt beträgt nur noch 21,1% und der Anteil der herstellenden Industrie nur noch 9,4%, während der Anteil des Dienstleistungsbereiches auf 78,2% angestiegen ist. Die Automobilindustrie stellt den größten Sektor innerhalb der herstellenden Industrie dar. Über 80% der herstellten Fahrzeuge werden exportiert, primär in die Europäische Union.

Im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland betragen die Anteile des Industriesektors 25,5% und des Dienstleistungsbereiches 69% vom BIP. Da voraussichtlich die Zinsen und damit auch der Euro Wechselkurs in den nächsten zwei, drei Jahren im unteren Niveau bleiben werden, wird sich auch die deutsche Wirtschaft weiter positiv entwickeln.

Ergänzendes zum Thema
 
Details zu Europartners Consultants

Die deutsche Elektro- und Elektronikindustrie

Neben dem Maschinenbau ist die deutsche Elektro- und Elektronikindustrie der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland. Mit 850 Tsd. inländischen Arbeitnehmern in ca. 3500 Unternehmen, wurde laut ZVEI 2015 ein Umsatz von179 Mrd. Euro erwirtschaftet. Für 2016 wird ein Umsatz von 182 Mrd.Euro erwartet.

Die Produktion elektronischer und elektrischer Produkte stieg um 1,25% auf 145,4 Mrd. Euro. Mit einem Anteil von 54,3% sind die Länder der EU28-Zone die wichtigsten Handelspartner der deutschen Elektroindustrie, gefolgt von den USA 9,1% und China 8,6%. Im Vergleich zu 2014 sind die Exporte nach China um 0,5% gesunken während im gleichen Zeitraum die Exporte in die USA um 0.8% gestiegen sind.

Der gesamte Anteil der Exporte nach Südostasien betrugen 2015 17,6%, das entspricht einer Steigerung von 1,1% lt. ZVEI. Die chinesische Wirtschaft stottert auf relativ hohem Niveau mit Wachstumsraten von 6,4% bis 6,7% im Vergleich zu den Jahren davor mit 7% Plus.

Es zeigt sich aber wieder, dass die deutsche Elektro- und Elektronikindustrie heute in der Lage ist, durch Flexibilität und Innovation, Marktveränderungen zu kompensieren. Positives Wachstum, sofern nicht gravierende weltweite Markteinbrüche das Wachstum gefährden, werden auch für die nächsten zwei bis drei Jahren erwartet. Die Automobilindustrie und der Maschinenbau sind die tragenden Säulen der deutschen Elektro- und Elektronikindustrie.

Die Entwicklung von Industrie 4.0 in Deutschland, die im harten Wettkampf mit anderen Industrie Nationen steht, ist der Schlüssel, um nachhaltig auf den internationalen Märkten zu bestehen. Aber auch hier hat die deutsche Industrie die Nase vorn und den zukünftigen Anforderungen gewachsen.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
Hallo Robby111 Ich darf mich vorstellen, ich bin der Author dieses Artikels. Ich weiß nicht...  lesen
posted am 05.11.2016 um 01:17 von Unregistriert

@roby111 Mit ihrem ersten Punkt haben Sie sicher recht. Es wäre schon interessant, warum...  lesen
posted am 04.11.2016 um 13:11 von ibw-oberhaching

Interessanterweise fehlt in all den Grafiken und Übersichten Digikey! Dafür ist ein gefühlt 40%...  lesen
posted am 04.11.2016 um 11:09 von roby111


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44292918 / Branchen & Märkte)