BMW i8 Die technischen Details des Vollhybrid-Supersportwagens

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Kurz nach der Weltpremiere des i3 hat BMW auf seinem Testgelände im französischen Miramas den Prototypen des i8 vorgeführt und neue Details bekannt gegeben.

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Der BMW i8: Ein Vollhybrid mit den Genen eines Supersportwagens
Der BMW i8: Ein Vollhybrid mit den Genen eines Supersportwagens
(Bild: BMW)

Im Gegensatz zum BMW i3 ist der i8 kein reines Elektroauto, sondern ein Vollhybrid mit den Genen eines Supersportwagen. Sein Plug-in-Hybrid-System besteht aus einem kompakten Dreizylinder-Benzinmotor mit TwinPower-Turbo-Technologie, einem Elektroantrieb und einer auch an herkömmlichen Haushaltssteckdosen aufladbaren Lithium-Ionen-Batterie, zu deren Kapazität sich die Münchener allerdings noch ausschweigen.

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Der 170-kW-Verbrennungsmotor mit einem maximalen Drehmoment von 320 Nm treibt über ein Sechsgang-Automatikgetriebe die Hinterräder an. Die 96 kW starke E-Maschine leitet ihr Antriebsmoment von max. 250 Nm über ein integriertes zweistufiges Automatikgetriebe an die Vorderräder.

In 4,5 s von 0 auf 100 km/h

Die Kombination beider Kraftquellen soll eine Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h in unter 4,5 s ermöglichen, wobei die Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf 250 km/h limitiert ist und allein durch die Kraft des Verbrennungsmotors erreicht und gehalten werden kann.

Rein elektrisch unterwegs

Im rein elektrischen Betrieb ist die Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h begrenzt und der Reichweite beträgt bis zu 35 km. Die dafür notwendigen Energievorräte stellt die zentral im Unterboden angeordnete Lithium-Ionen-Batterie zur Verfügung. Der Hochvoltspeicher wurde in seiner modellspezifischen Ausführung von der BMW Group entwickelt und produziert. Er verfügt über ein Flüssigkeitskühlsystem und kann sowohl an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose als auch an einer BMW i Wallbox sowie an öffentlichen Ladestationen mit Strom versorgt werden. An einer Haushaltssteckdose kann der Energiespeicher in weniger als drei, an einer BMW i Wallbox in weniger als zwei Stunden vollständig aufgeladen werden. Über den Elektromotor kann auch in der Schubrekuperation Energie für die Hochvoltbatterie erzeugt werden.

Der im EU-Testzyklus für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge ermittelte, durchschnittliche Kraftstoffverbrauch des BMW i8 beträgt zum Serienstart weniger als 2,5 l/100 km, der entsprechende CO2-Wert beläuft sich auf weniger als 59 g/km.

Aluminium und Kohlefaser

Der BMW i8 hat eine Länge von 4689 mm, ist 1942 mm breit und 1293 mm hoch, der Radstand beträgt 2800 Millimeter. Der BMW i8 weist einen Luftwiderstandsbeiwert (Cw-Wert) von 0,26 auf. Das Drive-Modul des BMW i8 besteht aus Aluminium und die Fahrgastzelle (Life-Modul) aus CFK. Der Einsatz des leichten und crashsicheren CFK führt bei mindestens gleicher Festigkeit zu Gewichtseinsparungen von 50% gegenüber Stahl beziehungsweise rund 30% im Vergleich zu Aluminium. Auf diese Weise wird das zusätzliche Gewicht des Elektromotors und des Hochvoltspeichers kompensiert. Das Leergewicht des BMW i8 liegt unterhalb von 1490 kg. Auch auf die Gewichtsverteilung wirkt sich die LifeDrive-Architektur positiv aus: Die tief und mittig im Fahrzeug angeordnete Batterieeinheit sorgt für einen tiefen und zentralen Schwerpunkt und entsprechende Sicherheit.

Nahezu ideale Gewichtsverteilung

Die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse ist beim BMW i8 nahezu im Verhältnis 50:50 ausbalanciert.

Die Struktur der Türen setzt sich aus einem CFK-Träger und einer Aluminiumaußenhaut zusammen. Im Vergleich zu einer konventionellen Konstruktionsweise wird damit eine Gewichtsreduzierung um 50% erzielt. Gleich in zweifacher Hinsicht wird durch die Verwendung einer Magnesium-Tragstruktur für die Instrumententafel Gewicht reduziert. Die intelligente Konstruktion des Cockpits führt zu einer rund 30-prozentigen Gewichtsminderung gegenüber beispielsweise einem BMW 6er. Zusätzlich erzielt die Magnesium-Tragstruktur dank ihrer hohen Verbundsteifigkeit eine stabilisierende Wirkung, die eine Reduzierung der Bauteile und eine damit verbundene nochmalige Gewichtsreduzierung um 10% ermöglicht. Eine innovative Schaumtechnologie für die Luftführungskanäle der Klimaanlage im Fahrzeug führt zu einem um 60% geringeren Gewicht im Vergleich zu herkömmlichen Bauteilen und darüber hinaus aufgrund der schallabsorbierenden Wirkung des Materials auch zu Fortschritten im Bereich der Akustik.

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