Power-Normen

Die Spirale der Stromverbrauchsvorschriften dreht endlos weiter

| Autor / Redakteur: Don Schriek * / Margit Kuther

AC-DC-Power-Adapter von Artesyn: Netzteile nach dem Level VI wie diese sind heute auf dem US-Markt erforderlich.
AC-DC-Power-Adapter von Artesyn: Netzteile nach dem Level VI wie diese sind heute auf dem US-Markt erforderlich. (Bild: Artesyn/Avnet)

Seit den 1990er Jahren unterliegen externe Stromversorgungen bzw. Netzteile einer Reihe von Vorschriften, die weltweit immer weiter verschärft werden. Eine Herausforderung für viele Unternehmen.

Das Thema Stromverbrauchsvorschriften ist äußerst verwirrend, da trotz internationaler Vereinbarungen in vielen Bereichen manche Regionen ihre eigenen Vorschriften eingeführt haben.

Die USA haben vor kurzem verpflichtende Standards eingeführt, während die Europäische Union (EU) noch einen freiwilligen Verhaltenskodex auf Basis älterer Spezifikationen aufrecht erhält.

Der Wirkungsgrad der ersten Effizienzstandards lag unter 50%

Erste Effizienzstandards für externe Stromversorgungen wurden Ende der 1990er Jahre eingeführt, als Untersuchungen in den USA herausfanden, dass dort mehr als eine Milliarde Produkte mit dieser Art von Netzteilen in Betrieb sind. Die meisten davon basierten auf linearen Wandlungstechniken mit einem Wirkungsgrad von weniger als 50%.

Obwohl diese Netzteile dazu neigen, wenig Strom zu verbrauchen, sind sie dauerhaft an eine Steckdose angeschlossen, was über die Lebensdauer der Geräte hinweg zu einem erheblichen Energieverbrauch beiträgt, der in Form von Abwärme verschwendet wird. Die Experten gingen zu dieser Zeit davon aus, dass der Anteil der verschwendeten Energie bis zu 30% des Stromverbrauchs von Haushalten ausmacht.

Anfang der 1990er Jahre startete die US Environmental Protection Agency (US-Umweltministerium) eine freiwillige Maßnahme, um die Energieeffizienz zu verbessern. Die ersten verbindlichen Richtlinien traten allerdings erst Mitte der 2000er Jahre in Kraft und konzentrierten sich auf den Energieverbrauch von Netzteilen, wenn deren Last inaktiv ist (Standby-Betrieb).

Seitdem haben mehrere Länder weltweit verschiedene Richtlinien erlassen und die Spezifikationen immer weiter verschärft, wobei sich verschiedene Regionen stets mit neuesten Regelungen gegenseitig überholen. Die neueste Änderung wurde vom US-amerikanischen Energieministerium (DoE; Department of Energy) hinsichtlich seines Effizienzstandards EISA 2007 für externe Netzteile erlassen. Das DoE hat die Änderungen Anfang 2014 veröffentlicht, die zum 16. Februar 2016 verpflichtend eingeführt wurden.

Wie bei früheren Standards für externe Netzteile, folgt die überarbeitete EISA-2007-Spezifikation den Grenzwerten, die das IEM-Schema (International Efficiency Mark) der US Environmental Protection Agency als Teil des Energy-Star-Programms vorgibt.

Das IEM-Protokoll bietet ein Schema für Hersteller von Stromversorgungen, um den Mindestwirkungsgrad ihrer Netzteile darzustellen. OEMs und Nutzer dieser Netzteile, genauso wie Behörden, können dann den Wirkungsgrad der Stromversorgung einfach bestimmen. Das Schema repräsentiert die Leistungsfähigkeit des Netzteils, wenn dieses nach international gestützten Testverfahren getestet wurde.

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