Die Ressourcen der Erde sind für dieses Jahr schon verbraucht

Autor / Redakteur: Dr. Bastian Bach / Gerd Kucera

„Wohlstand, aber nicht auf Kosten des Planeten! Nachhaltigkeit, als grundlegendes Selbstverständnis wirtschaftlichen Strebens, ist die alternativlose Strategie für zukünftigen Erfolg.“ Ein Kommentar von Dr. Bastian Bach.

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Dr. Bastian Bach: Er ist Director Environment, Health, Safety & Sustainability bei Schneider Electric in Ratingen.
Dr. Bastian Bach: Er ist Director Environment, Health, Safety & Sustainability bei Schneider Electric in Ratingen.
(Bild: Schneider Electric)

Schneider Electric und das Global Footprint Network (GFN) arbeiten zusammen an einem Weg des umweltverträglichen Wirtschaftens. Es geht darum, unser Wohlergehen zu fördern, ohne dass dies auf Kosten des Planeten geht. Der Handlungsrahmen für ressourcenschonenden Unternehmenserfolg – die „One-Planet Prosperity“ – kann die nachhaltige und lebenswertere Zukunft sichern.

Mit dem Wort Nachhaltigkeit ist ursprünglich ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung beschrieben, bei dem eine dauerhafte Verwendung von Ressourcen unter Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit aller beteiligten Systeme gewährleistet wird. Inzwischen ist Nachhaltigkeit in vielen Branchen und Unternehmen wesentlicher Teil der Unternehmensstrategie.

Gerade in den aktuellen Zeiten, in denen die Hauptsorge der eigenen Gesundheit und der Erholung der wirtschaftlichen Lage gilt, dürfen die Kosten wirtschaftlichen Erfolgs nicht vergessen werden. So berechnet das Partnerbündnis GFN den globalen ökologischen Fußabdruck und publiziert jährlich den Tag, an dem rechnerisch die Jahresressourcen der Welt aufgebraucht sind. Dieser Tag, der Earth Overshoot Day, war 2020 der 22. August. Wenn auch das Datum aufgrund der Covid-19-Pandemie um etwa drei Wochen nach hinten gerückt ist, bleibt die mahnende Botschaft, die planetarischen Grenzen nicht zu überschreiten.

Die gemeinsam von Schneider Electric und Global Footprint Network veröffentlichte Online-Broschüre gibt unter dem Titel „Strategies for One-Planet Prosperity“ einen Rahmen vor, wie Unternehmen auch in Zeiten von Klimawandel und Ressourcenbeschränkungen erfolgreich sein können. Wohlstand und Wohlergehen ja, aber in Einklang mit den Ressourcen unseres Planeten – diese Doppelstrategie ist zum Ausbau langfristiger Wettbewerbsvorteile elementar.

Nur auf beides zugleich ausgerichtete Unternehmen können auf Dauer wirtschaftlich erfolgreich und widerstandsfähig sein während „Buiness-as-usual“ der Umwelt und dem Erfolg schadet. Mit dem notwendigen wirtschaftlichen Aufschwung im Blick ist es für Unternehmen längst an der Zeit, neben dem Arbeiten am eigenen Fußabdruck ressourcenschonende Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen.

Dazu wurde im vergangenen Jahr der „One-Planet-Prosperity“-Ansatz von Schneider Electric und Global Footprint Network entwickelt. In diesem Jahr wollen die Partner zeigen, wie Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen nachhaltig und ressourcenschonend Wohlstand generieren, schon heute besser aufgestellt sind, um langfristig Erfolg zu haben.

Eine konservative Studie von Schneider Electric und GFN belegt: Das Datum des Earth Overshoot Day kann um mindestens 21 Tage weiter verzögert werden, wenn etwa Gebäude und Industrieinfrastruktur mit verfügbarer Technik für Energieeffizienz und alternativen Energien ausgestattet werden. Auch die Ziele des Pariser Klimaabkommens ließen sich bei entsprechender Umsetzung schon deutlich vor 2050 erreichen. Beispiele, wie dies gelingen kann, zeigt die Online-Broschüre anhand nachhaltig wirtschaftender Unternehmen, die einen „One-Planet-Prosperity“-Ansatz verfolgen.

Das in diesem Jahr vergleichsweise spätere Datum des Earth Overshoot Day spiegelt zwar eine Verringerung des globalen ökologischen Fußabdrucks um fast 10 Prozent seit Jahresbeginn wider. Laut den Recherchen des Global Footprint Network resultiert diese Reduktion weitgehend aus einer Verlangsamung der Reise- und Bautätigkeit aufgrund der COVID-19-Beschränkungen. Die Kohlenstoffemissionen sanken um 14,5 Prozent und die Ernte von Waldprodukten ging um 8 Prozent zurück. Dennoch: Wir werden auch in diesem Jahr die Ressourcen noch etwa 1,6-mal schneller verbraucht haben, als sie die Natur erneuern kann.

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