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Die Plattform „IndustryVsVirus“ bringt die Industrie zusammen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Ein digitaler Marktplatz soll in Zeiten der Corona-Krise Angebot und Nachfrage aus der Industrie zusammenbringen. Die Netzwerke und Lieferketten sollen auch in der Zeit nach Corona gepflegt werden.

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Digitaler Handel: Auf einer Marketplace-Plattform bekommen Firmen eine aktuelle Übersicht über Angebot und Nachfrage aus der Industrie.
Digitaler Handel: Auf einer Marketplace-Plattform bekommen Firmen eine aktuelle Übersicht über Angebot und Nachfrage aus der Industrie.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Wir vs. Virus: So lautete der Aufruf der Bundesregierung, mit mutigen Ideen gegen die Corona-Krise zu kämpfen. Der #WirVsVirus war ein Online-Hackathon komplett im digitalen Raum. Zusammen mit fast 43.000 Teilnehmern nahm auch die Gruppe „IndustryVsVirus“ vom 20. bis 22. März am Hackathon teil.

Ursprünglich wollte die Gruppe aus rund 15 Teilnehmern Beatmungsgeräte mit den freien Kapazitäten der Industrie fertigen. In einer LinkedIn-Gruppe mit mehr als 700 Mitgliedern wurden während des Hackathons bereits Experten aus ganz unterschiedlichen Bereichen involviert. Schnell hat sich die Idee entwickelt, einen sogenannten Marketplace und Collaboration-Plattform aufzusetzen. Hier sollen Angebot und Nachfrage aus der Industrie abgeglichen werden (matching). Die Idee: Freie Kapazitäten identifizieren, die im Maschinenpark oder bei Personal sowie Bedarfe aus der Gesellschaft (Beatmungsgeräte und ihre Komponenten) sind.

Plattform informiert, berät und vernetzt

„Somit können neue regionale und nationale Lieferketten und Netzwerke entstehen“, freut sich Jennifer Reinz-Zettler, Mobilitätsexpertin bei Bayern Innovativ. Mit ihrem Netzwerk greift Bayern Innovativ dem Projekt nachhaltig unter die Arme und unterstützt mit ihren Kontakten aus dem Cluster Automotive und dem Bereich Medizintechnik das gemeinsame Vorgehen, um freie Kapazitäten in der Produktion, beispielsweise der Automobilzulieferindustrie und Komponentenfertigern, zu eruieren.

Die Plattform gibt Auskunft über eine Reihe von Fragen. So lassen sich darüber geeignete Produktionspartner finden, technische Daten zum Produkt abrufen, Anforderungen von Produkten spezifizieren oder rechtliche, behördliche und medizinische Experten kontaktieren, um deren Expertise in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus sollen die Mitglieder über die Plattform die Möglichkeit erhalten, Wissen auszutauschen sich gezielt mit Wissensträgern vernetzen – und das nicht nur in Zeiten von Corona, sondern auch darüber hinaus, betont die Gruppe den Nutzen der Plattform.

Netzwerkausbau gezielt vorantreiben

Knapp eine Woche nach Kick-off kann die Gruppe bereits erfreuliche Fortschritte verkünden: „Wir sind deutlich weitergekommen als wir anfänglich gedacht hätten. Es gab allgemein eine starke Resonanz und ein hohes Maß an Beteiligung und Hilfsbereitschaft. Dabei bringen sich vor allem viele Privatpersonen mit ihrer beruflichen Expertise ein. In unserem Kernteam sind Softwareentwickler, IT- und Supply-Chain-Experten, Mediziner, Marketing und Vertrieb und Ingenieure, unter anderem aus Automobil- und Industriekonzernen...“, berichtet ein Mitglied aus dem Kernteam der Gruppe und ergänzt: „Wir sehen aber auch, dass es ein großes Interesse aus der Industrie gibt. Uns erreichen Hilfsangebote von Unternehmen, die beispielsweise konkret beim Thema Engineering unterstützen möchten oder digitale Lösungen für den Marketplace bieten.“

Nun gilt es, mit Hilfe von Bayern Innovativ, den Netzwerkausbau gezielt voranzutreiben und Akteure aus unterschiedlichen Branchen mit unterschiedlichen Technologien und Lösungsansätzen bzw. Know-how aktiv zusammenzubringen. Die Gruppe „Industryvsvirus“ ist sich sicher, das Ziel zu erreichen und präsentiert ihre Idee in den kommenden Tagen vor diversen Verbänden, wie dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI).

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