Mutmacher Die Pandemie als ein überfälliger Schub für die Digitalisierung

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Bei Würth Elektronik eiSos half eine Task Force, um Hersteller medizinischer Geräte beliefern zu können. Noch wichtiger: Für viele digitale Techniken war der Lockdown ein Glücksfall.

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Alexander Gerfer, CTO der Würth Elektronik eiSos Gruppe: „Die Pandemie war schmerzhaft, aber es war ein Schub in Richtung gesellschaftlicher 
Digitalisierung.“
Alexander Gerfer, CTO der Würth Elektronik eiSos Gruppe: „Die Pandemie war schmerzhaft, aber es war ein Schub in Richtung gesellschaftlicher 
Digitalisierung.“
(Bild: Würth Elektronik)

Wie viele Unternehmen musste auch Würth Elektronik eiSos mit Ausbruch der Pandemie mit zahlreichen ungewohnten Situationen fertig werden. Für Alexander Gerfer, CTO der Würth-Elektronik-eiSos-Gruppe, konnte sicheres Arbeiten aus dem Homeoffice dank der IT schnell umgesetzt werden.

Aber in Produktion, Lager und Logistik müssen die Mitarbeiter präsent sein. Hier sind umfängliche Hygienemaßnahmen zum Schutz der Kollegen notwendig. Zudem wurden die Mitarbeiter nach Schichtzeiten und räumlichen Bereichen aufgeteilt, damit bei möglichen Erkrankungen und entsprechenden Quarantänemaßnahmen in einem Team die anderen Teams arbeitsfähig bleiben können. Als Notfallreserve wurden Gruppen aus Verwaltung und Vertrieb in Logistikprozesse eingewiesen, um die Lieferfähigkeit in jedem Falle aufrechterhalten zu können. Zu unserem Glück blieb es bei der Vorbereitung.

Homeoffice und Kinderbetreuung

Wichtig dagegen war gerade zu Beginn der Pandemie die Task Force, mit der wir die bevorzugte Versorgung von Herstellern medizinischer Geräte gewährleistet haben. Mitarbeiter und Management haben in der akuten Krise große Flexibilität an den Tag gelegt. Über flexible Arbeitszeiten konnten Homeoffice und Kinderbetreuung unter einen Hut gebracht werden, persönliche Interessen und Anliegen wurden in den Teams auf Zuruf abgestimmt.

Ich persönlich ziehe sehr viele Mut machende Lehren aus dieser Krise. Vorgesetzte haben gelernt, wie sehr sie auf den Einsatz ihrer Teams vertrauen können. Das gesamte Unternehmen hat gesehen, was bei offener Kommunikation an kreativen, konstruktiven Lösungen möglich ist. Das betrifft ebenfalls die Kommunikation mit den Kunden. Wir haben in Rekordzeit technische Medien auf- und ausgebaut, um mit den Kunden in Kontakt zu bleiben und ihnen zur Seite stehen zu können: Webinare, Videokonferenzen, virtuelle Messestände, Remote Services oder Lösungen für die Produktauswahl wie „REDEXPERT“.

Digitale Transformation mit großen Fortschritten

Viele von uns und unseren Kunden haben zahlreiche dieser digitalen Techniken zum ersten Mal genutzt. Obwohl sie schon lange auf dem Markt sind. Es zeigt, dass wir eine schmerzhafte Krise brauchen, um den Wert und Nutzen zu erkennen, Ängste abzulegen und notwendige Veränderungen umzusetzen. Vielleicht werden wir darin rückblickend einmal sagen: Die Pandemie war schmerzhaft, aber es war ein Schub in Richtung gesellschaftlicher Digitalisierung, der längst überfällig war. Die Fortschritte der digitalen Transformation sollten uns Mut zu weiteren Veränderungen machen!

Diesen Beitrag lesen Sie auch in der Fachzeitschrift ELEKTRONIKPRAXIS Ausgabe 15/2020 (Download PDF)

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