Internet der Dinge Die nächste industrielle Revolution beginnt beim Engineering

Redakteur: Franz Graser

Neue Ansätze in der Informationstechnik sollen Fabriken zu sogenannten Smart Factories machen. IT-Systeme der TU Wien vereinen diverse Engineering-Bereiche zu einem cleveren, effizienten Gesamtsystem.

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Das Multi-Model-Dashboard vereinfacht komplizierte Abläufe.
Das Multi-Model-Dashboard vereinfacht komplizierte Abläufe.
(Bild: TU Wien)

Eine industrielle Revolution liegt in der Luft. In Zukunft soll in den Fabriken die gesamte Wertschöpfungskette elektronisch vernetzt und automatisiert werden. Diese intelligente sogenannte Industrie 4.0 muss schon beim Planen der Produktionsprozesse entstehen.

Oft müssen im Engineering Experten aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen flexibel aufeinander reagieren, von der Mechanik über die Elektrik bis zur Steuerungsprogrammierung. IT-Systeme der TU Wien verknüpfen diese Bereiche, helfen bei der Kommunikation, leiten wichtige Information an die nötigen Stellen weiter und warnen frühzeitig vor möglichen Problemen.

Erst durch solche verbindenden Systeme wird es möglich, die unterschiedlichen Glieder einer Produktionskette nahtlos zu einem cyber-physischen System zusammenzuführen. In den Systemen der TU Wien wird das Engineering-Wissen auf nachvollziehbare Weise und für Maschinen verständlich gespeichert, inhaltliche Zusammenhänge werden sichtbar gemacht.

Dieses Wissen bleibt im laufenden Produktionsprozess verfügbar. So können die Prozesse auch nachträglich noch von Personen optimiert und angepasst werden, die beim ursprünglichen Planungsprozess vielleicht gar nicht dabei waren.

„Stellen Sie sich vor, eine große industrielle Produktionsanlage wird entworfen“, sagt Professor Stefan Biffl, Informatiker an der TU Wien. „Jemand dimensioniert eine Bodenplatte, die ein bestimmtes Gewicht aushält. Alle Beteiligten fügen Komponenten hinzu, doch wie kann man möglichst effizient bereits während des parallelen Entwurfsprozesses feststellen, ob das Gesamtgewicht überschritten wird?“

Bisher hat man zuerst oft mühsam Spezifikationen für Entwicklungs-Meilensteine ausverhandelt. „Die beteiligten Fachexperten arbeiten oft unabhängig vor sich hin, erst kurz vor Erreichen eines Meilensteins erkennt man dann, ob wesentliche Design-Vereinbarungen nicht eingehalten wurden – und durch das späte Erkennen verzögert sich dann der Fertigstellungstermin und erhöhen sich die Projektkosten“, sagt Stefan Biffl.

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