Keysight Technologies

Die Messtechnik wird immer stärker von Software getrieben

| Redakteur: Hendrik Härter

Für Keysight Technologies steht die Software im Zentrum der Entwiicklung: Siegfried Gross ist Vorsitzender der Geschäftsführung bei Keysight Technologies Deutschland und für den strategischen Wachstumsbereich AES Automotive und Energy zuständig.
Für Keysight Technologies steht die Software im Zentrum der Entwiicklung: Siegfried Gross ist Vorsitzender der Geschäftsführung bei Keysight Technologies Deutschland und für den strategischen Wachstumsbereich AES Automotive und Energy zuständig. (Bild: Keysight Technologies)

Der Messtechnik-Anbieter Keysight Technologies kann auf eine Geschichte von über 75 Jahren zurückblicken. Vom Anbieter reiner Hardware wandelt sich das Unternehmen zu einem Gesamtlösungsanbieter, bei dem Software eine dominante Rolle spielt.

Die Räume sind neu und das Gebäude frisch saniert. Keysight Technologies in Böblingen hat nicht nur seinen Namen gewechselt, sondern mit der Ausgliederung der elektronischen Messtechnik seinen Hauptsitz neu gestaltet. Im modern-designten Kundencenter mit Seminarräumen traf ich mich mit Siegfried Gross, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Keysight Technologies Deutschland und für den strategischen Wachstumsbereich AES Automotive und Energy zuständig. „Wir sind Anbieter für Lösungen aus Hard- und Software sowie Services“. Das ist das Motto von Keysight Technologies. Nur allein Hardware bieten wir unseren Kunden nicht mehr an. Die Gesamtlösung kombiniert all dies.

Von HP über Agilent bis Keysight – seit 75 Jahren am Markt

Erfahrung hat das Unternehmen über viele Jahre sammeln können: Seit 75 Jahren ist das Unternehmen am Markt präsent: Erst als HP, dann Agilent und seit 2015 als Keysight. Da ist nach den Worten von Gross „substantielles Know-how vorhanden. Wir verstehen uns mehr als Partner als nur ein Entwickler für Hard- und Software.“ Das hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren erarbeitet: Ob nun in der HF-Messtechnik über optische Messtechnik bis zu Anwendungen für Radar oder Leistungsmesstechnik. Keysight ist weltweit aufgestellt. Auch in wichtigen Gremien und Standardisierung-Ausschüssen ist der Messtechnikexperte mit Fachleuten vertreten.

Doch allein nur global unterwegs zu sein reicht nicht: „Wir agieren zwar global, aber unsere Kunden sind lokal – mit ihrer jeweiligen Sprache und ihren Anforderungen vor Ort.“ Dabei spielt das Globale nicht die wesentliche Rolle, sondern es sind die Teams lokal vor Ort, die den Kunden unterstützen. Das Servicegeschäft soll mittel- und langfristig weiter gestärkt und ausgebaut werden. Dabei sind Reparatur und Kalibration wichtige Punkte für das Geschäft. Dazu trägt das europäische Reparaturzentrum am Standort in Böblingen bei. Kunden können ein komplettes Kalibrierlabor in einem Container über eine gewisse Zeit anmieten und die gesamte Flotte an Messgeräten kalibrieren. „Das schätzen unsere Kunden sehr.“

Gemeinsam mit den Kunden entwickeln

Neben der langjährigen Konzentration des Unternehmens auf die Kommunikationstechnologie spielt mit AES Automotive und Energy ein weiterer wichtiger Markt bei Keysight eine strategische Rolle. Ebenfalls weiter entwickelt werden sollen der Industrie-Sektor mit Test- und Prüfplattformen und die Medizinelektronik. Doch gerade bei den Zielkunden Automotive und Energy will Keysight künftig stärker als bisher bei den Entwicklern und Entscheidern sein, an vorderster Front kämpfen: Es sollen Lösungen gemeinsam entwickelt werden.

Gross spricht von einer „End-to-End-Antwort auf ein Kundenproblem.“ Mit einem Kunden hat man beispielsweise ein komplettes Labor entwickelt; dazu gehören gesamte Messplätze. Darüber wurde eine Software gesetzt, um die Geräte zu steuern und die Messdaten auszuwerten. Entstanden ist „Smart Bench“. „Kunden wollen und könnten nicht mehr Messtechnik-Experten sein – dafür sind wir als Hersteller zuständig.“

Nachwuchs- und Fachkräftemangel – auch bei Keysight? Ingenieure werden immer mehr zu Mangelware, da macht man sich auch bei Keysight nichts vor. Doch das Unternehmen ist attraktiv. „Wir bieten Frontend-Entwicklungen, sind stolz auf das, was wir schaffen. Wenn die Aufgaben und das Umfeld für unsere Mitarbeiter und die Studenten attraktiv sind, dann haben wir es geschafft.“ Wichtig ist für Gross, dass die Praktikanten in den Projekten mitarbeiten und etwas Neues entwickeln. „Etwas, was bereits getan wurde, wollen wir nicht noch einmal entwickeln. Attraktiv für Ingenieure und Entwickler ist das, was der Kunde braucht.“ Aus diesem Grund hat das Messtechnik-Unternehmen auch wenige Fluktuationen.

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Meine Firma brauchte 100 Jahre, um ein ähnliches Portfolio aufzubauen.  lesen
posted am 20.12.2016 um 07:17 von Unregistriert


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