Die Lichtqualität steigt, wenn LEDs miteinander vernetzt werden

| Redakteur: Hendrik Härter

Lichtgestaltung: „Die starke Wirkung von Licht auf den menschlilchen Biorhythmus wurde dank vieler Studien bewiesen.“ So fasst es Guido van Tartwijk, CEO bei Tridonic, zusammen.
Lichtgestaltung: „Die starke Wirkung von Licht auf den menschlilchen Biorhythmus wurde dank vieler Studien bewiesen.“ So fasst es Guido van Tartwijk, CEO bei Tridonic, zusammen. (Bild: Tridonic)

Mit vernetzten LEDs lassen sich Gebäude nicht nur intelligent beleuchten, sondern das Licht passt sich dem Tagesrhythmus an. Die Lichtqualität gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Der diesjährige Medizin-Nobelpreis wird drei Forschern verliehen, die den biologischen Rhythmus von Pflanzen, Tieren und Menschen und seine molekularen Mechanismen genauer untersucht haben. Dank der ausgezeichneten Forschung ist nun das biologische Prinzip der Inneren Uhr und deren Anpassung an den Tag-Nacht-Rhythmus geklärt. Die Forschungserkenntnisse verdeutlichen zugleich, wie wichtig ein intakter Bio-Rhythmus ist. Dem Menschen wird der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus am ehesten bewusst, wenn er aus dem Takt gerät, wie es bei Schichtarbeit der Fall ist.

In diesem Zusammenhang zeigt sich die hohe Bedeutung des Human-Centric-Lighting-Ansatzes, kurz HCL, bei dem die menschlichen Bedürfnisse in den Fokus gestellt und die emotionalen sowie biologischen Auswirkungen von Licht auf den Menschen berücksichtigt werden. Denn Licht ist der äußere Zeitgeber der inneren Uhr. Die starke Wirkung von Licht auf den menschlichen Bio-Rhythmus wurde in vielen Studien bewiesen. So kann mit einer optimalen Lichtgestaltung das Wohlbefinden, die Stimmung und Gesundheit der Menschen positiv beeinflusst werden.

Von Sensoren und der Steuerung des Lichts

Mithilfe von vernetzter Beleuchtung entstehen aktuell viele verschiedene Möglichkeiten. So kann ein sogenanntes Smart Building die Wünsche und Bedürfnisse von Nutzern, Gebäudemanagern und Mietern bezüglich der Lichtqualität optimal miteinander kombinieren: Integrierte Sensoren können beispielsweise kontinuierlich die aktuellen Außenlichtverhältnisse und das einfallende Tageslicht messen. Die Informationen werden an das zentrale Lichtmanagementsystem gesendet, das die gesamte Beleuchtung im Gebäude regelt. Dementsprechend wird nur so viel Kunstlicht wie notwendig beigesteuert, um eine optimale Kombination aus Kunst- und Tageslicht zu realisieren. Dabei wird auch die Lichtfarbe des Tageslichts berücksichtigt und mit Hilfe der Tunable-White-Technik wiedergegeben, was zu einem gesteigerten Wohlbefinden und Bio-Rhythmus der Nutzer beiträgt.

Ein weiteres Beispiel kommt aus dem Einzelhandel: Mit sogenannten Trackern oder Beacons, die in Leuchten integriert sind, lassen sich Bewegungen von Kunden erfassen, aufzeichnen und auf einer Heat-Map darstellen. Auf Basis der gewonnenen Daten lässt sich die Situation im Geschäft in kürzester Zeit präzise vorhersagen und das System kann die Beleuchtung entsprechend anpassen oder die Daten für eine optimierte Gestaltung der Verkaufsflächen nutzen.

Licht als Basis für das Internet der Dinge

Die Szenarien verdeutlichten anschaulich die Vision von Connected Lighting von Tridonic. „Wir glauben, dass Licht bis zum Jahr 2025 das Rückgrat vernetzter Gebäude und Städte wird. Denn bei Tridonic sind wir fest davon überzeugt, dass Licht als ideale Basis für das Internet der Dinge fungiert: Für die Beleuchtung spricht zum einen ihre dichte Infrastruktur in jedem Gebäude und in jeder städtischen Infrastruktur“, fasst es Guido van Tartwijk, CEO bei Tridonic, zusammen.

Hinzu kommt, dass Lichtsysteme bereits über eine eigene Energieversorgung verfügen und genügend Platz für die Integration von Sensoren bieten. Leuchten sind also der optimale Knotenpunkt für die Datenerfassung und Verbreitung. Wird zur Vernetzung der Leuchten in Zukunft eine Internet-Protokoll-basierte, drahtlose oder Ethernet-basierte Verbindung genutzt, kann diese über die Lichtsteuerung hinaus auch für weitere Dienste verwendet werden, wie zum Beispiel das Raum-Management, Indoor-Navigation und Asset Tracking.

Deswegen entwickeln wir als erster Lichtkonzern eine zukunftssichere Hardware- und Software-Plattform, auf der sich die Licht-Infrastruktur mit der IP-Welt nahtlos verknüpfen lässt. Dabei bringen wir unsere Kompetenzen in Elektronik, Sensorik, Software und LED-Leuchtensteuerung gezielt ein.

Kommunikation ist bis zur Leuchte möglich

Die Plattform „net4more“ ist gekennzeichnet durch Offenheit, Flexibilität und hoher Skalierbarkeit. Dank der offenen Schnittstellen sind Hard- und Software interoperabel. So lassen sich in Zukunft neu entwickelte Beacons einfach in die Leuchte integrieren.

Als echtes IP-to-the-End-Node-Konzept ermöglicht die Toolbox erstmalig eine drahtlose IP-Kommunikation auf einer Low-Power-Version nach dem Thread-Standard und zwar bis zum Endknoten, also bis zur LED-Leuchte. Basis für die durchgängige Kommunikation mit anderen vernetzten Geräten ist der offene Standard des Internet-Protokolls IPv6.

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