Kommentar

Die Kompetenzkarriere als neues Arbeitsmodell

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Hohe Arbeitsplatzunsicherheit bei Managern

Welcher Manager kann absolut sicher sein, dass er seine Position morgen noch inne hat? Im Namen der Effizienz werden insbesondere mittlere Managementpositionen zunehmend minimiert. „Flache Strukturen“ ist das Keyword, auf das selbst die großen Unternehmen hinarbeiten. Im Falle einer Kündigung ist es für diese Manager jedoch sehr schwer, zeitnah wieder eine adäquate Funktion mit einem ähnlichen Gehalt zu finden. Frank Vernauer, Geschäftsführer der Outplacement-Beratung P4 Career Consultants, hat im Rahmen der Podiumsdiskussion bestätigt, wie schwer es ist, gekündigte oder im Aufhebungsvertrag befindliche Manager aufzufangen. Es müssen ein Kompetenzprofil herausgearbeitet und neue berufliche Optionen gefunden werden. Für diesen Prozess vergeht schnell mal ein Jahr!

Hohe Unzufriedenheit der Spezialisten / Fachkräfte

Anerkennung ist auf der Ebene der technischen Spezialisten und Fachkräfte nicht spürbar. Die Managemententscheidungen können oft nicht nachvollzogen werden, da diese schlichtweg falsch kommuniziert oder im schlimmsten Fall gar nicht erklärt werden. Zugleich steigt der Aufwand für Reporting. In der Summe führt das zu einer Arbeitsleistung, die für beide Seiten frustrierend ist und bei weitem nicht das Potential der Mitarbeiter ausschöpft. Obwohl sich die Unternehmen bei der Gestaltung der Fachkarriere durchaus Mühe geben, hört man doch immer wieder, dass die Fachkarriere „Bullshit, ein „Placebo“ oder eine „Scheinkarriere“ sei.

Generationskonflikte

In unserer Arbeitswelt prallen derzeit zwei Generationen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite die Generation der Babyboomer, die für das traditionelle und sicherheitsbewusste Karrierestreben steht. Auf der anderen Seite die Generation Y oder auch die Digital Natives die nach einem Sinn und nach Glück in ihrer Arbeit suchen. Bei der Robert Bosch GmbH vollzieht sich gerade dieser Wandel. Doch auch in der Generation Y gibt es Arbeitnehmer die dem klassischen Karriereweg bis ins Management folgen, obwohl es innerlich ihrer Überzeugung wiederstreben mag. Prof. Heather Hofmeister, Professorin für Arbeitssoziologie an der Goethe Universität in Frankfurt, führt das u. a. auf die Gesellschaft zurück, die den Anspruch der Menschen prägt. So ist es doch das klischeehafte „Mein Auto, mein Haus, mein Boot!“, das die Menschen in den traditionellen Karrieren hält. Solange uns noch interessiert, was unser Nachbar besitzt oder macht und wir die Wertigkeit eines Menschen an diesen Statussymbolen messen, wird es schwer werden, neue Wege zu gehen.

Schnelligkeit und Wandel

Die technischen Möglichkeiten erlauben es uns, theoretisch 24 Stunden von überall auf der Welt zu arbeiten. Alleine dieser Umstand macht komplett andere Arbeitsprozesse und Kommunikationswege nötig. Und es lässt sich nur schwer sagen, inwiefern die nächsten bahnbrechenden Innovationen unser Arbeitsleben erleichtern bzw. erschweren werden.

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