Kommentar Die Kompetenzkarriere als neues Arbeitsmodell

Redakteur: David Franz

Immer mehr Technik-Unternehmen versuchen starre Strukturen flexibler zu gestalten. Ein Ansatz ist die Kompetenzkarriere. Was mit diesem Arbeitsmodell genau gemeint ist, lesen Sie im Kommentar von Renate Schuh-Eder.

Firmen zum Thema

Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter einmalig vor die Wahl stellen, eine Managementlaufbahn oder eine Fachkarriere zu verfolgen. Moderne Karrieren müssen flexibel sein. Der Verlauf einer Karriere sollte sich an Kompetenzen orientieren und nicht durch antiquierte Strukturen vorherbestimmt sein. Diese These ergibt sich aus einem interessanten Diskussionsforum, das im Rahmen der electronica stattfand.

Auf dem Podium diskutierten Vertreter der Unternehmen Robert Bosch, STMicroelectronics, Würth Elektronik, SchuhEder Consulting, P4 Career Consultants sowie eine Professorin für Arbeitssoziologie der Goethe Universität Frankfurt über das Thema „Fachkarriere vs. Managementlaufbahn. Welcher Weg führt langfristig zum Erfolg?“

Renate Schuh-Eder – die als Moderatorin die Diskussionsrunde begleitete - kommt zu dem Schluss, dass diese Fragestellung nicht richtig gewählt war: „Letztlich haben wir dem Zuhörer schon durch das Thema zu verstehen gegeben, dass er sich für eine Seite entscheiden muss. Wir haben bei der Themenwahl einfach den Standard der Industrie übernommen. Im Laufe der Diskussion hat sich schnell abgezeichnet, dass es nicht den perfekten oder glückselig machenden Karriereweg gibt. Bei beiden Optionen müssen die Mitarbeiter Abstriche machen. Außerdem bestimmt die Entscheidung meist das restliche Berufsleben bis zur Rente. Dieses Fazit war für mich persönlich nicht zufriedenstellend.“

Die folgenden Rahmenbedingungen in unserer Arbeitswelt können als Grundlage dafür genommen werden, dass die gängigen Karrierewege tatsächlich in Frage gestellt werden müssen:

Historische Entwicklung von beruflichen Laufbahnen

Ein sicherer Arbeitgeber für das ganze Leben? Diese Zeiten sind schon lange vorbei. Fusionen von Unternehmen, kurzlebige Start-ups, Umstrukturierung in Großkonzernen – das sind die Themen, die heute unseren Arbeitsalltag bestimmen. Zudem schaffen die hohe Internationalität, die Sinnfrage der Generation Y und vieles mehr ganz neue Rahmenbedingungen. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer müssen sich in dieser turbulenten Umgebung erst einmal zu Recht finden.

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