Die Geschichte zu den de-Facto-Standards bei Operationsverstärkern

| Redakteur: Kristin Rinortner

Operationsverstärker: OpAmps sind wohl die innovativste Erfindung in der Analogtechnik. Der LM101 gehört seit 1967 zu den de-Facto-Standards und wird heute noch verkauft.
Operationsverstärker: OpAmps sind wohl die innovativste Erfindung in der Analogtechnik. Der LM101 gehört seit 1967 zu den de-Facto-Standards und wird heute noch verkauft. (Bild: Texas Instruments)

Operationsverstärker sind wohl die innovativste Erfindung in der Analogtechnik. Heute sind sie für Elektronikgeräte unverzichtbar. Wir werfen einen Blick zurück auf die Anfänge mit dem LM101 von National Semiconductor und dem μA741 von Fairchild Semiconductor.

Im Jahr 1963 entwarf der 26 Jahre alte Entwickler Robert Widlar bei Fairchild Semiconductor den ersten monolithischen Operationsverstärker, den μA702. Der Chip wurde für 300 US-Dollar verkauft. Der Ingenieur entwickelte den analogen IC weiter: die verbesserte Version μA709 senkte die Kosten auf 70 US-Dollar, was dem Chip zu einem großen kommerziellen Erfolg verhalf.

Danach soll Widlar um eine Gehaltserhöhung gebeten haben. Als er sie nicht bekam, kündigte er. National Semiconductor (jetzt Teil von Texas Instruments) war nur zu gerne bereit, ihn einzustellen. Im Jahr 1967 entwickelte er einen weiter verbesserten Operationsverstärker für National, den LM101.

Während sich die Fairchild-Manager über den plötzlichen, durch Widlar verursachten Wettbewerb ärgerten, sah sich David Fullagar bei Fairchild den LM101 genauer an. Er erkannte, dass der Chip, obwohl er brillant ausgeführt war, einige Nachteile aufwies. So war die Eingangsstufe des ICs, das Frontend, aufgrund von Qualitätsschwankungen bei der Halbleiterproduktion manchmal überempfindlich gegenüber Rauschen. „Das Frontend sah irgendwie zusammengeschustert aus“, erklärt er später.

Fullagar löste das Problem, indem er ein paar zusätzliche Transistoren einfügte, die die Verstärkung glätteten und die Qualitätsschwankungen von Chip zu Chip eliminierten.

Der Leiter der Entwicklungsabteilung von Fairchild, Gordon Moore, ließ den Chip 1968 produzieren. Der μA741 genannte Baustein avancierte zum de-Facto-Standard für Operationsverstärker-ICs.

Die von Fairchild und National produzierten Chips und deren Varianten wurden millionenfach verkauft. Eine Variante des LM101 wird heute noch hergestellt und ist bei Texas Instruments im Programm.

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Schade das der µA709 nich erwähnt wird. Das war der Vorgänger vom µA741. Dieser Typ hatte keine...  lesen
posted am 15.12.2017 um 12:59 von Unregistriert


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