Meilensteine der Elektronik

Die Geschichte vom Rückgrat der Elektronik

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Wohin geht die zukünftige Entwicklung?

Um eine genaue Antwort darauf geben zu können bedürfte es der berühmten Kristallkugel. Es kann aber sicher behauptet werden, dass die Geräte noch kleiner und noch leistungsfähiger werden. Wer hätte vor 5 Jahren daran gedacht, dass es eine Vielfalt an Anwendungen in einer Uhr geben könnte?

Diese fortschreitende Miniaturisierung kann aber nur erreicht werden, wenn alle Zulieferer daran beteiligt werden. Laminat und Kupferfolie sind genauso betroffen, wie die Einrichtungen und Verfahren zur Herstellung der Leiterplatte sowie schließlich die Bauteile und Bestückungstechniken.

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Gerade die Bauteile sind wesentliche Treiber der Entwicklung. Dabei werden nicht nur die Außenabmessungen und Dicke der Gehäuse reduziert, es werden zusätzliche Funktionen in das Bauteil integriert. Der (bislang) letzte Schritt dürfte das FOWLP (fan out wafer level package) sind, das künftig wesentliche Teile des Marktes von flip chip CSP übernehmen wird.

Was schon heute möglich ist, zeigt das nachstehende Bild: es zeigt eine Anwendung zur Erforschung des Bewegungsverhaltens von Bienen.

Die Produktionsregionen nach der Öffnung Chinas

Das Produkt „Leiterplatte“ ermöglichte eine unglaubliche Entwicklung in seiner bisher relativ kurzen Geschichte. Gänzlich neue Bereiche wurden erschlossen und trugen zur Globalisierung der Wirtschaft bei. Dabei spielten auch politische Ereignisse eine Rolle, allen voran die Öffnung Chinas.

Damit wurden weltweit Handelsschranken aufgehoben und auf besonderes Betreiben von Amerika wurde überall freier Marktzugang (besonders für amerikanische Firmen) erzwungen. Damit begann für viele Industriezweige das Ende der Produktion in Amerika und Europa und als Konsequenz gibt es inzwischen weder die Fabriken noch sind die Fachkräfte zu finden, die einspringen könnten.

Über zwei Jahrzehnte hinweg entwickelte sich China zum favorisierten Standort. Das Schlagwort war „offshoring“. Selbst wenn es keine greifbaren wirtschaftlichen Vorteile gab, bildeten sich drei Gruppen von Firmen, die ihre Fertigung dorthin verlagerten: die einen, die sich als globaler Unternehmer fühlen wollten, der Typ der sich rühmte, sein Büro in Berlin und die Fertigung in Shanghai zu haben und schließlich der vom Herdentrieb beeinflusste „wenn alle dort sind, muß ich auch dorthin.“

Um die Verlagerungen anzulocken entwickelte China eine geschickte Industriepolitik (Produktionslizenzen gegen Know-how-Transfer und Beteiligung) und wurde so zunächst zur „Werkbank der Welt“. Das propagierte Rezept „Konzeption in Europa oder Amerika – Fertigung in China“ setzten viele Firmen um, doch müssen sie jetzt feststellen, daß dies eine gefährliche Entwicklung verursacht. Wenn die Entwicklungsingenieure keine Rückkopplung von der Fertigung bekommen, gehen ihnen früher oder später die Ideen aus.

Dass China so billig anbieten kann, liegt an mehreren Faktoren: das ist die Währung, sind staatliche Subventionen, sind Gesetze, die für ausländische Firmen mehr gelten als für einheimische, sind fehlende Kontrollen bei den Themen Umwelt und Arbeitsrecht, um nur einige zu nennen, und diese Faktoren kumulieren sich mit jedem Produkt der Lieferkette.

Hinzu kommt, dass China mit finanziellen Anreizen auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen ins Land holt. Dadurch wird China aber zum direkten Wettbewerb in den betroffenen Industriezweigen. Dass der Patentschutz meist nur auf dem Papier steht, ist seit Jahren bekannt, wird aber weiterhin ignoriert. Erfolgreiche Firmen werden zunächst ins Land gebeten, man arbeitet mit ihnen, studiert ihre Vorgehensweise und beginnt, landeseigene Produkte zu entwickeln.

Sobald diese Produkte auf dem Markt bestehen können wird es den ausländischen Firmen zunehmend schwieriger gemacht, in China zu arbeiten. Bestes Beispiel dafür ist der sog. "iPhone-Effekt". 2007 mischte Apple die Mobiltelefonsparte auf und der damalige Marktführer, Nokia, musste 2013 an Microsoft verkauft werden.

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