Meilensteine der Elektronik

Die Geschichte vom Rückgrat der Elektronik

Seite: 2/6

Firmen zum Thema

Die Leiterplatte produzierte jeder selbst

Damals hatten die Gerätehersteller eine heute nicht mehr vorstellbare Fertigungstiefe und die Leiterplatten waren selbstverständlicher Teil der eigenen Produktion.

Die durch das Produkt "gedruckte Schaltung" mögliche Verbindungstechnik eroberte sich im Laufe der Jahre viele weitere Einsatzgebiete.

Bildergalerie

1960 begann die Produktion von flexiblen Leiterplatten (wieder zunächst nur für militärische Anwendungen). Die machbaren Strukturen lagen nunmehr generell bei 1000/1000 µm und in Deutschland wurde die Produktion von Glaslaminat aufgenommen. Ein Jahr später entwickelte Hazeltyne/USA die Herstellung von Mehrlagenschaltungen. Allerdings bestand die Weltproduktion zu diesem Zeitpunkt immer noch fast ausschließlich aus einseitigen Leiterplatten.

Die Geräte der damaligen Zeit wurden nur für einen bestimmten Zweck konzipiert und gebaut. Mit einem Telefon (das damals noch "Fernsprechapparat" hieß) konnte man nur telefonieren.

Das Standardgerät der damaligen Zeit wurde von 1948 bis 1967 fast unverändert gebaut. Bis zum ersten Mobiltelefon (Motorola, 1 kg schwer und 4000 USD teuer) dauerte es bis 1982 und von dort zum Smartphone musste noch weitere 25 Jahre gewartet werden.

Ein iPhone hat heute bis zum Designwechsel eine "Lebensdauer" von gerade einmal einem Jahr und das Gerät wird heute auch nur zu 3% zum Telefonieren genutzt (wichtigster Einsatz sind eigene Fotos und Videos, Musik- und Filmstreaming sowie Datentransfer im Internet).

Für die galvanische Durchkontaktierung von zwei- und mehrlagigen Schaltungen wurden saubere Lochhülsen erforderlich, die durch stanzen nicht mehr erreicht werden konnten. Die Löcher für solche Leiterplatten mussten gebohrt werden. Die kleinsten Lochdurchmesser lagen zu dieser Zeit bei 1,3 mm, Leiterbreiten und -abstände der Massenproduktion 1964 betrugen immer noch 800/800 µm.

Aber es kamen auch schon erste Produkte mit 360/360 µm auf den Markt. Das waren spezialisierte Hersteller aus den Bereichen Computer und Militärtechnik. Diese Firmen waren technisch oft schon viel weiter als die allgemeine Industrie.

Zu dieser Zeit kamen Zweikomponentenlötstopplacke auf, die Weltproduktion wurde auf 500 Mio USD geschätzt, davon wurden etwa 60% in den USA hergestellt. Es muss allerdings dazugesagt werden, dass statistische Daten aus der Anfangszeit nicht verfügbar sind, die amerikanische IPC begann erst 1980 mit der (damals noch sehr lückenhaften) Erfassung von Produktionszahlen.

DuPont erfand 1967 den Trockenfilm als Ätzresist zur Leiterbilderstellung, Rogers vergab eine Lizenz zur Herstellung von flexiblen Schaltungen an Nippon Oil Seal, die später zu Nippon Mektron umfirmierte. Heute ist Nippon Mektron weltgrößter Hersteller. Die Leiterbildstrukturen schrumpften auf nunmehr minimal 250/250 µm, wobei der größte Teil der Weltproduktion immer noch bei 300/300 µm lag.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:44219513)