EMV-Richtlinien für Geräteprüfungen, Teil 4 Die FCC-Zulassung eines WLAN-Routers in den USA

Autor / Redakteur: Bernd Selck* / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

In unserem vierten Teil der Serie zeigen wir Ihnen am Beispiel eines WLAN-Routers das Zulassungsverfahren in den USA und Kanada vor. Im Gegensatz zum europäischen System, sind die Anforderungen hier verpflichtend.

Anbieter zum Thema

Produkte dürfen nur dann in den USA auf den Markt gebracht werden, wenn sie den Anforderungen der Federal Communications Commission (FCC) genügen. In Europa wurden private Stellen als Telecommuniction Certification Body (TCB) anerkannt. Hierzu gehört die Phoenix Testlab in Blomberg. Phoenix Testlab ist für alle Scopes als TCB von der Bundesnetzagentur anerkannt und kann somit Zulassungen (FCC Grants) für alle zulassungsrelevanten Produkte nach dem Verfahren „Certification“ erteilen.

Zusätzlich sind die Prüflabore von Phoenix Testlab im Rahmen des MRA und nach den Regeln der US-Behörde FCC anerkannt. Dies ist die Grundvoraussetzung, womit der Hersteller das Verfahren „Declaration of Conformity“ nutzen kann. Dieses Verfahren ist zum Beispiel für viele PCs, PC-Komponenten und angeschlossene Geräte, wie WLAN-Router, anzuwenden.

Bildergalerie

Wie ein WLAN-Router vermessen wird

Generell fällt ein WLAN-Router in das Scope A4 „UNII devices & low power transmitters using spread spectrum techniques“. Die für die Zulassung relevanten Anforderungen sind detailliert in den Unterrubriken 15C des Code of Federal Regulations (CFR) 47 beschrieben. Je nach genutzter Frequenz sind die Unterrubriken 15.247 und/oder 15.407 heranzuziehen.

Für die Zulassungsprozedur gelten die Anforderungen aus dem CFR 47 Part 2. Weitere Dokumente, die für eine Zulassung relevant sein könnten, sind in der FCC Knowledge Data Base (KDB) auf der E-Filing Seite (siehe InfoClick) zu finden. In den USA dürfen für WLAN 802.11b/g nur die Kanäle 1 bis 11 (Tabelle 1) benutzt werden. Es dürfen die Frequenzen 5,15 bis 5,25 GHz nur für Indoor-Anwendungen verwendet werden.

Je nach Frequenz müssen Anforderungen an TPC (Transmit Power Control im 5,47 bis 5,725 GHz-Band) und DFS (Dynamic Frequency Selection, 5,25 bis 5,35 GHz Band und 5,47 bis 5,725 GHz Band) eingehalten werden. TPC reduziert, ähnlich wie bei Mobiltelefonen, die Sendeleistung abhängig von der Notwendigkeit. Ein guter Kontakt zwischen den Geräten bedeutet geringere Sendeleistung. Bei DFS wird selbständig eine freie Frequenz gewählt, um beispielsweise das Stören von Radaranlagen zu vermeiden.

Je nach Sendeleistung und Abstand zum menschlichen Körpern sind Anforderungen an SAR (Specific Absorption Rates, Spezifische Absorptionsrate) oder MPE (Maximum Permissible Emission, Maximal zulässige Aussendung).

Tabelle 1: Übersicht der Frequenzen und Kanäle 2,4 GHz (Archiv: Vogel Business Media)

Im OET Bulletin 65, Supplement C, „Exposure to Radio frequency Electromagnetic Fields“, sind die Anforderungen für die SAR-Messungen beschrieben. Weitere Dokumente sind in der Knowledge Database der FCC zu finden. Die MPE wird in einem vorgegebenen Abstand (in der Regel 20 cm) zu Körpern berechnet. Für die Messungen für die Zulassung in Kanada ist die RSS 210 in Verbindung mit der RSS-Gen heranzuziehen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:306456)