Schadstoffe in Elektrogeräten Die Europäische RoHS-II-Richtlinie gilt jetzt auch für Kontrollgeräte

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Ab dem 22. Juli gilt die RoHS-II-Richtlinie auch für industrielle Überwachungs- und Kontrollinstrumente. Auch die Übergangsfrist läuft ab. Eingehalten werden müssen zudem wichtige Grenzwerte. Ein Überblick.

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Ab dem 22. Juli gilt die RoHS-II-Richtlinie auch für industrielle Überwachungs- und Kontrollinstrumente.
Ab dem 22. Juli gilt die RoHS-II-Richtlinie auch für industrielle Überwachungs- und Kontrollinstrumente.
(Bild: Dekra)

Die Europäische RoHS-II-Richtlinie oder auch EU-RL 2011/65/EU regelt Schadstoffanforderungen an Elektro- und Elektronikgeräte (EEE) und steht für „Restriction of Hazardous Substances“. Mit der Neufassung der RoHS im Jahr 2011 wurde festgelegt, dass über die bisherigen acht Gerätekategorien hinaus auch folgende Gerätekategorien künftig den Stoffverwendungsverboten unterliegen:

  • Medizinische Geräte im Sinne der RoHS ab 22. Juli 2014,
  • Überwachungs- und Kontrollinstrumente (sofern nicht für industrielle Zwecke) ebenfalls ab 22. Juli 2014,
  • In-Vitro-Diagnostika ab 22. Juli 2016 und
  • neu industriell genutzte Überwachungs- und Kontrollinstrumente ab 22. Juli 2017

Die DEKRA-Experten weisen ausdrücklich darauf hin, dass ab dem 22. Juli auch die zeitlich befristeten Ausnahmen ablaufen. Hersteller und Importeure von Überwachungs- und Kontrollinstrumenten für industrielle Anwendungen sollten deshalb sicherstellen, dass alle verwendeten Teile zukünftig den RoHS-Anforderungen entsprechen. Eingehalten werden müssen die Grenzwerte für die Schwermetalle:

  • Blei,
  • Quecksilber,
  • Cadmium,
  • Chrom VI sowie
  • die Flammschutzmittel PBB und PBDE.

Die Grenzwerte beziehen sich immer auf das homogene Material, das heißt, sie gelten beispielsweise auch für Beschichtungen. Außerdem muss der Hersteller oder der Importeur eine RoHS-Konformitätserklärung erstellen. Beim Zusammenstellen der technischen Dokumentation sollte er sich an der DIN EN 50581 orientieren und entsprechende Compliance-Prozesse aufbauen.

Manche Produkte sind weiterhin von RoHS ausgenommen, da zahlreiche produktspezifische und stoffspezifische Ausnahmen weiter gelten. In Zweifelsfällen raten die Experten der DEKRA dazu, einen Fachmann hinzuzuziehen, wenn Ausnahmeregelungen angewandt werden sollen.

Beispiele für die Produktkategorie sind: Bodenwaagen, Hängewaagen, Industriewaagen (NSW), Kranwaagen oder Prüfstände. Details finden Sie hier..

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