Elektrogeräte im Haushalt Die EU reformiert Energielabel

Autor / Redakteur: Gary Huck / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Wenn Sie ein Elektrogerät kaufen, achten Sie auf das Energielabel? Die Mehrzahl der Käufer hat einen Blick darauf. Allerdings wird das Label bald etwas anders aussehen.

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Vergleich: Links das alte, rechts das neue Energielabel.
Vergleich: Links das alte, rechts das neue Energielabel.
(Bild: EU-Kommission)

Die Europäische Kommission hat das Energielabel für elektronische Geräte reformiert. Im Laufe des Jahres 2021 soll die neue Skala für fünf Produktklassen eingeführt werden. Diese sind: Kühlgeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen, elektronische Displays und Leuchtmittel. Im Gegensatz zur alten Skala, die Abstufungen von A+++ bis D enthielt, ist die neue Skala von A bis G abgestuft.

Durch die Neueinteilung können sich auch bestehende Klassifizierungen verändern. Die neue Klasse A soll laut EU vorerst leer sein und sukzessive mit den energieeffizientesten Geräten gefüllt werden. Produkte, die nach der alten Skala in der Kategorie A+++ eingeordnet wurden, könnten beispielsweise in die Kategorie B abrutschen.

Bis zu 66 Mrd. Euro Mehreinnahmen

Eine Umfrage der EU ergab, dass 79 Prozent der Verbraucher das Energielabel in ihre Kaufentscheidung einfließen lassen. Mit der Reformierung soll der Markt für Elektrogeräte noch nachhaltiger werden. Die Europäische Kommission prognostiziert eine durchschnittliche Ersparnis von bis zu 285 Euro pro Jahr für die Verbraucher. Europäische Unternehmen könnten aus der Maßnahme Mehreinnahmen in Höhe von 66 Mrd. Euro ziehen.

Nachhaltige Elektrogeräte: Die Unterschiede auf dem Label im Detail.
Nachhaltige Elektrogeräte: Die Unterschiede auf dem Label im Detail.
(Bild: EU-Kommission)

Die konkrete Umsetzung der Einteilung sieht folgendermaßen aus: Waschmaschinen, Geschirrspüler, elektronische Displays und Kühlschränke sollen in Läden und Online-Shops ab dem 1. März 2021 mit den neuen Labels ausgezeichnet werden. Ab dem 1. September 2021 gilt das auch für Leuchtmittel.

Was zu tun ist

Wie der Auszeichnungsprozess abläuft, welche Fristen einzuhalten sind und wann Ausnahmeregelungen greifen, hat die EU-Kommission in einem Dokument festgehalten. Als zusätzlichen Service gibt es zusätzlich einen Labelgenerator.

Geräte, die neu ausgezeichnet werden oder neu auf den Markt kommen, müssen in der Europäischen Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung (EPREL) registriert werden.

Als Hilfestellung für KMU und Verbraucher hat die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung eine App zu den neuen Richtlinien veröffentlicht. Damit kann man auf die EPREL-Datenbank zugreifen, Verordnungen einsehen und über ein Glossar Erklärungen zu Begrifflichkeiten rund um die neue Regelung finden.

Geräte lassen sich besser reparieren

Zum 1. März tritt außerdem noch eine Ökodesign-Verordnung in Kraft. Hersteller oder Importeure werden darin verpflichtet, Ersatzteile wie beispielsweise Motoren, Kohlebürsten, Pumpen, Stoßdämpfer, Federn und Waschtrommeln für sieben bis zehn Jahre nach dem Marktstart eines Geräts anzubieten. Diese Teile sollen laut EU fachlich kompetenten Reparaturen zur Verfügung gestellt werden.

Für Endanwender gilt, dass Teile wie Türen, Scharniere und Dichtungen ebenfalls mehrere Jahre nach Produktstart noch angeboten werden müssen. Die maximale Lieferzeit für diese Ersatzteile soll bei 15 Werktagen liegen.

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