E-Paper im industriellen Einsatz Die elektronischen Etiketten lassen sich vielseitig einsetzen

Autor / Redakteur: Andreas Hellwig * / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Elektronische Etiketten eignen sich sehr gut für Preisinformationen in Supermärkten. Da sie sich vernetzen lassen, sind Einsatzmöglichkeiten im Maschinen- und Anlagenbau möglich.

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Elektronische Etiketten: Als ESL-TAGs werden E-Paper-Displays verwendet, da sie neben einen hohen Kontrast auch bei hellen Umgebungen und Sonnenlicht problemlos abzulesen sind.
Elektronische Etiketten: Als ESL-TAGs werden E-Paper-Displays verwendet, da sie neben einen hohen Kontrast auch bei hellen Umgebungen und Sonnenlicht problemlos abzulesen sind.
(Bild: Adkom)

Mit einem E-Paper-Display lassen sich statisch Informationen über einen langen Zeitraum darstellen, ohne das gefürchtete „Image Retention“ in der Anzeige zu verursachen. Dieser Effekt tritt bei der Erneuerung des Displayinhaltes ein, wenn die vorherig dargestellte Information leicht sichtbar erhalten bleibt. Für die Initialisierung der Displayinhalte und für die Änderungen der Anzeige wird Energie benötigt; allerdings liegt kein Energieverbrauch vor, solange es zu keinem Refresh des Inhalts kommt. Ein weiterer wesentlicher Vorteil eines E-Paper-Displays ist der hohe Kontrast, sowie die Möglichkeit, das Display von allen Seiten abzulesen. Das funktioniert auch bei hellen Umgebungen und bei Sonnenlicht.

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Wo der Einsatz eines E-Paper-Displays sinnvoll ist

Die Displays sind reflektiv, eine Hinterleuchtung der Anzeige ist nicht notwendig. Allerdings sollten Displays auf Basis von E-Paper bei direkter Sonnenlichteinstrahlung durch den Einsatz geeigneter UV-Schutzgläser vor intensiver UV-Belastung geschützt werden. Dank ihrer Bistabilität und dem damit einhergehenden geringen Energieverbrauch prädestiniert die E-Paper-Technik überall dort, wo Anzeigedaten nicht häufig geändert werden.

Eine derzeit noch bestehende Einsatzhürde ist der noch sehr enge Temperaturkorridor während des Betriebs: Sind herkömmliche LC-Displays für den Temperaturbereich -20 bis 70 °C ausgelegt, ist dieser bei E-Paper enger gefasst und liegt bei ±0 bis 50 °C. Es werden aktuell E-Paper für den Betrieb in Tiefkühltheken angeboten, diese Displays weisen jedoch eine Temperaturspreizung von -25 bis 10 °C auf. Für einen Einsatz außerhalb der vorgenannten Umgebungstemperaturen können Heizfolien für die Displays eine Lösung darstellen.

E-Paper-Display mit MAC-Adresse

Durch ihren Einsatz bei großen Handelsketten und Supermärkten sind sogenannte ESL-Label oder auch ESL-TAGs am Markt bekannt geworden. Der Begriff ESL-TAG bezeichnet ein elektronisches Etikett (ESL = Electronic Shelf Label), also ein E-Paper komplett mit dazu gehöriger Steuerplatine, in einem passgenauen Kunststoffgehäuse mit frontseitigem Sichtfenster. Auf der Platine ist die Sende- und Empfangseinheit untergebracht. Die Versorgung mit der notwendigen Energie erfolgt über eine Knopfzelle.

Jedes dieser Etiketten ist eine unabhängige Anzeigeeinheit. Für die elektronischen Etiketten werden am Markt E-Paper-Displays mit Diagonalen von 2,1 und 2,9 Zoll angeboten. Jedem einzelnen Display ist eine eineindeutige MAC-Adresse zugeordnet. Damit kann jederzeit unabhängig von anderen Etiketten auf ein einzelnes TAG-Label zugegriffen werden, um die Anzeige zu bearbeiten oder Daten zu übertragen. Mit einer entsprechenden Anzahl an elektronischen Labels lassen sich komplette Warenauslagen oder Lagerregale etikettieren. Die Änderungen können von einem zentralen Rechner aus für jeden Artikel vorgenommen werden.

Die Ansteuerung der einzelnen Labels erfolgt über Access Points, die meist eine Zahl von mehreren hundert dieser Etiketten in einem Umkreis von circa 30 Metern erreichen können. Jeder einzelne Access Point ist dabei mit eigener IP-Adresse versehen und deshalb eindeutig im Netzwerk identifizierbar. Die in Reichweite installierten Etiketten melden sich selbstständig auf dem am besten zu erreichenden Access Point an.

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