Die EEBus-Kommunikation sorgt für ein stabiles Stromnetz

| Redakteur: Hendrik Härter

Der großflächige Einsatz von Elektromobilität verursacht Lastspitzen im Stromnetz. Im vernetzten Gebäude sorgt der EEBus für ausgeglichene Erzeugungs- und Lastspitzen.
Der großflächige Einsatz von Elektromobilität verursacht Lastspitzen im Stromnetz. Im vernetzten Gebäude sorgt der EEBus für ausgeglichene Erzeugungs- und Lastspitzen. (Bild: EEBus Initiative)

Stromspitzen durch Elektromobilität gefährden das Stromnetz. Über die EEBus-Kommunikation im Gebäude sollen Erzeugungs- und Lastspitzen ausgeglichen werden.

Ob in Zeiten schwacher Energienachfrage, etwa am Neujahrstag, während der gefürchteten Dunkel-Flaute ohne Wind und Sonnenschein oder angesichts eines absehbaren Booms der Elektromobilität und den damit aufkommenden, neuen Stromverbrauchern: In den Zeiten der Energiewende ist die künftige Stabilität des Stromnetzes ständig Gegenstand von Diskussionen.

Energiewende braucht Flexibilität

Eines haben diese Phänomene gemeinsam: Um die Wende hin zu erneuerbaren Energieträgern mit ihren variablen Erzeugungsleistungen zu meistern, müssen alle Bereiche der Energiewirtschaft flexibler werden. Das beste Beispiel ist zeitversetztes Laden. Wenn die Ladeeinrichtungen von Elektroautos ihren Stromverbrauch innerhalb des Hauses und im Stromnetz mit anderen großen Verbrauchern abstimmen und zeitversetzt über einen längeren Zeitraum abrufen, dann lassen sich Spitzenlasten verteilen und Netzüberlastungen vermeiden.

Mit ihrer „gemeinsamen Sprache für Demand Side Flexibility“ bieten EEBus, ESMIG und Energy@home die Voraussetzung, dass Stromanbieter und Netzbetreiber variable Lasten ihrer Kunden sicher, anonym und direkt abrufen und zeitlich steuern können. Die vorgestellte Kommunikationslösung funktioniert europaweit, insbesondere auf Basis von Smart-Meter-Gateways, wie sie in Deutschland ab Frühjahr 2018 nach und nach flächendeckend eingeführt werden. Stromanbieter und Netzbetreiber können auf Basis dieser übergreifenden Vernetzung ihren Kunden in ganz Europa innovative Geschäftsmodelle anbieten.

„Demand Side Flexibility“ mit EEBus offenbart so erstmals einen greifbaren Vorteil der Smart-Meter-Technik: Das Haus kann damit dem Netz sagen, was es braucht. Und das Netz kann antworten, wann der Verbrauch sich lohnt.

Home-Energy-Management als Tor zum Smart Grid

Voraussetzung für die flexible Verbrauchssteuerung ist, neben der sicheren Verbindung mit dem Stromnetz, etwa über eine Smart-Meter-Infrastruktur, die Vernetzung der beteiligten Verbraucher im Haus. Heizung, E-Auto Ladestation und etwa Hausgeräte verbinden sich dafür mit einem zentralen Home-Energy-Manager, der gegenüber dem Netz den Energiebedarf des gesamten Hauses repräsentiert.

Damit das im Zusammenspiel mit den zahlreichen proprietären Smart-Home-Systemen funktioniert, entwickelt die EEBUS-Initiative mit ihren über 70 Mitgliedsfirmen einen branchen- und herstellerübergreifenden Kommunikationsstandard – die globale Sprache für Energie im Internet of Things.

Die von EEBus, ESMIG und Energy@home vorgestellten Kommunikationslösung für „Demand Side Flexibility“ lohnt sich auch finanziell: Laut einer 2017 von Vaasa ETT und Joule Assets veröffentlichten Studie1 zahlen sich Investitionen in das heimische Energiemanagement und die flexible Verbrauchssteuerung bei einer breiten Einführung der Technologien bereits in weniger als zwei Jahren aus.

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