Die dreistesten Fälschungen und Plagiate des Jahres 2019

| Redakteur: Katharina Juschkat

Der erste Preis ging an die Fälschung des Schrägsitzventils „Typ 2000“ der Bürkert Werke GmbH & Co. KG. Rechts im Bild ist das Plagiat, das von der Ningbo ACME Industrial Automation Co. Aus China stammt. Der Nachahmer hat ein ganzes Produktprogramm kopiert. Er verletzt die international registrierte Bildmarke (4 Streifen) und das u.a. in China eingetragene Design. Bei der 1:1 Kopie des Ventils wurden alle Bürkert-typischen Designelemente, z.B. die Rahmen um die Zahlen beim Messingventilgehäuse, übernommen, so dass Verwechslungsgefahr besteht.
Der erste Preis ging an die Fälschung des Schrägsitzventils „Typ 2000“ der Bürkert Werke GmbH & Co. KG. Rechts im Bild ist das Plagiat, das von der Ningbo ACME Industrial Automation Co. Aus China stammt. Der Nachahmer hat ein ganzes Produktprogramm kopiert. Er verletzt die international registrierte Bildmarke (4 Streifen) und das u.a. in China eingetragene Design. Bei der 1:1 Kopie des Ventils wurden alle Bürkert-typischen Designelemente, z.B. die Rahmen um die Zahlen beim Messingventilgehäuse, übernommen, so dass Verwechslungsgefahr besteht. (Bild: Aktion Plagiarius e.V.)

Gefälschte Ventile, Fahrradtaschen und Handbrausen: Der Plagiarius zeichnet erneut die dreistesten Fälschungen des Jahres 2019 mit dem Negativpreis aus. Auffällig dieses Jahr: Fast alle Fälschungen stammen aus China.

Es ist ein Preis, den keiner haben möchte: Heute wurde erneut der Plagiarius verliehen. Der schwarze Zwerg mit der goldenen Nase geht jedes Jahr an die dreistesten Fälschungen und Plagiate. Die „Preisträger“ kommen auch dieses Jahr aus verschiedensten Bereichen: Gefälschte Fahrradtaschen, Ventile oder glatte 19 Plagiate eines einzigen Produktes zeigen, wie dreist Fälscher vorgehen.

Dabei sind die Fälschungen häufig nicht nur Geschäfts- und rufschädigend für den Originalhersteller, sondern können auch ein enormes Sicherheitsrisiko darstellen, da die Plagiate häufig nicht an die Qualität des Originals herankommen.

Alle Preisträger im Überblick:

Auch die Verbraucher sind in der Verantwortung

Die Aktion Plagiarius e.V., die hinter der Preisverleihung steht, betont, dass der Plagiarius nichts darüber aussagen kann, ob ein nachgemachtes Produkt im juristischen Sinne erlaubt oder rechtswidrig ist. Die Aktion Plagiarius kann kein Recht sprechen. Sie darf aber auf Unrecht aufmerksam machen. Bevor die jährlich wechselnde Jury die Preisträger auswählt, werden die vermeintlichen Plagiatoren über ihre Nominierung informiert und erhalten die Möglichkeit zur Stellungnahme. Neben fallbezogenen Informationen fließen diese Reaktionen, sofern erfolgt, mit in die Bewertung ein.

Original und Plagiat sind nur auf den ersten Blick täuschend ähnlich. Gleiches Aussehen bedeutet keineswegs zwangsläufig die gleiche Qualität, Leistungsfähigkeit und vor allem Sicherheit, warnt die Aktion. Und hier sind auch die Verbraucher in der Verantwortung, denn Märkte regeln sich über Angebot und Nachfrage.

Aktion Plagiarius e.V. fordert, dass sich Verbraucher bewusst gegen Ramsch mit Label von Kriminellen – und für die eigene Sicherheit – zu entscheiden. Gerade beim Einkauf im Internet sollten Verbraucher sehr genau hinsehen und nicht voreilig und kritiklos auf „Kaufen“ klicken. Sie sollten sorgfältig die allgemeine Seriosität des Anbieters sowie Impressum, Zahlungsbedingungen (Achtung bei „nur Vorkasse“), Widerrufmöglichkeiten etc. prüfen.

Die meisten Fälschungen stammen aus China

Die Zoll-Statistiken zeigen, dass China nach wie vor mit großem Abstand das Hauptursprungsland gefälschter Waren ist. Vor diesem Hintergrund thematisieren Politiker aller Industrienationen bei jedem Treffen mit chinesischen Regierungsvertretern die Probleme westlicher Firmen in Bezug auf Produktpiraterie und unfaire Marktzugangsbarrieren.

Gleichzeitig aber verfolgt China seit Jahren mit Nachdruck und mit Investitionen in Milliardenhöhe seinen ehrgeizigen Zehnjahresplan „Made in China 2025“: Das Land will zu den technologisch führenden Industrieländern aufschließen. Weg von der verlängerten Werkbank des Westens hin zum ernsthaften Mitbewerber auf den Weltmärkten. Diese Strategie Chinas beinhaltet auch die gezielte Übernahme westlicher Unternehmen, die zukunftsweisende Schlüsseltechnologien besetzen. Westliche Regierungen und Firmen realisieren langsam die Gefahr, die für die eigene Wettbewerbsfähigkeit auf den globalen Märkten von dieser Entwicklung ausgeht und fangen an gegenzusteuern.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Konstruktionspraxis.de.

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posted am 15.02.2019 um 12:47 von Unregistriert


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