Die Biene Maja bekommt Unterstützung vom Supercomputer

| Redakteur: Julia Schmidt

Für die Berechnung der mehr als 230.000 3D-Bilder des neuen Biene-Maja-Films nutzte das Animationsstudio M.A.R.K.13 mit Sitz in Stuttgart die HazelHen.
Für die Berechnung der mehr als 230.000 3D-Bilder des neuen Biene-Maja-Films nutzte das Animationsstudio M.A.R.K.13 mit Sitz in Stuttgart die HazelHen. (Bild: HLRS)

HazelHen ist der Name von Deutschlands derzeit schnellstem Supercomputer in Stuttgart. Das Animationsstudio M.A.R.K 13 hat sich die Rechnenleistung des Computers für den neuen Biene-Maja-Kinofilm ausgeliehen.

HazelHen ist das Herzstück der High Performance Computing (HPC)-Systeminfrastruktur von HLRS. Mit einer Spitzenleistung von 7,42 Petaflops (Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde) ist Hazel Hen eines der leistungsstärksten HPC-Systeme der Welt. Der Computer hält Platz 19 der Top 500 der schnellsten Computer der Welt. Die Liste wird zwei mal im Jahr unter anderem im Rahmen der SC, der internationalen Konferenz für Supercomputer in den Vereinigten Staat, veröffentlicht.

Noch ist HazeHen aus Stuttgart, ein Cray XC40, der schnellste Computer Deutschlands. Doch bald wird HazelHen diesen Titel an den Neuen in Jülich abgeben müssen. Hazel Hen wurde im Oktober 2015 in Betrieb genommen. Sie basiert auf dem Intel-Haswell-Prozessor und den Netzwerktechnologien von Cray Aries und ist auf nachhaltige Anwendungsperformance und hohe Skalierbarkeit ausgelegt. Damals war er der schnellste Höchstleistungsrechner in Europa.

„Die Biene Maja“ fliegt mit Rechenpower aus Stuttgart

Doch was hat das alles nun mit der Biene Maja zu tun? Seit dem 1. März ist der neue Animationsfilm „Die Biene Maja – Die Honigspiele“ im Kino. Der Film wurde von der in München ansässigen Studio 100 Media und Studio B Animation, in Koproduktion mit dem ZDF produziert. Für die Berechnung der mehr als 230.000 3D-Bilder des Films nutzte das Animationsstudio M.A.R.K.13 mit Sitz in Stuttgart die HazelHen. Und das nicht zum ersten Mal.

„Wir haben bereits für den ersten Kinofilm mit der Biene Maja 2014 auf die Rechenkapazitäten des HLRS zurückgegriffen, weil unsere internen Kapazitäten auch aus Zeitgründen nicht ausreichten“, erklärt Holger Weiss, CEO von M.A.R.K.13. „Beim zweiten Kinoabenteuer haben wir in Sachen Rendering am HLRS stark von den Erfahrungen aus dem ersten Film profitiert. Wir konnten Prozessabläufe deutlich optimieren.“

45 Minuten pro Frame

Pro Frame (Einzelbild) lag die Berechnungszeit für das bunte Insektentreiben bei etwa 45 Minuten. Bis zu 200 Bilder berechnete HazelHen gleichzeitig – limitiert lediglich durch Software-Lizenzen, nicht etwa durch eigene Kapazitätsgrenzen. Das Datenvolumen für die Bildberechnung betrug insgesamt 245 Terabyte, die Rechenzeit knapp sechs Monate.

„Während wir 2014 die Festplatten noch händisch zum HLRS transportiert haben, musste die Biene Maja dank neuem Glasfaseranschluss dieses Mal nicht mehr mit der S-Bahn fahren. Die Kooperation mit dem HLRS als regionaler Ansprechpartner hat sich dadurch zusätzlich gelohnt“, erklärt Weiss. „2018 werden wir deshalb weitere gemeinsame Projekte realisieren.“

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Im Artikel steht sogar 45 MINUTEN pro Frame. Das liegt halt daran, dass zum rendern CPUs...  lesen
posted am 05.03.2018 um 08:43 von Unregistriert

45 Sekunden pro Frame erscheint mir etwas langsam, selbst wenn die Qualität 1000x besser sein...  lesen
posted am 02.03.2018 um 14:30 von wurl


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