Unternehmensranking Die 30 umsatzstärksten MEMS-Hersteller 2006

Redakteur: Jan Vollmuth

In einer aktuellen Studie ermittelte das Beratungsunternehmen WTC die 30 weltweit führenden MEMS-Herstelle und -Auftragsfertiger. Dabei wurden der Umsatz im Jahr 2006, Produkte und Applikationen berücksichtigt. Platz Eins behauptet wie schon im Vorjahr Texas Instruments mit neuem Umsatzrekord vor Hewlett Packard und Canon.

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Mikroelektronische Mechanische Systeme, kurz MEMS, sind aus der Halbleiterindustrie nicht mehr wegzudenken: Die Tausendstelmillimeter kleinen Bauteile kommen heute in zahlreichen elektronischen Anwendungen eingesetzt, vom Tintenstrahl-Druckkopf bis zum Airbag im Auto.

Analysten des Münchner Hightech-Beratungsunternehmens WTC - Wicht Technologie Consulting haben nun in einer umfangreichen Studie MEMS-Hersteller und MEMS-Auftragsfertiger unter die Lupe genommen und eine Rangliste der jeweils umsatzstärksten Unternehmen aufgestellt. Dazu hat WTC über 60 führende Firmen aus dem MEMS Bereich von Februar bis März 2007 interviewt.

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Abgefragt wurden die aktuellen MEMS-Umsätze, Produkte, Applikationen und Ansichten zu wichtigen Veränderungen in der Industrie. Die Ergebnisse sind eine Kombination aus öffentlich zugänglichen Zahlen und bestätigten Schätzungen, die wiederum auf Stückzahlen und durchschnittlichen Verkaufspreisen basieren.

„Obwohl es bereits seit einigen Jahren Rankings gibt, wollten wir eine eigene Studie erstellen. Denn die Ergebnisse dieser Ranglisten waren für uns nicht zufrieden stellend“, sagt Jérémie Bouchaud, Marktforschungsleiter bei WTC. „Aus unserer Sicht fehlten wichtige Unternehmen wie FLIR, Marktführer im Bereich Microbolometer, oder MSI, der amerikanische Hersteller von Drucksensoren und piezoelektrischen Beschleunigungsmessern. Zudem wurde bei anderen Rankings die MEMS-Umsätze von Unternehmen wie Avago Technologies stark unterschätzt.“

Texas Instruments behauptet Platz 1

In der Rangliste „mems30“ haben die WTC-Analysten 30 weltweit umsatzstärksten MEMS-Hersteller 2006 zusammengetragen. Texas Instruments (TI) behauptet mit seinen DLP-Chips Platz Eins. Der amerikanische Elektronikkonzern hat im vergangenen Jahr mit einem Umsatz von 905 Mio. US-$ einen neuen Rekord erzielt. Nach einem Rückgang von 8% im Jahr 2005 war der DLP-Umsatz im letzten Jahr wieder um 15% gestiegen.

Hauptumsatzquelle von TI im DLP-Sektor bleibt das Projektoren-Geschäft. WTC rechnet damit, dass Marktanteil und Umsatz in Rückprojektions-Bereich (TV) durch die starke Konkurrenz der LCD- und Plasma- Flachbildschirme weiter zurückgehen werden.

Die Druckersparte trägt weiterhin stark zu den globalen MEMS Umsätzen bei, in den Top 10 sind alleine 5 Hersteller von Tintenstrahldruckköpfen vertreten: Hewlett Packard, Canon, Lexmark und Seiko mit ihrer eigenen Produktion sowie STMicroelectronics als wichtigster Auftragsfertigungspartner von HP.

Bosch erzielt hohe Umsätze in der Automobilsparte

Eine weitere große Umsatzquelle für MEMS-Hersteller ist die Automobilindustrie: Bosch setzte Produkte im Wert von 374 Mio. US-$ um, dicht gefolgt von Freescale auf Platz 9 mit 200 Mio. US-$ Umsatz bis hin zu Panasonic mit 102 Mio. US-$ MEMS-Umsatz auf dem 17. Platz. Sowohl Drehrad- und Beschleunigungssensoren für Anwendungen in der Fahrzeugdynamik (ESP) wie auch Drucksensoren für TPMS waren ein wichtiger Motor für den MEMS-Automobilmarkt 2006.

Weitere interessante Ergebnisse der MEMS-Rangliste: Avago klettert mit 200 Mio. US-$ Umsatz auf Rang 8 und verteidigt damit klar die Marktführung im FBAR-Filter-Geschäft für Mobiltelefone; das Unternehmen verkaufte im letzten Jahr 220 Mio. FBAR-Produkte. Formfactor, Hersteller von MEMS-basierten Prüfkarten für den Test von Halbleitern, ist erst seit 4 Jahren am Markt und liegt 2006 mit 92 Mio. US-$ Umsatz bereits auf Rang 20. Und Colibrys ist das einzige Unternehmen, das die Dienstleistungen der Auftragsfertigung zu seinem Gesamtumsatz addierte und es damit in die Top 30 schaffte.

MEMS-Foundry-Geschäft wuchs 2006 um 30%

Die zweite WTC-Rangliste „mems10 foundries“ nennt eine homogene Gruppe von Auftragsfertigern, die auf den MEMS-Bereich spezialisiert sind oder nur in diesem tätig sind. Der Umsatz der Top-10-MEMS-Auftragsfertiger erreichte 2006 eine Summe von 131 Mio. US-$.Dieser Markt wuchs damit um 30% gegenüber dem Vorjahr.

Das amerikanische Unternehmen Innovative Micro Technology (IMT) übernahm den taiwanesischen Mitbewerber Asia Pacific Microsystems (APM) und wurde so zum führenden MEMS-Auftragsfertiger mit einem Umsatzanstieg von 13 Mio. US-$ auf 21 Mio. US-$. Diese Zahlen resultieren aus Produktionsverträgen für Infrarotsensoren, MOEMS und DC-Switch-Komponenten für den Telekommunikationsbereich. Silex, mit Sitz in Schweden, legte 2006 die größte Dynamik an den Tag und verdoppelte seinen Umsatz auf 13 Mio. US-$, hauptsächlich durch Aktivitäten im Life-Science- und TK-Bereich.

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Größere Halbleiterhersteller dominieren das Foundry-Geschäft

Größere Halbleiterunternehmen wie STMicroelectronics and Sony bedienen im Gegensatz zu den „mems10 foundries“ mit 15 bis 60 Kunden in der Regel einen Key-Kunden. So hat STMicroelectronics mit HP eine strategische Partnerschaft für die Produktion von Druckköpfen, während Sony Semiconductor Kyushu Corp (SCK) für Knowles Acoustics der primäre Lieferant von MEMS-Mikrophone-Wafern ist.

Obwohl MEMS einen sehr kleinen Teil ihrer Aktivitäten ausmacht, dominieren diese Unternehmen derzeit das MEMS-Foundry-Geschäft hinsichtlich des Umsatzes: WTC schätzt, dass der STMicroelectronics ca. 240 Mio. US-$ und SCK rund 35 Mio. US-$ damit umsetzen.

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