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Die 10 schrägsten Datenrettungsfälle 2017

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6. Verdrehter Sabotageakt

Ein Kunde kam mit seinem defekten Datenträger ins Attingo-Labor, nachdem er ihn zuvor zu einem Mitbewerber gebracht hatte. Dieser hatte im Erstgespräch am Telefon eine Preisspanne von 200 bis 400 Euro für die Datenrettung genannt, stellte dem Kunden jedoch dann ein Angebot von satten 2.700 Euro aus. Als der Datenträger im Attingo-Labor geöffnet wurde, konnten zunächst keine sichtbaren Schäden auf den Magnetscheiben festgestellt werden und auch die Schreib-Lese-Köpfe funktionierten in einem Cross-Check einwandfrei. Nach einem längeren Diagnoseverfahren konnte der Techniker dann herausfinden, dass der Mitbewerber nach Ablehnen des Angebots durch den Kunden die Magnetscheiben wohl vorsätzlich kopfüber eingebaut hatte, um eine spätere Datenrettung erheblich zu erschweren.

Das wirklich Kuriose an dem Fall: eigentlich war nur die Elektronik-Platine der Festplatte defekt! Attingo konnte die Daten schließlich retten – und zwar nicht um den unrealistischen Lockpreis des Konkurrenten, sondern zu einem dem ursprünglichen Schadensbild entsprechenden, fairen Preis von 900 Euro.

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7. Der verwirrte Wissenschaftler

Das Klischee des konfusen Wissenschaftlers im Labormantel und mit zerzaustem Haar dürfte wohl jedem bekannt sein. Sichtlich verwirrt war auch der wissenschaftliche Mitarbeiter eines Geologie-Instituts, der Attingo wegen einer defekten SSD kontaktierte. Er versprach, den Datenträger zur Untersuchung ins Labor zu senden und tatsächlich traf am nächsten Tag per Botendienst ein Päckchen vom Institut ein.

Beim Öffnen fiel sofort die vorschriftsmäßige Verpackung auf und auch das ausgefüllte Diagnoseformular war vorhanden. Umso erstaunter war der Techniker, der die SSD unter die Lupe nehmen sollte, als er die Luftpolsterfolie entfernte und statt eines Datenträgers ein paar Gesteinsproben vorfand. Wie sich herausstellte, wusste auch der Geologenkollege des Kunden in Berlin, der die Proben ursprünglich erhalten sollte, mit der defekten SSD nichts anzufangen.

8. Die Steinzeit-Festplatte

Mit einem langwierigen und sehr außergewöhnlichen Fall sahen sich die Attingo-Techniker im Sommer konfrontiert: sie erhielten eine Festplatte des Herstellers Tandon mit einer ST506-Schnittstelle. Hierbei handelt es sich um ein echtes Festplatten-Urgestein aus einem Atari. Neben Hardware-Schäden an den Magnetscheiben war zusätzlich noch Flüssigkeit aus dem Lager ausgetreten. Der Kunde benötigte vor etwa 30 Jahren geschriebene Dokumente und Quell-Codes von Programmen. Die große Herausforderung bestand nun darin, die Daten auf eine moderne PC-Technik zu übertragen, da die MFM-Festplatte eine uralte und kaum verbreitete spezielle Übertragungstechnik verwendete.

Insgesamt dauerte es neun Monate, alle nötigen Hardware-Komponenten über Tauschplattformen zusammenzukaufen, da die Teile weltweit kaum mehr erhältlich waren. Zusätzlich mussten Prozessoren und elektronische Komponenten dazugelötet werden. Schließlich konnten die Dateien im Umfang von 21 Megabyte ausgelesen und an den Kunden ausgeliefert werden.

9. Die versteckte Nachricht

Leider kommt es immer wieder vor, dass Kunden ihre defekten Datenträger zunächst zu unseriösen Anbietern bringen, da diese mit Schnäppchenpreisen locken. Die Qualität der Dienstleistung ist dann aber auch dementsprechend schlecht – und so erreichen uns diese Festplatten und SSDs oft in einem noch schlechteren Zustand aufgrund der bisher gescheiterten Rettungsversuche.

Dass sich diese Hobbydatenretter ihrer „Schandtaten“ scheinbar sogar bewusst sind, zeigt dieser Fall: als ein Attingo-Techniker eine Kundenplatte im Reinraumlabor öffnete, staunte er nicht schlecht – es fiel ihm sofort ein kleines Post-It mit der Aufschrift „Sorry!“ entgegen. Zwar konnte bis heute nicht geklärt werden, welchen Zweck das Post-It haben sollte, aber beim zweiten Blick fiel auf: offensichtlich war der vorhergehende Bearbeiter der Platte mit dem Schraubenzieher abgerutscht und hatte einen massiven Kratzer auf der Magnetscheibe hinterlassen. Anstatt den Kunden zu informieren, hatte er einfach den Zettel hineingeklebt, die Platte verschlossen und dem Kunden mit der Diagnose „Daten unrettbar“ zurückgegeben. Dass dies diesmal leider stimmte, mussten die Attingo-Techniker im Zuge der Diagnose feststellen.

10. NAS(s) am Boden

Im Zuge seines Wohnungsumbaus integrierte ein Kunde ein Gästezimmer inklusive Badezimmer in seinen Keller, der unter Kanalniveau lag. Für die Dusche und das WC ließ er eine Hebeanlage für das Abwasser installieren. Da die Strategie für die Heim-Netzwerkinfrastruktur zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgereift war, blieb das als kleiner Homeserver genutzte NAS vorerst ebenfalls im Kellergeschoss am Boden stehen. Wie sich sehr bald herausstellte, war dies keine gute Idee, da der Installateur leider gepfuscht hatte und die Hebeanlage ihren Dienst nicht ordnungsgemäß verrichten konnte. Kurze Zeit später war plötzlich kein Zugriff mehr auf das private Film- und Fotoarchiv auf dem NAS möglich. Am Weg zur NAS war bereits ein strenger Geruch zu vernehmen und der Kunde musste feststellen dass diese bereits in Fäkalien ertrank. Wie man sich vielleicht vorstellen kann, riss sich keiner der Attingo-Techniker darum, diesen übelriechenden „Patienten“ im Labor zu behandeln. Trotz allem konnten alle Erinnerungen erfolgreich rekonstruiert und geruchlos ausgeliefert werden.

Über Attingo

Attingo ist ein Anbieter von Datenwiederherstellung im Falle von gelöschten, formatierten oder mechanisch zerstörten Datenträgern. Das Unternehmen betreibt hauseigene Reinraumlabore in Wien, Hamburg und Amsterdam und ist seit 20 Jahren europaweit Spezialist für Datenrettung bei Server- und RAID-Systemen.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal IT-Business.de.

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