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Die 10 schrägsten Datenrettungsfälle 2017

| Autor: Heidemarie Schuster

Bei der Datenrettung gleicht kein Fall dem Anderen und nicht immer ist eine Rettung möglich. Die unterschiedlichen Datenträger und Fehlerbilder machen den Beruf des Datenretters so herausfordernd, wie Attingo Datenrettung Jahr für Jahrs aufs Neue festhält. Manchmal sind es aber auch Rahmenbedingungen oder Vorgeschichten eines Datenträgers, die einen Fall außergewöhnlich machen.

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Nicht immer können Daten von defekten Festplatten gerettet werden.
Nicht immer können Daten von defekten Festplatten gerettet werden.
(Bild: ©psdesign1 - stock.adobe.com)

Bei den Datenrettern kommen jedes Jahr kuriose Fälle in den Labors an. Bei Attingo gab es in 2017 unter anderem Festplatten, die zum Himmel stinken, versteckte Botschaften und tierische Zwischenfälle.

Die zehn kuriosesten Fälle aus dem Jahr 2017 von Attingo Datenrettung finden Sie auch in der Bildergalerie.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 10 Bildern

1. Die Ameisenstraße

Viele kennen das Phänomen: im Frühjahr versuchen Ameisen in Häusern, Wohnungen und auch Büros einzuziehen. Dies ist auch bei den meisten Menschen ohne Myrmecophobie unerwünscht. Dass Ameisen jedoch auch zu Datenverlust führen können, war selbst für Attingo neu. Wobei die kleinen fleißigen Tierchen in diesem speziellen Fall nicht einmal direkt die Schuld trifft:

Ein Steuerberater stellte am Montagmorgen entsetzt fest, dass übers Wochenende Ameisen in seinen Laptop eingezogen waren – eine Ameisenstraße führte aus den seitlichen Lüftungsschlitzen quer über den Schreibtisch. Wutentbrannt griff er nach einem Buch und schlug mehrmals auf die Eindringlinge ein, dummerweise traf er dabei auch seinen Laptop mit voller Wucht, was einen Headcrash zur Folge hatte. Als Attingo die geretteten Daten am nächsten Morgen auslieferte, hatte sich der Kunde zum Glück schon wieder beruhigt und nahm sich vor, in Zukunft etwas liebevoller mit seiner Umwelt umzugehen.

2. Datenverlust nach Katzen-Frust

Haustiere haben bekanntlich ihren eigenen Kopf und geben uns auch ganz ohne menschliches Sprachvermögen genau zu verstehen, was ihnen passt oder eben auch nicht. Besonders Katzen können schon mal ihren Unmut kundtun, wenn Frauchen oder Herrchen sich nicht wunschgemäß verhalten. So fand einer unserer Kunden nach der Rückkehr von einer einwöchigen Dienstreise seine Wohnung in einem unschönen Zustand vor: seine Katze hatte gegen seine Abwesenheit und die Fütterungsvertretung protestiert, indem sie ihr Geschäft überall verrichtet hatte – nur nicht im Katzenklo. Dieser Protestaktion fiel auch das MacBook zum Opfer, was der Kunde allerdings erst bemerkte als er dieses einschalten wollte und der Katzenurin unglücklicherweise gerade bei der Festplatte zu einem Kurzschluss führte. Er hatte jedoch Glück im Unglück, denn seine Daten waren mit geringem Aufwand rettbar!

3. Der Zahnarzt als Festplattenchirurg

Attingo erhält jedes Jahr viele Festplatten, an denen sich die Betroffenen selbst oder auch Gurus im Bekanntenkreis bereits zu schaffen gemacht haben: Siegel werden gebrochen, Torx-Schrauben mit einem Kreuzschraubenzieher gelöst oder mit Zangen Deckel abgehoben, da nicht alle Schrauben gefunden werden.

Ein besonders kurioser Fall erreichte die Datenretter vor Kurzem: Ein Zahnarzt hat in seiner Ordination ein NAS-System mit zwei gespiegelten Festplatten im Einsatz – an sich vorbildhaft. Zusätzlich werden die Daten in der Nacht auf eine USB-Festplatte gesichert, welche direkt an das NAS angeschlossen ist – das ist schon deutlich riskanter, wie wir gleich sehen werden: Der Versuch den Tisch zu tauschen, auf dem das im Betrieb befindliche NAS und die externe Festplatte standen, endete leider fatal. Sowohl NAS als auch die externe Sicherungs-Platte fielen auf den Boden. Bis dato wäre eine Datenrettung immer noch problemlos möglich. Jedoch versuchte der Arzt selbst Hand anzulegen und öffnete eine Festplatte nach der anderen und werkte im Inneren des Datenträgers herum. Attingo konnte zwar noch den größten Teil der Daten rekonstruieren, der Aufwand war jedoch enorm.

4. Der schmale Grat zwischen Vorsicht und Paranoia

Sensible Daten sollten immer verschlüsselt werden, um unbefugten Zugriff möglichst zu verhindern. Die Geschäftsführerin eines Unternehmens für Steuerprüfung hat es aber dann doch etwas übertrieben: Sie verwendete insgesamt vier (!) ineinander verschachtelte, unterschiedliche Verschlüsselungssysteme auf ihrem Laptop: Die integrierte Festplattenverschlüsselung, eine Full-Disc-Encryption per Software, die Verzeichnisverschlüsselung des Betriebssystems sowie eine Container-Verschlüsselung. Erst dort lagen die sensiblen Dokumente.

Jedoch kam es unerwartet zu einem Hardware-Schaden mit massiven Oberflächenschäden auf der Laptopfestplatte. Leider wurden von der Kundin die Sicherungskopien der Verschlüsselungs-Keys nicht gesichert – ohne diese in Kombination mit den Kennwörtern ist eine Entschlüsselung nicht mehr möglich. Attingo ist es jedoch gelungen alle Sektoren mit den notwendigen Master-Keys sowie in weiterer Folge die Daten zu rekonstruieren.

5. Einmal Festplatte Capricciosa zum Mitnehmen

Auf der Attingo-Homepage finden sich detaillierte und sogar anschaulich illustrierte Anleitungen zum Verpacken eines defekten Datenträgers. Es ist natürlich verständlich, dass nicht jeder immer sofort die passenden Materialien zur Hand hat, um diese Anweisungen hundertprozentig zu befolgen. Was sich der Kunde in diesem Fall ausgedacht hat, fällt jedoch nicht einmal mehr unter „behelfsmäßig“: neben normalen Paketen hatte der Paketzusteller eines Tages auch einen Pizzakarton in der Hand. Die Freude der hungrigen Mitarbeiter über diesen unverhofften Snack war jedoch von kurzer Dauer. Der Karton war sorgfältig zugeklebt und frankiert worden. Im Inneren befand sich eine defekte externe Festplatte, die nur mit losen Papierhandtüchern „gesichert“ worden war. Der Kunde hatte jedoch Glück im Unglück – die Platte hatte trotz der unsachgemäßen Verpackung keine weiteren Schäden erlitten und die Daten konnten gerettet werden!

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