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Absatzentwicklung stagniert Deutschland verliert Anschluss an Elektro-Leitmärkte

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Elektroautos führen weltweit noch ein Nischendasein. Aber während in Deutschland nichts vorangeht, haben E-Mobile in China, Frankreich und Großbritannien einen relevanten Marktanteil erreicht.

(Foto: VW)

Der Absatz von Elektrofahrzeugen kommt im weltweiten Vergleich ganz unterschiedlich voran. Während in Deutschland die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen (Hybride und rein elektrische Modelle) im 1. Halbjahr 2016 im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum stagnierte, hat sich der Absatz dieser Autos in China mehr als verdoppelt. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Auswertung des Center of Automotive Management (CAM) hervor.

Zugleich ist China der wichtigste Markt für die Elektromobilität. Das globale Wachstum dieser Antriebsart werde quasi vom chinesischen Markt getrieben, schreiben die Forscher um CAM-Chef Stefan Bratzel. Zwischen Januar und Juni 2016 kamen in China den Angaben zufolge rund 170.000 E-Autos auf den Markt, vor Jahresfrist waren es 73.000 Einheiten. „China kann damit den Abstand zu den USA als Leitmarkt für Elektromobilität weiter ausbauen“, heißt es in einer CAM-Mitteilung.

Zweitgrößter Markt sind die USA mit rund 66.000 Neuzulassungen. Allerdings verkauften sich in dem Land vor allem Plug-in Hybride (+61,5%), die vermutlich auch häufig mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden. Der Absatzzuwachs von reinen Elektrofahrzeugen fiel mit rund 6 Prozent sehr niedrig aus. Im ersten Halbjahr des Vorjahres waren 53.000 E-Mobile aller Art zugelassen worden.

Verunsicherung in Deutschland

Immerhin aber steigen in den USA die Zulassungszahlen für reine E-Fahrzeuge. In Deutschland, wo die Zahl der Erstzulassungen von Elektromobilen bei 10.500 Einheiten zuletzt stagnierte, waren sogar weniger rein elektrisch angetriebene Elektrofahrzeuge registriert worden (4.357 Stück / -6,6 %). Die Zahl der Hybride stieg dagegen auf 6.100 Einheiten (+23,5 %). Allerdings könnte sich in diesen Zahlen auch die Unsicherheit wegen der noch unklaren staatlichen Förderung von E-Autos niederschlagen. Diese werden seit dem 18. Mai bezuschusst.

Marktführer in Europa bleibt somit Norwegen. Für das Land weist das CAM im ersten Halbjahr 22.000 Elektrofahrzeuge (inkl. Brennstoffzellenautos) aus. Das ist ein Plus von 40 Prozent. Großbritannien legt wie schon im Vorjahr deutlich zu und setzt in den ersten sechs Monaten rund 19.000 E-Fahrzeuge ab, rund ein Drittel mehr als im Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Auch hier sorgt vor allem der relativ hohe Anteil neuzugelassener Plug-in Hybride (+41 %) für das große Wachstum. Frankreich legte prozentual am stärksten zu. Die E-Auto Neuzulassungen stiegen im 1. Halbjahr auf 16.163 (+55 %). Dabei entfallen auf rein elektrische Varianten drei Viertel der Neuzulassungen.

Marktanteil erreicht 2025 rund 15 Prozent

Blickt man auf die Marktanteile, bleibt Elektrofahrzeugen weiterhin nur ein Nischendasein. Allerdings haben sie in China (1,54 %), Frankreich (1,47 %) und in Großbritannien (1,36 %) nun die Schwelle von einem Prozent Marktanteil deutlich übersprungen. In Deutschland liegt ihr Anteil wie im Vorjahreszeitraum bei 0,6 Prozent.

Aus Sicht von Studienleiter Stefan Bratzel leiden Elektroautos weiterhin unter einem Technologieproblem. „Gelöst werden muss das R.I.P.-Problemcluster Reichweite, Infrastruktur, Preis. Die reale Reichweite der E-Fahrzeuge muss auf mindestens 350 bis 500 Kilometer erhöht werden.“ Zudem seines notwendig, die Kosten auf das Niveau von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zu senken.

Grundsätzlich rechnet er innerhalb der nächsten gut zehn Jahre „aufgrund der technologischen Anstrengungen der Hersteller und des zu erwartenden regulatorischen Umfelds“ mit einer deutlichen Steigerung der Zulassungen. Das optimistische Szenario des CAM geht für das Jahr 2025 von weltweit 14 Millionen neu zugelassenen Elektroautos aus. Das wären etwa 15 Prozent des globalen Marktes.

Diesen Artikel haben wir von unseren Kollegen bei KFZ-Betrieb.de übernommen.

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