Brennstoffzellen Deutschland schließt wieder auf

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Nachdem Deutschland – noch in den 80er Jahren Vorreiter in Sachen Wasserstoff und Brennstoffzelle – in den vergangenen Jahren den Anschluss an die Weltspitze verloren hatte, zeichnet sich nun endlich eine Trendwende ab. Deutschland hat den Anschluss zur Weltspitze wieder gefunden.

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DWV-Vorsitzender Johannes Töpler: „Die Brennstoffzellentechnologie bietet große Chancen für innovative Unternehmen, die sich in Forschung und Entwicklung engagieren oder auch schon in der Implementierung tätig sind“
DWV-Vorsitzender Johannes Töpler: „Die Brennstoffzellentechnologie bietet große Chancen für innovative Unternehmen, die sich in Forschung und Entwicklung engagieren oder auch schon in der Implementierung tätig sind“
( Archiv: Vogel Business Media )

Für den Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbands DWV, Dr. Johannes Töpler, trägt die wachsenden Sorge um das Weltklima und die zunehmenden Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Energieversorgung zu einem steigenden öffentlichen Interesse an der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie bei: „Im Sinne einer nachhaltigen Sicherung unserer zukünftigen Energieversorgung müssen Wasserstoff als Speicher- und Transportmittel und Brennstoffzellen als hocheffiziente Wandler eine tragende Rolle einnehmen“, fordert Töpler.

Energie wird Mobil

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Die Fortschritte auf dem Weg vom Labor zum Markt sind für die verschiedenen Anwendungsgebiete wie Fahrzeuge, stationäre oder portable Energieversorgung verschieden. Auf den Brennstoffzellen-Pkw wird der Endkunde wohl noch bis zum Anfang des nächsten Jahrzehnts warten müssen; die frühesten Märkte werden solche für portable Anwendungen wie Kleingeneratoren, Taschenlampen, Energie für Laptops und andere mobile Elektronik sein.

Dass die Technologie in unseren Alltag bereits Einzug gehalten hat und nicht nur Zukunftsmusik, geschweige denn eine Utopie ist, zeigte als Fachreferent Martin Roßmann von der Firma Rittal aus Herborn. Mit Hilfe von Wasserstoff oder Methanol kann der Verbraucher schon heute seine Energie an Orte mitnehmen, die zu weit von der Steckdose entfernt sind: Fahrzeuge, Garten oder Campingplatz, entlegene Ferienwohnungen, Messplätze oder Waldbrandwachstationen. Mit Hilfe der Brennstoffzelle ist aus Wasserstoff oder Methanol wieder Strom zu gewinnen. Dies geschieht ohne Lärm, mit nur geringen klimaschädlichen Emissionen bei der Verwendung von Methanol oder sogar ganz ohne Emissionen bei der Verwendung von Wasserstoff.

Beeindruckende Exponate

Greifbar demonstrierten dies Exponate des Berliner Unternehmens Heliocentris: zwei Kleingeneratoren, einer für den Anschluss an eine Wasserstoffversorgung und einer mit Methanol als Kraftstoff. Außerdem wurde ein System für Ausbildungszwecke vorgestellt, mit dessen Hilfe Studenten praktische Erfahrungen im Umgang mit einem Mikro-Brennstoffzellensystem gewinnen können.

DWV-Vorsitzender Töpler ist sicher: „Die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie wird in 20 Jahren eine tragende Säule einer nachhaltigen, zukunftsträchtigen Energieversorgung in Deutschland sein. Vorausgesetzt, wir erhalten auch die nachhaltige Unterstützung der Politik.“

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